Nordrhein-Westfalen, Wuppertal: Die Angeklagte steht im Landgericht.

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Urteil: Lebenslange Haft für Mutter von fünf getöteten Kindern

Urteil: Lebenslange Haft für Mutter von fünf getöteten Kindern

Das Landgericht Wuppertal hat eine 28-Jährige aus Solingen wegen heimtückischen Mordes an ihren fünf Kindern zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Frau hatte ihre ein bis acht Jahre alten Kinder erst betäubt, um sie dann zu ertränken oder ersticken.

Im Prozess um fünf getötete Kindern aus Solingen ist die Mutter Landgericht Wuppertal zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Zudem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung weitestgehend ausschließt. Die Anklage hatte zuvor dieses Strafmaß für die 28-Jährige gefordert.

Fall sorgte bundesweit für Entsetzen

Die Angeklagte Christiane K. soll ihre fünf jüngsten Kinder am 3. September 2020 in ihrer Wohnung erstickt beziehungsweise erwürgt haben. Laut Anklagevorwurf verabreichte sie ihren drei Töchtern und zwei Söhnen im Alter von eineinhalb bis achteinhalb Jahren verschiedene Medikamente und tötete sie dann in der Badewanne. Die toten Kinder soll die zur Tatzeit 27-Jährige in Handtücher gewickelt in ihre Betten gelegt haben. Ihr sechstes Kind, ein damals elfjähriger Junge, war nicht zu Hause und überlebte. Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen.

Persönliche Probleme der Mutter führten zu Fünffachmord

Auslöser der Tat, die bundesweit für Entsetzen gesorgt hatte, war nach Überzeugung der Ermittler ein Foto, das den Ehemann der Frau mit einer neuen Partnerin an seiner Seite zeigte. Per Chat hatte die 28-Jährige ihrem Mann daraufhin angekündigt, dass er seine Kinder nicht wiedersehen werde.

Die Leichen der Kinder waren am 3. September vergangenen Jahres zugedeckt in ihren Betten entdeckt worden. Die Angeklagte hatte behauptet, ein Unbekannter sei in ihre Wohnung eingedrungen, habe sie gefesselt, sie gezwungen, die Chat-Nachrichten zu schreiben, und ihre Kinder getötet. Verteidiger Thomas Seifert hatte einen Freispruch beantragt. Es gebe nach wie vor Zweifel an der Täterschaft seiner Mandantin.

Die vom Gericht bestellten psychiatrischen und psychologischen Gutachter hatten der Angeklagten volle Schuldfähigkeit attestiert. Hinweise auf eine gravierende psychische Störung fanden sie nicht. Das Landgericht hat an 20 Prozesstagen mehr als 40 Zeugen gehört.

Melina (1), Leonie (2), Sophie (3), Timo (6) und Luca (8) starben durch die Hand ihrer Mutter, stellte das Gericht nun fest. Die Hausfrau hatte sich anschließend im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen, aber überlebt. Ihr ältester Sohn blieb körperlich unverletzt. Seine Mutter hatte ihn zur Großmutter an den Niederrhein geschickt.

Presserats-Rügen für mehrere Zeitungen

Am Rande hatte außerdem die Berichterstattung einiger Medien für Entsetzen gesorgt. Der Presserat rügte namentlich drei Zeitungen. Die "Bild", die "Rheinische Post" und die Online-Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung". Alle drei Medien hatten Passagen aus einem WhatsApp-Chat zwischen dem einzigen überlebenden elfjährigen Sohn und dessen zwölfjährigen Freund bzw. einer Freundin veröffentlicht.

Mit dpa-Material.

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