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Heftige Regenfälle halten Rettungskräfte in Atem | BR24

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Unwetter am Wochenende richten Schäden an

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Heftige Regenfälle halten Rettungskräfte in Atem

In Oberbayern und Unterfranken kam es in der Nacht zu schweren Unwettern. In Rottach-Egern konnte ein Dammbruch verhindert werden. In Schneizlreuth ist eine Schlammlawine abgegangen. Österreich und Italien melden Tote und Schäden.

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Erst Rekordhitze, dann Temperatursturz und Dauerregen. Am Wochenende musste die Feuerwehr auch in Bayern ausrücken, um vollgelaufene Keller auszupumpen, einen Dammbruch zu verhindern und eine Schlammlawine zu beseitigen. Am stärksten hat es bis jetzt jedoch Italien und Österreich erwischt. Auch am Montagmorgen schüttete es vielerorts heftig. Es kam zu Verkehrsbehinderungen, Staus und Straßensperrungen wegen Überflutung.

Aktuelle Verkehrsmeldungen

150 Feuerwehrleute sichern Damm

Zwischen Rottach-Egern und Tegernsee drohte heute Nacht der Damm zu brechen. Durch den starken Regen führt die Rottach derzeit viel Wasser. Die Feuerwehr baute in der Nacht den Hochwasserschutz aus. Im Baustellenbereich auf Höhe des Salitererwegs kam es zu Unterschwemmungen und Ausspülungen. Ein Krisenstab trat zusammen. 150 Einsatzkräfte sicherten den Damm mit Steinen und Geröll und konnten so die Dammbruchgefahr beseitigen. Die Rottach ist etwa zehn Kilometer lang, entspringt in den Bergen Rottach-Egerns und mündet in den Tegernsee. Seit 2012 saniert das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim den Damm in mehreren Abschnitten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes für Rottach-Egern und Tegernsee.

Erdrutsch in Oberbayern

Polizei und Feuerwehr mussten die B21 zwischen dem Grenzübergang Melleck-Steinpass und Schneizlreuth in beiden Richtungen sperren. Dort ist eine Schlammlawine abgegangen. Laut der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ging die Mure nach den Regenfällen der Nacht in der Früh auf deutscher Seite vor der Einfahrt zum Steinpass-Tunnel nieder. Der Melder sei offenbar mit einem Geländewagen noch durchgekommen, so der Beamte in der Einsatzzentrale. Die Straße bleibt vorerst gesperrt. Einsatzkräfte der Feuerwehr sind dabei, die Straße frei zu räumen. Auch ein Bagger wurde angefordert. Wann die B21 wieder freigegeben werden kann, ist noch unklar. Zuerst müsse geprüft werden, ob weitere Sicherheitsmaßnahmen nötig sind, damit nicht weiterer Schlamm und Geröll abrutschen.

Auch in Unterfranken zahlreiche Einsätze

Mehr als 200 Mal mussten die Feuerwehren in Unterfranken am Sonntagnachmittag und -abend zu Unwettereinsätze ausrücken. Allein in Aschaffenburg wurden 60 vollgelaufene Keller und abgerutschte Hänge gemeldet. Im Bereich Würzburg war Karlstadt mit rund 40 Einsätzen Spitzenreiter. Mehr als 35 Mal mussten die Feuerwehren in den unterfränkischen Landkreisen Schweinfurt, Bad Kissingen und Haßberge ausrücken. "Vielerorts sind Keller vollgelaufen, die von den Feuerwehren leergepumpt werden mussten", berichtet Schichtführer Mark Plate von der integrierten Leitstelle Schweinfurt.

Schwerpunkte waren im Landkreis Bad Kissingen etwa Nüdlingen, Reiterswiesen und Steinach, im Landkreis Haßberge Eltmann, Zeil und Knetzgau, im Landkreis Schweinfurt Sulzheim, Röthlein und Herlheim. In Unterspießheim fiel ein Baum auf eine Straße, in Sulzheim ein Baum auf einen Fußgängerweg neben einer Pferdekoppel. In Sulzheim lief auch der Keller von Jürgen Kleinhenz voll Wasser. "Das ist relativ schnell gegangen. Der Himmel wurde dunkel und es hat in kürzester Zeit dutzende Liter geregnet. Aus allen Ecken ist es aus dem Kanal gekommen. Bei uns und bei anderen standen schnell 15 Zentimeter Wasser im Keller. Wasser schöpfen, pumpen, wischen – und so schnell wie es gekommen ist war es wieder vorbei."

1.000 Feuerwehrleute in Österreich im Einsatz

Stundenlang dauerten Regen, Hagel und Sturm im Bezirk Leibnitz in der Steiermark an. Die Folge: abgedeckte Dächer, überflutete Keller und Straßen. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz, um die zerstörten Dächer abzudecken und Keller auszupumpen. Im obersteirischen Palfau wurden sechs Bergretter durch einen Blitzschlag nach der Bergung eines verunglückten Kletterers verletzt. Bereits am Samstag ging eine Mure im Bereich Kirschdorf Kaiserbachtal in Tirol ab. Drei Millionen Euro Hagelschaden meldeten Landwirte an diesem Wochenende, rund 12.000 Hektar Land seien davon betroffen. Die Österreichische Hagelversicherung meldet zerstörte Getreide-und Maisfelder, aber auch Schäden im Weinbau.

In Italien sterben mehrere Menschen

Eine Frau starb in der Nacht zum Sonntag in ihrem Wagen, das bei Rom von einem Windstoß erfasst und weggeschleudert wurde. Der Bürgermeister von Fiumicino in der Region Latium berichtet auf Facebook von einem gewaltigen Tornado.

Auch in der Toskana hat das Unwetter schwere Schäden angerichtet. Arezzo im Osten habe es dabei am schlimmsten getroffen. Ein Mann wurde von Schlamm-Massen erfasst und ist gestorben. In den Südtiroler Alpen bei Bozen wurde eine 45-jährige Norwegerin während eines Extremberglaufs vom Blitz getroffen.