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US-Klimabeauftragter Kerry bei Münchner Sicherheitskonferenz | BR24

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Münchner Sicherheitskonferenz | 19.02.2021

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US-Klimabeauftragter Kerry bei Münchner Sicherheitskonferenz

Die USA sind zurück im internationalen Klimaschutz: Am Tag der offiziellen Wiederaufnahme in die Pariser Klima-Vereinbarung verspricht der US-Klimabeauftragte John Kerry bei der virtuellen Münchner Sicherheitskonferenz schnelles Handeln.

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Von
  • Jakob Mayr

Die Münchner Sicherheitskonferenz kennt John Kerry von früheren Auftritten als ehemaliger US-Außenminister, aber das virtuelle Format ist neu auch für ihn und zum ersten Mal spricht Kerry als Klimabeauftragter der US-Regierung - an einem besonderen Tag: Sein Land ist offiziell zurück im Pariser Klima-Abkommen. Für Kerry der Anlass, ehrlich, demütig und ambitioniert zu sein.

"Ehrlich, weil die Weltgemeinschaft noch nicht annähernd da ist, wo sie sein sollte, demütig, weil die USA unentschuldbar gefehlt haben für vier Jahre und ambitioniert, weil wir alle mehr anstreben müssen, um den Job erledigen." John Kerry, US-Klimabeauftragter

Klimawandel verstärkt auch Konflikte

Nach Kerrys Worten ist die Klimakrise längst gegenwärtig, man müsse nur aus dem Fenster schauen, zum Beispiel in Texas, wo gerade ein ausgedehnter Polarwirbel für extreme Kälte sorgt. Der Klimawandel verstärke Konflikte, untergrabe die Stabilität von Staaten und vertreibe Menschen aus ihrer Heimat. Das ist ein Sicherheitsthema, sagt Kerry, und seiner Ansicht nach bleibt nicht mehr viel Zeit, um es zu lösen.

"Was man in den nächsten zehn Jahren tut, ist entscheidend. Darüber müssen wir reden, ab heute bis 2030 aus dem einfachen Grund: Wenn wir unsere Emissionen nicht genügend senken, in den USA, China, Indien, Russland, Japan, in der EU, dann haben wir nicht länger die Möglichkeit, die Temperatur bei 1,5 Grad zu halten oder Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen." John Kerry, US-Klimabeauftragter

Hoffnung auf UN-Klimagipfel

Die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu halten, das ist das Ziel, das sich die Weltgemeinschaft vor fünf Jahren in der Pariser Klimavereinbarung gegeben hat. Aber dafür reichen die bisher eingereichten Klimaziele der Staaten nicht aus. Kerry setzt darauf, dass sich noch mehr bewegt bis zum UN-Klimagipfel im Herbst in Glasgow. Das ist unsere beste und letzte Hoffnung, sagt er. Um 2030 müssten wir die Welt auf dem richtigen Kurs haben, um die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu halten. Wir stünden ohne Frage in der entscheidenden Dekade.

Kerry verspricht, beim Klimaschutz sehr eng mit den "europäischen Verbündeten" zusammenzuarbeiten. Er sagt mehr Geld für die Klimafinanzierung zu, da sind bei früheren Klimagipfeln gemachte Versprechen an ärmere Staaten bisher nicht erfüllt. Und er will über eine Bepreisung von CO2 nachdenken, was nach seinen Worten in einigen US-Bundesstaaten schon durch ein Emissionshandelssystem geschieht.

"Scheitern ist keine Option, wenn wir die Erde in einem guten Zustand an kommende Generationen weitergeben wollen. Deshalb müssen wir bestimmen, wie Erfolg aussieht, wie er zu erreichen ist und wir müssen uns verpflichten, diese Aufgabe über alles andere zu stellen und sie erledigen." John Kerry, US-Klimabeauftragter

Klimaneutralität bis 2050

Zum Ziel der Klimaneutralität bis 2050 hat sich Kerry bei seinem Auftritt auf der Münchner Sicherheitskonferenz nochmals bekannt, also bis zur Mitte des Jahrhunderts nicht mehr klimaschädliche Treibhausgase auszustoßen als zum Beispiel durch Aufforstung eingespart werden. Die nächste Aufgabe für ihn und die US-Regierung wird sein, in den kommenden Monaten konkrete Klimaziele bis 2030 anzugeben. So schreibt es die Pariser Vereinbarung vor.

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