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Urlauber am Strand auf Mallorca

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    Urlaub in Risiko- und Hochinzidenzgebieten: Die neuen Regeln

    Sommerferien in Bayern – und trotz Corona zieht es viele in den Urlaub. Doch unbeschwert sind Reisen zu Pandemie-Zeiten nicht: Es gibt Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete und für alle gelten andere Regeln bei der Einreise. Ein Überblick.

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    Von
    • Melanie Marks

    Trotz Corona in den Urlaub – das ist durchaus möglich, wenn man die jeweils geltenden Regeln beachtet. Aber was gilt wo und welche Einreise-, Test- und Quarantäneregeln müssen jeweils beachtet werden?

    In der Coronavirus-Einreiseverordnung hat die Regierung drei verschiedene Kategorien festgelegt: einfache Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete und Virusvariantengebiete. Reiseziele werden jeweils einer Kategorie zugeordnet – und daraus ergeben sich auch die Regeln, die dann greifen.

    Was bedeutet Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet, Virusvariantengebiet?

    Als einfaches Risikogebiet oder Risikogebiet gelten Länder, in denen ein erhöhtes Risiko besteht, sich mit dem Coronavirus anzustecken. In diese Kategorie fallen in der Regel Gebiete, in denen die 7-Tage-Inzidenz über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche liegt.

    Als Hochinzidenzgebiet gilt in der Regel ein Gebiet mit besonders hohen Fallzahlen, also einer 7-Tage-Inzidenz die den Wert 200 regelmäßig überschreitet. Bei der Einstufung können aber auch weitere Merkmale eine Rolle spielen, etwa das Verhältnis zwischen der Anzahl der Tests und der Anzahl positiver Ergebnisse.

    Ein Virusvariantengebiet ist ein Gebiet, in dem eine spezielle Virusvariante besonders verbreitet ist. Die Kriterien, anhand derer Gebiete in diese Kategorien eingestuft werden, sind vielfältig. Auf der einen Seite zählt dazu der Anteil der sequenzierten Proben oder die Impfquote; auf der anderen Seite wird aber auch die Hygienesituation in dem Land bewertet. Eine wichtige Rolle spielt, welchen Anteil die Virusvariante in dem entsprechenden Gebiet im Vergleich zur Bundesrepublik hat.

    Welche Einreise-, Test- und Quarantäneregeln gelten?

    Grundsätzlich müssen alle Reisenden, die sich in den vergangenen zehn Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben, vor der Einreise eine Einreiseanmeldung ausfüllen. Diese sollte über die digitale Einreiseanmeldung eingereicht werden, kann zur Not aber auch analog ausgefüllt und abgegeben werden.

    Nachweis- und Quarantäneregeln unterscheiden sich je nach Einstufung des Reiseziels. Reisende aus einfachen Risikogebieten sind verpflichtet, sich spätestens 48 Stunden nach der Einreise auf das Coronavirus testen zu lassen. Bis ein negatives Ergebnis vorliegt, müssen sie in häusliche Quarantäne. Genesenen- oder Impfnachweise gelten als negatives Testergebnis.

    Das bedeutet: Wer sich vor der Einreise nach Deutschland testen lässt und ein negatives Testergebnis vorweisen kann, wer geimpft oder genesen ist, der muss nicht in Quarantäne.

    Anders sieht das bei Hochinzidenzgebieten aus. Wer von dort einreist, braucht bereits bei der Einreise den Nachweis eines negativen Corona-Tests, einen Impf- oder Genesenen-Nachweis und muss sich für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Geimpfte und Genesene können sich zu jedem Zeitpunkt von der Quarantäne befreien lassen, indem sie einen entsprechenden Nachweis über das Einreiseportal übermitteln. Wer weder geimpft noch genesen ist, kann sich erst nach fünf Tagen von der Quarantäne freitesten.

    Reisende aus Virusvariantengebieten müssen alle - auch Geimpfte und Genesene - einen negativen Corona-Test nachweisen. Ebenso für alle gilt eine 14-tägige Quarantäne, die nicht vorzeitig beendet werden kann.

    Wenn das Reiseland während der Quarantäne herabgestuft wird

    Wird ein Virusvariantengebiet herabgestuft zum Hochinzidenz- oder einfachen Risikogebiet, während man sich nach der Einreise in Quarantäne befindet, gelten ab der neuen Einstufung die jeweiligen Regeln für die neue Kategorie. Das heißt, die Quarantäne kann unter Umständen eher beendet werden – oder sogar aufgehoben werden für den Fall, dass der Status des einfachen Risikogebietes wegfällt.

