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Die Sommerferien in Bayern haben begonnen, viele haben Urlaub und überlegen: wohin fahren? Was es rechtlich zu beachten gilt und was unsere Auslandskorrespondenten über die Corona-Lage in den Reiseländern berichten - im BR24live.

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Ferienstart in Bayern - Urlaub im Ausland oder daheim?

Die Sommerferien in Bayern haben begonnen, viele haben Urlaub und überlegen: wohin fahren? Was es rechtlich im Ausland zu beachten gilt und welche Corona-Regeln in den Reiseländern gelten - ein Überblick.

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Von
  • BR24 Redaktion

In vielen Ländern Europas steigen die Infektionen mit Covid-19 wieder rasant an. Die Regierungen erlassen daher eine Reihe von Maßnahmen, um die Inzidenzen niedrig zu halten. Wer daher seinen Urlaub außerhalb Deutschlands plant, sollte sich bereits im Vorfeld gut informieren. Oftmals werden schon für die Einreise gewisse Dokumente verlangt.

Spanien: Impfzertifikat spielt bisher kaum eine Rolle

In Spanien macht es im täglichen Leben bisher kaum etwas aus, ob man ein Impfzertifikat hat oder nicht. Geschäfte sind für Geimpfte und Nicht-Geimpfte ohne größere Einschränkungen geöffnet, die Gastronomie ebenfalls.

Zum Artikel: Urlaub in Risiko- und Hochinzidenzgebieten: Die neuen Regeln

Die erste spanische Region, die an diesem Modell etwas geändert hat, ist Galizien im Nordwesten: Seit dem Wochenende gelten schärfere Regeln für Restaurantbesuche in Orten mit hohen Corona-Fallzahlen. Nur noch Gäste mit Impfzertifikat, einem Nachweis über eine überstandene Covid-19-Erkrankung in den vergangenen sechs Monaten oder einem aktuellen negativen Testergebnis kommen rein. Geimpft, genesen oder getestet wird also quasi gleichgesetzt.

Seit Montag gilt diese Regel auch auf den Kanarischen Inseln. Spanien gehört zu den Ländern, die sich schon früh für das digitale europäische Impfzertifikat stark gemacht haben. Der QR-Code wird daher als Nachweis akzeptiert, aber auch das klassische Impfbuch.

Wer von Deutschland nach Spanien reist, braucht all das im Moment allerdings nicht: Die spanischen Behörden verlangen weder einen Corona-Test, noch Impf- oder Genesungsnachweis für die Einreise von deutschen Urlaubern. Aber: Eine Online-Anmeldung vorab ist Pflicht – über das Portal "Spain Travel Health". Und dort bekommt man einen QR-Code, der am Flughafen gescannt wird.

Autor: Oliver Neuroth

Italien: Wer rein will, braucht den Green Pass

In Italien gelten Einschränkungen für Nicht-Geimpfte ab dem 6. August, egal ob für Einheimische oder Ausländerinnen und Ausländer. Die Grundregel lautet dann: Wer das Impfzertifikat der Europäischen Union hat, den sogenannten Green Pass, kann sich in diesem Sommer in Italien leichter bewegen. Er ist der Zugangsschlüssel für viele Orte.

Zum Beispiel ist ab dem 6. August der Gang in eine Espresso-Bar, für viele Italienerinnen und Italiener Teil des morgendlichen Rituals, nur noch möglich mit dem Green Pass. Gleiches gilt für den Restaurantbesuch am Abend. Allerdings nur für drinnen, in den Außenbereich von Bars und Restaurants kann jede und jeder auch ohne Impf- oder Testnachweis. Das selbe Prinzip gilt für Schwimmbäder, Wellnesscenter und Fitnessstudios – in Innenräumen ist der Green Pass Pflicht, draußen nicht.

Immer vorzeigen muss den Green Pass, wer ins Museum, ins Theater, ein Konzert oder ins Stadion will. An all diesen Orten mit Green Pass-Pflicht gilt, dass alle Besucherinnen und Besucher trotzdem die Abstands- und Maskenregeln einhalten müssen. Also, mindestens ein Meter Distanz halten und einen Mund- und Nasenschutz tragen.

