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Urbi et orbi: Papst Franziskus ruft zum Frieden in der Welt auf | BR24

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Papst Franziskus hat auf dem Petersplatz den traditionellen Segen "Urbi et orbi" (der Stadt und dem Erdkreis) gespendet. In seiner Weihnachtsbotschaft beklagte er vor Zehntausenden Pilgern Kriege und Konflikte weltweit als Fluchtursachen.

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Urbi et orbi: Papst Franziskus ruft zum Frieden in der Welt auf

Papst Franziskus hat auf dem Petersplatz den traditionellen Segen "Urbi et orbi" (der Stadt und dem Erdkreis) gespendet. In seiner Weihnachtsbotschaft beklagte er vor zehntausenden Pilgern Kriege und Konflikte weltweit als Fluchtursachen.

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Der Papst sprach zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen im Nahen und Mittleren Osten, in Afrika, der Ukraine und auf dem amerikanischen Kontinent an und betonte insbesondere seine Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten. Dabei wies er insbesondere auf die anhaltenden Konflikte in Syrien, im Irak und Libanon sowie auf die schwere humanitäre Krise im Jemen hin. Von der internationalen Gemeinschaft forderte der Pontifex eine "Sicherheitsgarantie" für die Region.

Angriffe auf Christen in Westafrika

"Es gibt die Finsternis bei den wirtschaftlichen, geopolitischen und ökologischen Konflikten, doch das Licht Christi ist heller", sagte Franziskus von der Loggia des Petersdoms vor tausenden Gläubigen auf dem Platz. Dabei verurteilte er auch die Angriffe auf Christen in Westafrika. Vor allem in Burkina Faso, Mali, Niger und Nigeria würden Christen verschleppt und getötet.

"Mauern der Gleichgültigkeit"

Kriege und Ungerechtigkeit würden auch viele Menschen dazu zwingen, Wüsten und Meere zu überqueren, "die zu Friedhöfen werden", so Franziskus. Unter Anspielung auf die Bedingungen in legalen und illegalen Gefängnissen in Libyen beklagte der Papst, Flüchtlinge seien gezwungen, "unsagbare Misshandlungen, Knechtschaft und Folter in unmenschlichen Lagern zu ertragen".

In diesem Zusammenhang prangerte der Papst eine Abschottungspolitik zahlreicher Länder etwa in Europa an. Menschen, die zur Flucht gezwungen seien, stießen dort auf "Mauern der Gleichgültigkeit", wo sie Hoffnung auf ein würdiges Leben haben könnten.

Aufruf zur Hilfe für Venezuela

Besonderes Augenmerk richtete Franziskus überdies auf die wachsenden gesellschaftlichen und politischen Konflikte in Lateinamerika. Er appellierte an die politisch Verantwortlichen in Venezuela und die internationale Gemeinschaft, der dortigen Bevölkerung nicht die humanitäre Hilfe zu verweigern, die sie benötige.

In der Mitternachtsmette hatte das katholische Kirchenoberhaupt die Gläubigen zuvor aufgefordert, sich trotz Missständen in der Kirche nicht der bedingungslosen Liebe Gottes zu verweigern, der jeden Menschen liebe, "auch den schlimmsten". Trotz allem, "was in der Kirche nicht funktioniert", sollten sie sich nicht davon abbringen lassen, sich selbst zu verändern, in dem sie ihr eigenes Leben in ein Geschenk an andere verwandelten.