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Urlaub an Pfingsten: Was wo in Bayern erlaubt und möglich ist

Die Pfingstferien stehen vor der Tür - und ab heute gibt es vielerorts wieder touristische Angebote. Gastgeber wie Gäste müssen flexibel sein. Was an Pfingsten gilt und wie die Lage in Bayern ist.

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  • BR24 Redaktion

Seit Freitag gelten Lockerungen in der bayerischen Tourismusbranche. Es gilt die Inzidenz-Lösung: Hotels, Ferienwohnungen und Camping-Plätze dürfen öffnen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt.

Wieder auf dem Dampfer über den Ammersee, mit der Bergbahn zum Gipfel, im Hotelpool schwimmen, auf dem Campingplatz übernachten - das ist unter dieser Bedingung wieder möglich. Die Aussicht darauf löst bei vielen Menschen in Bayern Vorfreude aus. Fest steht: Gastgeber und Betreiber müssen ebenso wie Urlauber aber flexibel bleiben und vorausschauend planen.

Alle 48 Stunden ist ein neuer negativer Test fällig

In Bayern ist eine Anreise in die Beherbergungsbetriebe seit Freitag möglich. Die Gäste müssen einen negativen aktuellen Corona-Test vorlegen (vor höchstens 24 Stunden vorgenommener PCR-Test, vor höchstens 24 Stunden vorgenommener POC-Antigentest, Selbsttest unter Aufsicht).

Achtung: Im Verlauf des Aufenthalts muss alle 48 Stunden ein neuer, negativer Test vorgelegt werden - hier sind die Gastgeber auf die Kooperation der Urlauber angewiesen. Von der Testpflicht ausgenommen sind vollständig Geimpfte und Genesene sowie Kinder bis zum 6. Lebensjahr.

Gastgeber organisieren teilweise selbst Test-Angebote

Viele Beherbergungsbetriebe vermitteln ihren Gästen den Kontakt zu lokalen Teststationen. So stellt der Campingplatz Winkl-Landthal in Bischofswiesen, Berchtesgadener Land extra einen ausgebildeten Mitarbeiter zum Testen bereit. Ähnlich bieten viele andere Gastgeber auch eigene Teststationen an.

Sinnvoll ist es auch, sich schon zuhause vor der Anreise testen zu lassen. Wer ein festes Urlaubsziel hat, der sollte sich auch schon vorab nach Testmöglichkeiten vor Ort erkundigen - und auch schon Termine vereinbaren. Dann bleibt mehr Zeit für reine Erholung.

Um 22 Uhr macht die Hotelbar dicht

Die bekannten Abstands- und Hygieneregeln gelten weiter, und zwar für alle. Gastronomische Angebote von Beherbergungsbetrieben auch im Innenbereich sind nur für Hotelgäste zulässig. Um 22 Uhr wird geschlossen.

Die Beherbergungsbetriebe dürfen aber auch ihre Kur-, Therapie- und Wellnessangeboten (z.B. Schwimmbäder, Fitnessräume, Solarien) für ihre Gäste öffnen.

Sorgen im Allgäu: Hotelpersonal wandert nach Österreich ab

Die Gastgeber im Allgäu sind grundsätzlich optimistisch: Im Landkreis Lindau sind Besucher ab dem 21. Mai willkommen. Ab dem 22. Mai öffnen auch die Landkreise Ober- und Ostallgäu, laut dem Tourismusverband Allgäu Gmbh. Demnach seien "Corona-sichere" Orte mit geringen Schwankungen neben dem Westallgäu auch das Oberallgäu (Oberstdorf, Oberstaufen, Bad Hindelang, Alpsee-Grünten, Hörnerdörfer), gefolgt von Orten im Ostallgäu wie Füssen, Pfronten, Nesselwang. Anreisen sind jederzeit möglich, meistens gibt es aber eine Mindestzahl an Übernachtungen.

Sorgen macht den Hoteliers die Konkurrenz zu Österreich: Die Hotels im Nachbarland öffnen am 19. Mai - und freuen sich über neues Personal aus Bayern. Nach Angaben des Tourismusverband Allgäu GmbH sind schon viele Fachkräfte nach Österreich abgewandert.

Berchtesgadener Land: Der Schock vom Herbst 2020 sitzt tief

Das Berchtesgadener Land war im Sommer 2020 ein sehr beliebter Urlaubsort. Doch aktuell sind sich viele Hoteliers unsicher, ob sie überhaupt öffnen werden. Für die Pfingstferien sind die Pensionen und Campingplätze gut gebucht, doch für die Sommerferien halten sich viele Urlauber noch zurück, berichtet der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden.

Denn aktuell steigen die Neuinfektionen, in dieser Woche zum ersten Mal seit mehr als einer Woche sogar wieder auf über 100. Noch hoffen viele Gastgeber, dass die "Bundes-Notbremse" (also die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100) zu Pfingsten nicht in Kraft treten muss. Falls doch, würde das für Hoteliers wie Stefan Holzner vom "Hotel Seeblick am Thumsee" eine wirtschaftliche Niederlage bedeuten. Denn Stefan Holzner hat die Öffnung zum 21.5. bereits bei seinen Stammgästen angekündigt. "Wir haben frische Lebensmittel bestellt, wir bereiten die Gästezimmer vor, unser Personal ist im Einsatz."