Wichtig: Kinder unter zwölf Jahren sind von diesen Regeln ausgenommen. Ministerpräsident Draghi sagt: Die Green Pass-Vorschrift sei keine Willkür, sondern diene dazu, die Ausbreitung des Virus einzudämmen – helfe damit auch, die Wirtschaft vor weiteren Rückschlägen zu schützen. Kritiker, unter anderem von der rechten Lega, sprechen von einer Impfpflicht durch die Hintertür.

Autor: Jörg Seisselberg

Frankreich: Impfpflicht für bestimmte Berufe

In Frankreich dagegen wird eine Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal sowie für alle Rettungskräfte inklusive Feuerwehr eingeführt und greift ab dem 15. September. Wer sich weigert, dem droht zwar nicht die Entlassung, aber eine befristete Freistellung ohne Lohnfortzahlung.

Zweite zentrale Säule des Krisengesetzes ist die Ausweitung des Gesundheitspasses. Der Impf- oder Testnachweis gilt bereits seit vergangener Woche in Kinos, Theatern oder Museen. Ab nächster Woche wird er auch für alle Franzosen oder Touristen verpflichtend, die in ein Café oder Restaurant gehen wollen, drinnen wie draußen. Außerdem muss der Pass im TGV oder in Fernbussen vorgezeigt werden, ansonsten drohen Strafen.

Die lokalen Behörden können die Nachweispflicht auch auf bestimmte größere Einkaufszentren ausdehnen. Die Inzidenzwerte in Frankreich schießen derweil in die Höhe. Landesweit liegt der Wert bereits wieder bei über 160, in den Urlaubsregionen noch wesentlich höher. An der südfranzösischen Atlantikküste erreicht der Inzidenzwert circa 300, am Mittelmeer teilweise sogar bis zu 600.

Autor: Cai Rienäcker

Grafik: Corona-Inzidenzen europäischer Länder

Türkei: Reisende benötigen HES-Code

In der Türkei gibt es keine Impfpflicht, wer nicht will, muss sich nicht impfen lassen. Im Frühjahr hat die Regierung angekündigt, alle in der Tourismusbranche arbeitenden Menschen impfen zu lassen. Trotzdem trifft man aber in den Touristengebieten – aber auch sonst in der Türkei – immer wieder Menschen bzw. im Tourismus Beschäftigte an, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht impfen lassen wollen.

Im gesellschaftlichen Leben wird zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften nicht unterschieden. Zwar gibt es Ansätze, Überlegungen, Äußerungen, wonach es in gewissen Bereichen eine positive Diskriminierung für Geimpfte geben soll – beschlossen oder eingeführt ist es aber bislang nicht.

Einen Impfpass gibt es auch in der Türkei. Mit Ausnahme von Kindern, deren Kinderkrankheiten-Impfungen dort eingetragen werden, besitzt so einen Pass aber kaum jemand. Den Impfnachweis bietet eine App.

Wer in die Türkei reisen will, muss ein Formular im Internet ausfüllen. Danach wird ein sogenannter HES-Code vergeben. Den muss man bei Kontrollen vorzeigen, beim Einchecken aber auch später beim Einkauf im Shoppingcenter. Voraussetzung für den Code ist entweder:

  • ein negativer PCR Test – nicht älter als drei Tage
  • ein Antigentest - nicht älter als zwei Tage
  • eine vollständige Impfung, die mindestens zwei Wochen her ist
  • oder eine überstandene Covid-Infektion innerhalb des letzten halben Jahres

Ist man dann drin in der Türkei, müssen überall Masken getragen werden. Daran halten sich allerdings immer weniger Leute. Deshalb steigt die Zahl der Covid-Infektionen im Moment wieder deutlich.

