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US-Präsident Trump positiv auf Corona getestet | BR24

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Lange hat der US-Präsident das Risiko durch das neuartige Coronavirus kleingeredet, nun ist er selbst infiziert. Donald trump gehört damit zu mehr als sieben Millionen Amerikanern, die sich mit COVID-19 angesteckt haben.

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US-Präsident Trump positiv auf Corona getestet

Wenige Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl ist Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch seine Frau, First Lady Melania, sei positiv. Das teilte Trump auf Twitter mit.

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"Heute Abend wurden @Flotus und ich positiv auf Covid-19 getestet. Wir werden unsere Quarantäne und den Erholungsprozess unmittelbar beginnen. Wir werden dies zusammen durchstehen", twitterte Trump in der Nacht zu Freitag (Ortszeit) mit Verweis auf den Twitteraccount der First Lady.

Melania Trump twitterte: "Wie viel zu viele andere Amerikaner in diesem Jahr sind der Präsident der Vereinigten Staaten und ich in häuslicher Quarantäne, nachdem wir positiv auf Covid-19 getestet wurden. Es geht uns gut und ich habe alle bevorstehenden Verpflichtungen abgesagt. Passt bitte auf euch auf, und wir werden alle gemeinsam da durchkommen."

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Donald Trump hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Eine Auswahl von Zitaten des US-Präsidenten zur Pandemie.

"Amerika steht vereint"

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, beschwor nach der Corona-Diagnose des Präsidenten den Zusammenhalt der Nation: "Amerika steht vereint", schrieb sie auf Twitter. Die Kraft des ganzen Landes sei mit Präsident Trump und der First Lady: "Euer Präsident wird weiterhin das Volk an die erste Stelle stellen", so McEnany. US-Vizepräsident Mike Pence wünschte Trump eine rasche Genesung: "Wir schließen uns den Millionen quer durch Amerika an, die für die volle und schnelle Genesung beten. Gott segne Sie, Präsident Trump & unsere wundervolle First Lady Melania."

"Der Präsident kommt seinen Pflichten nach"

Donald Trump ist 74 Jahre alt und hat damit ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Der Leibarzt des US-Präsidenten, Sean Conley, erwartet jedoch, dass der Präsident trotz seiner Corona-Infektion die Amtsgeschäfte "ohne Unterbrechung" weiterführen kann. Conley schrieb in einer Mitteilung, Trump und seiner Ehefrau Melania gehe es gut und die beiden würden während ihrer Genesung im Weißen Haus bleiben. "Seien Sie versichert, dass ich erwarte, dass der Präsident während der Genesung weiterhin ohne Unterbrechung seinen Pflichten nachkommen wird", erklärte Conley. Der Präsident werde optimal betreut.

Wahlkampfveranstaltung abgesagt

Trump wurde von Reportern zuletzt am Donnerstagabend gesehen und schien bei guter Gesundheit zu sein, auf seine Kampagne zur US-Präsidentenwahl am 3. November könnte sich Trumps Corona-Infektion aber deutlich auswirken. Das Weiße Haus sagte bereits eine für heute geplante Wahlkampfveranstaltung ab, die in Florida stattfinden sollte. Florida gehört zu den sogenannten Swing States, die zwischen Republikanern und Demokraten besonders hart umkämpft sind.

Enge Beraterin Hicks vorher infiziert

Am Donnerstag war Hope Hicks, eine enge Beraterin Trumps, positiv auf das Virus getestet worden. Sie hatte in der vergangenen Woche mehrere Reisen mit Trump unternommen, unter anderem zur TV-Debatte mit Joe Biden nach Ohio und zu einem Wahlkampfauftritt nach Minnesota. Am Mittwochabend hatte sie auf der Rückreise aus Minnesota milde Symptome gezeigt und wurde im Flugzeug isoliert.

Hicks war nicht die erste Mitarbeiterin des Weißen Hauses, die positiv getestet wurde, aber diejenige, die am engsten mit Trump zusammenarbeitet. Sie hatte zeitweise als Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses gearbeitet und war in diesem Jahr als Beraterin der Regierung zurückgekehrt. Der Sprecher des Weißen Hauses Judd Deere sagte, Trump nehme seine Gesundheit und die seiner Mitarbeiter sehr ernst.

In den USA wird nun diskutiert, seit wann Trump von Hicks infiziert war un ob er sich seitdem verantwortungsvoll verhalten hat.

