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Urlaub in Zeiten von Corona: Welche Rechte haben Reisende? | BR24

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In Venedig ist der weltberühmte Karneval abgebrochen, in der Lombardei werden Gebiete abgeriegelt - die Ausbreitung des Coronaviruses in Italien soll gestoppt werden. Aber was, wenn man eine Reise gebucht hat? Und was ist mit Skifahren in Südtirol?

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Urlaub in Zeiten von Corona: Welche Rechte haben Reisende?

Gebuchte Flüge und den lang ersehnten Urlaub können oder wollen Reisende zur Zeit wegen des Coronavirus oft nicht antreten. Der Würzburger Reiserechtsanwalt Kay Rodegra erklärt, wann es einen Anspruch auf Rückerstattung gibt - und wann nicht.

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Pauschaltouristen sind über ihren Reiseveranstalter bei Einschränkungen ihrer Reise durch das Coronavirus gut abgesichert. Das betont der Würzburger Reiserechtsanwalt Kay Rodegra im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Sollte zum Beispiel die vertraglich vereinbarte Rückreise aus dem Urlaub wegen des Coronavirus nicht möglich sein oder sich verzögern, muss der Reiseveranstalter für die Mehrkosten im Hotel zumindest teilweise und für die zusätzlichen Rückreisekosten voll aufkommen.

Ähnlich würde es sich verhalten, wenn man in seinem Hotel unter Quarantäne gestellt würde. Auch dann müsste der Reiseveranstalter die Mehrkosten tragen. Als Individualtourist hat man diesen Anspruch nicht, so der Reiserechtsexperte.

Stornokosten

Wer als Pauschaltourist aus Sorge vor dem Coronavirus plane, seine Reise zu stornieren, werde derzeit auf den Stornokosten "sitzen bleiben", so Rodegra. Denn es liege zumindest bisher kein Anzeichen dafür vor, dass Reisen zum Beispiel nach Italien "von Gefahren geprägt oder erheblich beeinträchtigt sind". Nur in diesem Fall stünde Reisenden ein Kündigungsrecht ohne Stornogebühren zu.

Der Individualtourist genießt diesen Schutz nicht. Wird ein Flug in ein betroffenes Gebiet, das gefährdet ist, durchgeführt, ist ein kostenfreier Rücktritt nicht möglich.

Bei Pauschalurlauben, die vom Veranstalter wegen des Coronavirus storniert würden, rät Rodgra den Reisenden zur Prüfung von Schadensersatzansprüchen. Zum Beispiel bei Asienkreuzfahrten, die aktuell abgesagt werden, hat der Reiserechtsanwalt Zweifel, ob das Argument "Coronavirus" für die Maßnahmen der Reiseveranstalter juristisch ausreicht. Hier sollte jeder Betroffene prüfen lassen, ob Schadensersatzansprüche wegen entgangener Urlaubsfreude oder wegen unnützer Aufwendungen geltend gemacht werden können.

Bei Flugausfällen greifen die üblichen Fluggastrechte - für jeden

Keinen Unterschied zwischen Pauschal- und Individualtouristen gibt es dagegen laut Rodegra in der Regel bei Verzögerungen oder Ausfällen im Flug- oder Bahnverkehr. Hier gelten für alle Reisenden die EU-Fluggastrechte beziehungsweise EU-Fahrgastrechte.

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