Autor: Christian Buttkereit

Österreich: "3G"-Regel gilt bei jeder Aktivität

Wer aus Deutschland nach Österreich einreist, der muss mit Grenzkontrollen rechnen. Denn für den Urlaub in Österreich ist ein Nachweis einer vollständigen Impfung, eines Tests (Antigen-Test maximal 48 Stunden alt, PCR-Test maximal 72 Stunden alt) oder einer in den letzten 180 Tagen überstandenen Infektion notwendig. In Österreich heißt das "3G". Wer diesen Nachweis nicht erbringen kann, muss sich online registrieren und innerhalb von 24 Stunden nach Einreise einen Test nachholen.

Beim Urlaub in Österreich selbst ist eine vollständige Impfung nicht verpflichtend, aber sicher von Vorteil, denn die sogenannte "3G"-Regel gilt bei quasi jeder Aktivität. Ob Schwimmbad, Restaurantbesuch, Kino oder Konzert – rein darf nur, wer nachweisen kann, dass er vollständig geimpft, getestet oder genesen ist. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss sich also regelmäßig in einer der vielen öffentlichen Teststraßen testen lassen.

Autor: Christian Limpert

Kroatien: Onlineregistrierung für Urlauber empfohlen

Am einfachsten ist die Einreise nach Kroatien mit dem digitalen EU-COVID-Zertifikat. Wer das nicht hat, benötigt für die Einreise – egal ob per Pkw oder Flugzeug – einen Nachweis über eine vollständige Impfung, einen aktuellen Test oder eine überstandene Infektion. Um die Kontrollen zu beschleunigen, empfiehlt sich eine Onlineregistrierung bei den kroatischen Behörden vor der Einreise, hierbei muss auch der Aufenthaltsort angegeben werden.

Urlauberinnen und Urlauber, die es dann an ihr Urlaubsziel in Kroatien geschafft haben, können ihren Impfnachweis oder das EU-COVID-Zertifikat getrost im Hotelzimmer lassen. Weder in Hotels, noch auf Campingplätzen, in Restaurants oder an Stränden gibt es Kontrollen. Einzige Ausnahme: bei Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen gilt ein Impf- oder Testnachweis.

Zum 31. Juli wollen kroatische Behörden die bestehenden Corona-Regeln in Kroatien überprüfen. Änderungen der Maßnahmen nach diesem Datum sind möglich.

Autor: Christian Limpert

Griechenland: Nicht-Geimpfte sollten Zeit fürs Testen einplanen

Seit Griechenland die Tourismussaison Mitte Mai eröffnet hat, versucht die Regierung den Spagat zu schaffen: Einerseits sollen die Touristen nach Griechenland kommen, gleichzeitig möchte man steigende Infektionszahlen unbedingt vermeiden.

Deswegen gilt nach wie vor: Wer nach Griechenland einreist, muss entweder einen negativen Covid-Test, eine Bestätigung, dass man bereits an Covid-19 erkrankt war, oder einen Impfnachweis vorzeigen. Was den Impfnachweis angeht, erkennen die griechischen Behörden mittlerweile auch den gelben Impfpass aus Papier an. Am unproblematischsten funktioniert die Einreise aber mit dem digitalen Impfpass.

Der hilft einem auch im Land weiter. Denn es wird immer deutlicher: Im Kampf gegen die Pandemie setzt die griechische Regierung voll aufs Impfen. So gilt in Griechenland beispielsweise eine Impfpflicht für Beschäftigte in der Pflege und ab 1. September im gesamten Gesundheitssektor. Doch auch im täglichen Leben erhöht die Regierung den Druck sich impfen zu lassen – und das hat auch Auswirkungen auf die Touristen. So erhalten nur noch geimpfte Personen Zutritt zu den Innenbereichen von Bars, Klubs, Theatern oder Sportstadien.

Grundsätzlich kann man sich aber als Tourist auch ungeimpft recht frei bewegen. Allerdings sollte man beispielsweise bei Reisen innerhalb des Landes ein wenig mehr Zeit fürs Testen einplanen: Wer zum Beispiel vom Festland auf eine der griechischen Inseln reisen möchte, braucht ebenfalls wieder entweder eine Impfnachweis, eine Bestätigung, dass man bereits an Covid-19 erkrankt war oder eben einen negativen Corona-Test.

Autorin: Verena Schälter

Grafik: Covid-19-Fallzahlen in europäischen Reisezielen

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