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Unter Vermittlung von Trump: Israel und Emirate nähern sich an | BR24

© dpa/picture-alliance/Pablo Martinez Monsivais

Unter der Vermittlung der USA nähern sich Israel und die Arabischen Emirate an.

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    Unter Vermittlung von Trump: Israel und Emirate nähern sich an

    US-Präsident Trump bezeichnete es als ein "historisches Friedensabkommen": Die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel wollen volle bilaterale Beziehungen aufnehmen. Deshalb will Israel auf die Annexionspläne im Westjordanland verzichten - vorerst.

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    Von
    • Markus Wolf

    Bislang hatten Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Jetzt haben sich die beiden Staaten in einem historischen Schritt überraschend auf ein Friedensabkommen verständigt. Man wolle eine "vollständige Normalisierung des Verhältnisses der beiden Länder", wie sie in einer gemeinsamen Erklärung mit den USA verkündeten.

    Israel verzichtet auf Annexion des Westjordanlands

    Voraussetzung der Annäherung ist allerdings, dass Israel seine Ansprüche auf von Palästinensern bewohnte Gebiete im Westjordanland aufgibt. Israel will diese Pläne deshalb jetzt vorerst auf Eis legen. Stattdessen wolle das Land seine Bemühungen darauf konzentrieren, seine Beziehungen zu anderen Staaten in der "arabischen und muslimischen Welt" zu stärken, wie es in einer einer von Trump über Twitter verbreiteten Mitteilung heißt. Der Kronprinz von Abu Dhabi, Mohammed bin Said Al Nahjan, bestätigte die Angaben wenig später.

    Trump hatte in seinem im Januar vorgelegten Nahost-Plan grünes Licht für die Einverleibung eines Drittels des Westjordanlands durch Israel gegeben. Die Annexionspläne sorgen international für Kritik und lösten Befürchtungen vor einer neuen Welle der Gewalt aus.

    Lob von allen Seiten

    US-Präsident Donald Trump, der nach eigenen Angaben für die Vermittlung von Israel und den VAE gesorgt hatte, sprach von einem "riesigen Durchbruch". Auf Twitter schrieb er von "einer historischen Friedensvereinbarung zwischen unseren beiden guten Freunden, Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten". US-Außenminister Pompeo fügte hinzu: "Die USA hoffen, dass dieser mutige Schritt der erste in einer Reihe von Vereinbarungen sein wird, die 72 Jahre der Feindseligkeiten in der Region beenden."

    Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu würdigte die Einigung ebenfalls als "historischen Tag". Abu Dhabi sprach von einem "Gewinn" für die Diplomatie und den gesamten Nahen Osten.

    Auch aus dem umliegenden Nachbarländern kamen positive Reaktionen: Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi beispielsweise teilte auf Twitter mit, man begrüße das angekündigte Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Er schätze die Bemühungen der Beteiligten, die für Frieden sorgen und "Wohlstand und Stabilität" in die Region bringen wollten, so Fattah al-Sisi.

    Abkommen soll erst der Anfang sein

    Delegationen aus Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten wollten in den kommenden Wochen Vereinbarungen über Themen wie Sicherheit, Investitionen, Tourismus, direkte Flugverbindungen, Technologie und eine Einrichtung von Botschaften unterzeichnen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

    Israel unterhält bislang keine diplomatischen Beziehungen zu den Golfstaaten. Das Land hat aber bereits diplomatische Beziehungen zu seinen Nachbarn Jordanien und Ägypten, deren Bevölkerung ebenfalls mehrheitlich muslimischen Glaubens ist.

    Trump zeigte sich zuversichtlich, dass Israel künftig mit weiteren Staaten Vereinbarungen erzielen werde. "Jetzt, da das Eis gebrochen ist, erwarte ich, dass weitere arabische und muslimische Länder den Vereinigten Arabischen Emiraten folgen werden", sagte er.

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