Trump meist ohne Maske unterwegs

Trump war in der Corona-Pandemie immer wieder vorgeworfen worden, die Gefahr durch das Virus nicht ernst zu nehmen. Zuletzt hatte er wieder zahlreiche große Wahlkampfauftritte abgehalten. Sie fanden zwar unter freiem Himmel statt. Daran teilnehmen konnten aber Tausende Anhänger, die nicht verpflichtet sind, Masken zu tragen, und größtenteils dicht an dicht stehen.

Trump hatte in den vergangenen Wochen wiederholt versucht, die amerikanische Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass der schlimmste Teil der Pandemie überstanden sei, und die Gefahr durch das Virus heruntergespielt. Er selbst trägt in der Öffentlichkeit meistens keine Maske. Das Weiße Haus begründete dies bisher damit, dass der Präsident und sein Umfeld regelmäßig auf das Coronavirus getestet würden. Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany hatte das Tragen von Masken im Juni als "persönliche Entscheidung" bezeichnet und darauf verwiesen, dass sie regelmäßig getestet werde.

Mehrere Corona-Fälle in Trumps Umgebung

Bereits Anfang Mai war bekannt geworden, dass sich die Pressesprecherin von US-Vizepräsident Mike Pence, Katie Miller, angesteckt hatte. Ende Juli wurde der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Robert O'Brien, positiv getestet.

Die Corona-Pandemie ist in den USA noch immer nicht unter Kontrolle. Mehr als 7,2 Millionen Infektionen sind seit Beginn der Pandemie nachgewiesen worden. Mehr als 207.000 Menschen starben.

Merkel wünscht baldige Genesung

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschte Trump und seiner Frau eine baldige Genesung: "Ich sende Donald und Melania Trump all meine guten Wünsche", hieß es in einem Tweet, den Regierungssprecher Steffen Seibert über Twitter verbreitete. "Ich hoffe, dass sie ihre Corona-Infektion gut überstehen und bald wieder ganz gesund sind", wurde die Kanzlerin weiter zitiert.

Auch andere internationale Politiker wie EU-Ratschef Charles Michel, Großbritanniens Premier Johnson, Russlands Präsident Wladimir Putin und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu formulierten Genesungswünsche für Trump. Das chinesische Außenministerium ließ verlauten, man hoffe, dass Trump sich schnell wieder erhole. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyeusus, sendete seine "besten Wünsche" an Trump und dessen Frau Melania. Trump hatte die WHO mehrfach für deren Umgang mit der Pandemie kritisiert.

Vorerst keine Äußerung aus dem Biden-Lager

Der Konkurrent Trumps um die US-Präsidentschaft, Joe Biden, äußerte sich zunächst nicht zu den Nachrichten aus dem Weißen Haus - von Bidens Team kam auch noch keine Aussage zu der Frage, ob der Kandidat der Demokraten nun erneut auf Corona getestet werden soll, nachdem er Trump bei der TV-Debatte in Cleveland begegnet war. Vor der Debatte waren sowohl Trump als auch Biden negativ getestet worden.

Börsen reagieren mit schwächeren Aktienkursen

Die Nachricht vom positiven Corona-Test des US-Präsidenten sorgte für einen Kursverfall an den Börsen in Asien, an denen der Handelstag bereits begonnen hat. In Japan ging der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,7 schwächer bei 23.029,90 Punkten aus dem Handel. Auch in Europa wird ein schwächerer Handelsauftakt erwartet, der Dax fiel zunächst um 0,92 Prozent auf 12 614,24 Punkte.

Donald Trumps Infektion verstärke die Sorge der Märkte, dass die Corona-Pandemie weiter drastische Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben könnte, erklärten Analysten und rücke "die Corona-Krise zurück in den Mittelpunkt." Der als Krisenwährung populäre Dollar legte nach Trumps Testergebnis zu und notierte 0,3 Prozent fester, am Rohstoffmarkt geriet der Ölpreis unter Druck.

Kontroverse Reaktionen in sozialen Medien

In den sozialen Medien wurden die Meldungen über die Corona-Infektion des US-Präsidenten kontrovers diskutiert. Auf Twitter reagierten etliche User mit Genugtuung, was auf deutlichen Widerspruch stieß. Viele User machten Trumps Weigerung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, für dessen Infektion verantwortlich, andere warfen die Frage auf, ob es sich nicht lediglich um ein Wahlkampfmanöver handele.

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Wenige Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl ist Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch seine Frau, First Lady Melania, sei positiv. Das teilte Trump auf Twitter mit.

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