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Urlaub in Zeiten von Corona: Kostenlose Stornierungen möglich | BR24

© picture alliance/Hauke-Christian Dittrich/dpa

Schiffe liegen wegen Corona vor Anker, Flugzeuge bleiben im Hangar. Reisende können bis Ende April ihre Buchungen kostenfrei stornieren.

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    Urlaub in Zeiten von Corona: Kostenlose Stornierungen möglich

    Reisende können im Zuge der Coronakrise bis Ende April eine geplante Reise kostenlos stornieren. Auch bei Fitnessstudio-Beträgen und ausgefallen Events müssen Kunden nicht auf den Kosten sitzen bleiben, so Verbraucherschützer bei BR24live.

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    Von
    • Ruslan Amirov

    Verbraucherschützer raten Urlaubern in Zeiten von Corona, sich zu beeilen, wenn sie eine Reise absagen wollen. Aktuell können bis Ende April geplante Reisen kostenlos storniert werden. Auch bei Fitnessstudio-Beträgen und ausgefallen Events gebe es Möglichkeiten, sein Geld zurückzubekommen.

    Das Recht des Verbrauchers sei das eine, es durchgesetzt zu bekommen jedoch das andere. Mit diesen Worten fasste Tatjana Halm, Referatsleiterin Markt und Recht der Verbraucherzentrale, die Fragen unserer Userinnen und User in einem BR24Live zum Thema "Angst ums Geld wegen Corona" zusammen. Es komme immer auf den konkreten Fall an.

    Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

    Ausgefallene Flüge, stornierte Urlaube

    „Ich hatte einen Billigflug und einen Parkplatz gebucht, beides nicht stornierbar. Jetzt wurde der Flug annuliert", sagt BR24-Userin Iris Schmalisch. Fluggesellschaft wie Parkhaus wollen ihr allerdings nur eine Gutschrift geben. Ihre Frage: "Ist das rechtens? Ich hätte lieber das Geld zurück."

    Auf diese Frage hatte Tatjana Halm eine klare Antwort: Bei Flügen bestehe ein rechtlicher Anspruch auf Rückzahlung des Geldes, sogar innerhalb von sieben Tagen. Etwas anders verhalte es sich beim Parkplatz. Hier müsse überprüft werden, ob im Vertrag eine gesonderte Stornoregelung angegeben sei. Jedoch sei auch hier eher "die Rückerstattung als der Gutschein das Mittel der Wahl." Aktuell diskutiert die Bundesregierung über eine Gutscheinlösung, die auch für die Reisebranche gelten soll. Ob und in welcher Form diese jedoch umgesetzt wird, hängt auch der Europäischen Union ab.

    Kostenfreie Stornierung aller Pauschalreisen bis Ende April

    Laut der Verbraucherzentrale gelte für Urlaubsreisen im Allgemeinen: Auf Grund der weltweiten Reisewarnung liegen die notwendigen Voraussetzungen für eine kostenfreie Stornierung aller Pauschalreisen bis Ende April vor, sofern die Reise in diesen Zeitraum fällt. Das gelte jedoch nicht für Urlaubsreisen nach April. In diesem Fall liege es im Ermessen des Verbrauchers, entweder jetzt zu stornieren und eventuell Stornogebühren zu bezahlen oder abzuwarten, ob die Reisebeschränkungen zeitlich noch ausgeweitet werden. Bei einer Verlängerung der Reisewarnung könne weiterhin kostenfrei storniert werden.

    Ähnlich verhält es sich bei individuell gebuchten Reisen. Hier müsse jedoch überprüft werden, ob uneingeschränkt deutsches Recht zu Grunde liegt. Hat man zum Beispiel die Unterkunft direkt beim Eigentümer im Ausland gebucht, greift das dortige Recht, welches abweichen kann.

    Muss man die Beiträge für Fitnessstudio und Verein weiterzahlen?

    Eindeutig sei die Lage aus Sicht von Tatjana Halm bei Fitnessstudios. Da das Studio aktuell keine Leistungen zur Verfügung stellen kann, müssten für diesen Zeitraum auch keine Gebühren bezahlt werden. "Es gibt kein Sonderkündigungsrecht, weil man jetzt für eine gewisse Zeit das Fitnessstudio nicht nutzen kann, aber das man für eine Zeit die Zahlung aussetzt." Dieses Recht müsse eigentlich weiter bestehen, so Halm. Angebotene Ersatzkurse online müssen nicht in jedem Fall angenommen werden. Hier hänge es davon ab, ob das Online-Angebot dem entspreche, was man auch vertraglich ausgemacht habe.

    Anders ist es bei Vereinsbeiträgen. Diese müsse man weiterhin bezahlen. Hier gelte nämlich: Man bezahlt für die Mitgliedschaft im Verein und nicht für das Angebot direkt. Auch hier rät Verbraucherschützerin Halm jedoch, den direkten Kontakt zu suchen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

    Verlegte oder abgesagte Veranstaltungen? Geld zurück!

    Da eine Veranstaltung im Normalfall an ein konkretes Datum gebunden ist, habe man das Recht auf Rückerstattung des Geldes. Viele Veranstalter, so Tatjana Halm, beriefen sich jetzt auf die Gutscheinlösung. Diese sei jedoch noch nicht beschlossen und bis dahin gelte bisheriges Recht, also Rückerstattung. Es bleibe einem selbst überlassen, ob man jetzt sage, man wolle das Geld zurück oder man sage: "Na ja, den Künstler möchte ich unterstützen, das Geld verlange ich jetzt nicht", so Halm

    Geduld ist gefragt

    Unabhängig davon, auf welchen Kosten man wegen der Corona-Krise aktuell sitzt, sei oft einfach Geduld gefragt. In vielen Fällen sei der direkte Kontakt zum Vertragspartner die bessere Lösung. Geht es um Gutscheine, sollte man nicht zu viel Geduld an den Tag legen. Ist ein Unternehmen nach der Corona-Krise insolvent und bietet keinen Dienst mehr an, bringe auch der Gutschein nicht mehr viel.

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