Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

US-Präsident Trump will offenbar Grönland kaufen | BR24

© Patrick Semansky/dpa

US-Präsident Trump hat Pläne geäußert Grönland kaufen zu wollen. Beobachter zweifeln jedoch, ob Trump dies wirklich umsetzen will.

Per Mail sharen

    US-Präsident Trump will offenbar Grönland kaufen

    Der amerikanische Präsident Donald Trump hat Pläne geäußert Grönland kaufen zu wollen. Die Insel ist reich an Ressourcen und für die USA von geostrategischer Bedeutung. Beobachter gehen jedoch von einer flüchtigen Faszination des Präsidenten aus.

    Per Mail sharen

    Noch gehört Grönland als autonomes Gebiet zu Dänemark - doch wenn es nach US-Präsident Donald Trump geht, könnte sich dies ändern. Wie die amerikanische Zeitung "Wall Street Journal" am Donnerstag (Ortszeit) berichtet, habe Trump Berater gefragt, ob ein Ankauf der größten Insel der Welt durch die Vereinigten Staaten möglich sei.

    Beobachter nehmen Pläne nicht ernst

    Denn Grönland ist nicht nur die größte Insel der Erde - ihr Inneres ist auch reich an Bodenschätzen. Das weckt Begehrlichkeiten. Hinzu kommt, dass seine Lage nordöstlich von Kanada für die USA von großer geostrategischer Bedeutung ist.

    Dem "Wall Street Journal" zufolge hielten einige Trump-Berater einen Kauf der Insel für vorteilhaft für die USA, andere gingen von einer "flüchtigen Faszination" des Präsidenten aus. Trump habe die Idee thematisiert, doch es sei ihm nicht ernst damit, sagte ein Vertrauter des Präsidenten, der nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AP.

    Trump: "Tolle Strände" in Nordkorea

    Das Weiße Haus äußerte sich nicht zu dem Zeitungsbericht. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der US-Präsident für Grundstücke im Ausland interessiert. In der Vergangenheit hatte er unter anderem geäußert, die "tollen Strände" von Nordkorea wären ein idealer Standort für Ferienwohnungen.

    Dänische Politiker verurteilen Vorstoß des US-Präsidenten

    In Dänemark erteilten Politiker den Plänen Donald Trumps eine deutliche Abfuhr. "Es muss sich um einen Aprilscherz handeln", sagte der frühere Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen am Freitag. Diese Meinung teilt auch Sören Espersen, der außenpolitische Sprecher der Dänischen Volkspartei: "Wenn er das wirklich in Betracht zieht, dann ist das der letzte Beweis, dass er verrückt geworden ist", so Espersen. "Der Gedanke, dass Dänemark 50.000 Bürger an die Vereinigten Staaten verkauft, ist völlig lächerlich."

    "Ich bin sicher, dass eine Mehrheit in Grönland glaubt, dass es langfristig besser ist, eine Beziehung zu Dänemark zu haben als zu den Vereinigten Staaten", sagte Aaja Chemnitz Larsen, dänische Abgeordnete von Grönlands zweitgrößter Partei Inuit Ataqatigiit (IA), der Nachrichtenagentur Reuters. Martin Lidegaard von der Sozialliberalen Partei und ehemaliger Außenminister nannte Trumps Vorschlag "grotesk. "Wir sprechen von echten Menschen, und man kann Grönland nicht einfach wie eine alte Kolonialmacht verkaufen", sagte er Reuters.

    USA planten schon häufiger Grönland zu kaufen

    In der Vergangenheit hatte die politische Führung der USA schon häufiger den Kauf Grönlands erwogen. 1946 schlugen die USA Dänemark den Kauf für 100 Millionen Dollar vor. Zuvor hatte es Pläne gegeben, Land in Alaska gegen strategisch wichtige Teile der arktischen Insel zu tauschen. Auf der zwei Millionen Quadratkilometer großen Insel leben nur knapp 57.000 Menschen, die meisten davon Inuit. 85 Prozent der Landmasse sind mit kilometerdickem Eis bedeckt.