    Was ist, wenn ich mit Kindern verreise?

    Für Erwachsene und Kinder gelten unter Umständen unterschiedliche Regeln. Das ist dann der Fall, wenn Eltern bereits geimpft oder genesen sind, das Kind allerdings nicht. Reist diese Familie in ein einfaches Risikogebiet oder ein Virusvariantengebiet, dann gelten für Kinder und Eltern die gleichen Regeln, wie oben beschrieben.

    Reist die Familie allerdings in ein Hochinzidenzgebiet, dann haben Eltern die Möglichkeit, sich mittels Impf- oder Genesenennachweis von der häuslichen Quarantäne zu befreien. Ungeimpfte Kinder hingegen, die auch keinen Genesenennachweis haben, haben diese Möglichkeit nicht. Sie müssen zehn Tage in Quarantäne. Nach fünf Tagen haben sie die Möglichkeit, sich freizutesten.

    Das Bundesgesundheitsministerium verweist auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks darauf, dass die Einreiseverordnung bereits angepasst worden sei, um Familien den Urlaub zu erleichtern. Lediglich im Fall von Hochinzidenzgebieten unterscheiden sich unter Umständen die Regeln für Eltern und Kinder. Das Ministerium rechtfertigt diesen Konflikt damit, dass es auch nötig sei, die Sicherheit bei Reisen zu gewährleisten.

    Was gilt bei Flugreisen?

    Wer weder geimpft noch genesen ist und mit dem Flieger nach Deutschland einreist, braucht unabhängig von der Einstufung des Reiseziels vor Abflug einen negativen Corona-Test. Da nicht alle Fluggesellschaften Testmöglichkeiten vor Abflug anbieten, rät die Verbraucherzentrale Bayern dazu, sich frühzeitig zu informieren, wo am Reiseziel getestet wird - und im Voraus einen Termin auszumachen. Sie weist allerdings auch darauf hin, dass die Tests gerade für Familien teuer werden können. Die Kosten liegen je nach Test-Art und Anbieter zwischen 30 und 100 Euro.

    Bis wann gelten die Regeln?

    Die Regelungen zur Quarantänepflicht sind bis zum 10. September begrenzt. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar.

    Wie werden die Regeln kontrolliert?

    Bei der Einreise aus dem Schengen-Raum kontrollieren die Bundespolizei und die zuständigen Länderpolizeien stichprobenartig, ob die Regeln eingehalten werden. Reisen Urlauber aus einem Drittstaat ein, werden die Voraussetzungen systematisch durch die Bundespolizei überprüft.

    Weil sich die Delta-Variante in Deutschland und Europa immer weiter ausbreitet, sind derzeit eine erweiterte Testpflicht für Reiserückkehrer und strengere Kontrollen im Gespräch. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Dienstagabend mit Blick auf eine erweiterte Testpflicht den 1. August als Datum genannt und sich auf eine Zusicherung des Bundes berufen. Die Bundesregierung hatte den Starttermin am Mittwoch aber noch offen gelassen.

    Was sollte ich bei der Buchung beachten?

    Welche Gebiete als Risikogebiet, als Hochinzidenz- oder als Virusvariantengebiet eingestuft werden, kann sich derzeit sehr schnell ändern. Dies wurde etwa im Fall von Portugal deutlich, als die Bundesregierung das Land überraschend zum Virusvariantengebiet erklärte. Viele Urlauber buchten spontan um, um einer Quarantäne zu entgehen. Mittlerweile gilt Portugal als Hochinzidenzgebiet.

    Angesichts dieser unsicheren Situation rät die Verbraucherzentrale Bayern im Gespräch mit BR24 dazu, im engen Kontakt mit dem Reiseanbieter zu bleiben. Ob kostenfrei storniert oder umgebucht werden kann, hängt vom gebuchten Tarif ab. Bei Pauschalreisen ist der Reiseveranstalter demnach verpflichtet, Urlauber nach Hause zu bringen oder Stornierungen zu akzeptieren. Wer auf eigene Faust bucht, hat diesen Anspruch nicht automatisch.

    Die Verbraucherzentrale rät zudem, sich vor der Buchung über die Regeln vor Ort zu informieren, um ein "Böses Erwachen" am Urlaubsort zu vermeiden.

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