Noch leidet die Tourismusbranche im Berchtesgadener Land unter dem Schock der Herbstferien 2020. Damals hatte die Region bundesweit die höchste Inzidenz, Tausende Urlauber mussten innerhalb von 24 Stunden abreisen. Sinken die Infektionszahlen wieder, so ist vieles möglich: Eine Nacht auf der Berghütte oder eine Wellness-Einheit im Hotel.

Miesbach setzt auf Öffnungen nach Pfingsten

Im Landkreis Miesbach bleibt zu Pfingsten noch alles zu, wegen stabil hoher Inzidenzen. Ab Mitte der Pfingstferien könnte vielleicht noch eine Öffnung möglich sein, hoffen die Hoteliers.

"Viele Tourismus-Betriebe stehen in den Startlöchern, um zu retten, was zu retten ist", berichtet Harald Gmeinder vom Tourismusverbund "Alpenregion Tegernsee-Schliersee".

Fichtelgebirge: Kuren, Radeln, Wandern

Das Fichtelgebirge ist bekannt als vielfältige Bike-Region. Der Bike-Park mit Downhill-Strecke und Parcours am Ochsenkopf öffnet zu Pfingsten. Auch die Seilbahnen mit den speziellen Bügeln zum Bike-Transport laufen erstmals wieder. Die Hoteliers in der oberfränkischen Urlaubsregion haben in den vergangenen Monaten viel renoviert. Nach sieben Monaten Lockdown haben viele Hotel- und Pensionsbetreiber ihre Angestellten nun wieder aus der Kurzarbeit zurückgeholt.

Das Gasthaus "Kösseinehaus" auf 939 Metern Höhe ist ein beliebtes Ausflugsziel im Fichtelgebirge. 13 Wanderwege führen hierher. Bewirtet werden darf nur im Außenbereich – bei Regen schützen die Sonnenschirme etwas die Gäste. Trotz aller Unwägbarkeiten, die die Pandemie mit sich bringt: Im Fichtelgebirge freut man sich auf die Rückkehr der Gäste.

Jugendherbergen: Offen für Familien- , nicht für Klassenfahrten

Von Burg Rothenfels in Unterfranken über das mittelbayerische Regensburg bis nach Oberstorf im Allgäu: Pünktlich zu Ferienbeginn öffnen auch die bayerischen Jugendherbergen wieder. Insgesamt 34 Häuser gehen ab Freitag, 21. Mai in Betrieb.

Sie sind gut vorbereitet auf ihre Gäste: Bereits im letzten Sommer haben die Jugendherbergen umfassende Hygienekonzepte erarbeitet. Übernachtungen im Mehrbettzimmer sind nur durch Gäste aus einem Haushalt möglich bzw. durch Partner. Sicherheit geht auch beim Essen vor: So verzichten die Häuser überwiegend auf Buffets. Dafür gibt es teilweise Tisch-Service, oder das Essen wird an der Ausgabe direkt auf dem Teller angerichtet. Nicht alle Zimmer werden belegt, damit Abstand gewahrt bleibt. So bleibt in den Jugendherbergen genügend Raum für Bewegung, drinnen und draußen.

Zur wichtigsten Gästegruppe zählen aber nach wie vor Schulklassen. Aber bis auf weiteres sind Schul- und Klassenfahrten untersagt, was beim Landesverband Bayern für Unverständnis sorgt.

Appell an Gäste: Flexibilität und Eigenverantwortung

Urlaub ist also möglich. Doch vor dem Koffer packen sollten sich Reisende genau erkundigen, wie die Situation an ihrem Urlaubsort genau ist und welche Corona-Regeln gelten. Letztlich ist also Eigenverantwortung gefragt. Beim Planen wie beim Einhalten der Hygiene-Regeln: Mitdenken, Abstand halten, Maske tragen.

Weil eben viele bayerische Regionen wie das Berchtesgadener Land und das Allgäu aktuell mit der "Hunderter Inzidenz-Marke" kämpfen, sollte der Urlauber täglich wieder auf der Homepage nachschauen, was geht und was nicht geht. Eine weitere Herausforderung: Manche Ausflüge, wie etwa einen Besuch der Königsschlösser, muss man einerseits im Voraus buchen, ohne zu wissen, wie die Inzidenz an dem reservierten Termin überhaupt sein wird. Planungssicherheit gibt es in diesen Pfingstferien nicht. Gefordert ist Flexibilität.

© BR
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Die Pfingstferien stehen vor der Tür. Gastgeber wie Gäste müssen flexibel sein. Antworten auf diese Fragen geben die Unternehmenssprecherin des ADAC, Melanie Mikulla und BR-Reporter in Wien, Nikolaus Neumeier.

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