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Unglück in Pakistan: Flugzeug stürzt in Wohngebiet | BR24

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Nahe der Stadt Karatschi ist ein Airbus mit mehr als 100 Menschen an Bord in ein Wohngebiet gestürzt. Die genaue Zahl der Opfer ist noch unklar.

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Unglück in Pakistan: Flugzeug stürzt in Wohngebiet

Ein Passagierflugzeug ist im Süden Pakistans nahe der Millionenstadt Karachi in ein Wohngebiet gestürzt. Die Lage war auch Stunden nach dem Unglück vom Freitag unübersichtlich. 57 Leichen wurden bereits geborgen.

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Eine Passagiermaschine ist im Süden Pakistans, unweit der Millionen-Stadt Karatchi abgestürzt. Bürgermeister Wasim Akhtar meldete zunächst den Tod aller Insassen an Bord, doch sprachen zwei Vertreter der zivilen Luftfahrtsbehörde von mindestens zwei Überlebenden. Bisher wurden 57 Leichen geborgen.

Beim Absturz der Maschine der staatlichen Fluglinie Pakistani International Airlines seien zudem mindestens fünf oder sechs Häuser zerstört worden, sagte Akhtar. Nach aktuellen Behördenangaben waren 98 Personen an Bord - 91 Passagiere und sieben Crewmitglieder. Der Startflughafen der Maschine in Lahore hatte zunächst 107 Insassen gemeldet.

Landeversuche vor Absturz

Augenzeugen berichteten, der Airbus A320 habe vor dem Absturz offenbar zwei oder drei Mal versucht zu landen, bevor er in einem Wohngebiet in der Nähe des Internationalen Flughafens Jinnah abgestürzt sei. In dem Viertel Model Colony wohnen viele Arme, es ist dicht besiedelt. Ein Anwohner, Abdul Rahman, sagte, er habe das Flugzeug mindestens drei Mal kreisen sehen, bevor es in mehrere Häuser gestürzt sei.

Bilder zeigen Rauchwolke aus Wohngebiet

Örtliche Fernsehsender zeigten Rauch, der aus Richtung des Flughafens kam. Rettungswagen rasten dorthin. Polizisten mit Schutzmasken versuchten, Menschenmengen fernzuhalten, um Feuerwehr- und Krankenwagen den Weg durch enge Straßen zum Absturzort zu bahnen. Beamte und Soldaten riegelten die Gegend dann ab.

Örtliche TV-Sender meldeten, dass drei Insassen in der vordersten Reihe der Unglücksmaschine überlebt hätten. Sie strahlten Aufnahmen von einem Mann auf einer Trage aus, bei dem es sich um den Chef der Bank von Punjab handeln soll.

Absturzursache noch unklar

Die Absturzursache war zunächst unklar. Eine auf der Webseite Live-ATC.net gepostete Übertragung des letzten Funkkontakts zwischen Pilot und Flugsicherung deutete auf einen möglichen Triebwerksausfall beim Landeversuch hin. "Wir haben das Triebwerk verloren", sagt der Pilot. Der Fluglotse bot daraufhin eine Landebahn für eine Notlandung an. Mehrmals setzt der Pilot dann jedoch einen Notruf ab, ehe die Übertragung abreißt. In sozialen Medien kursierte ein Video, das ein Flugzeug in niedriger Flughöhe über einem Wohngebiet zu zeigen schien, während Flammen aus einem der Triebwerke schossen.

Pakistans Ministerpräsident Imran Khan zeigte sich erschüttert über das Unglück. Der Absturz schockiere und bekümmere ihn, twitterte er. Es würden sofortige Ermittlungen eingeleitet. Seine Gebete und sein Beileid gälten den Familien der Verstorbenen.

Inländischer Flugverkehr erst kürzlich wieder gestartet

Der Absturz erfolgte nur eine Woche nach der Entscheidung der pakistanischen Behörden, den Flugverkehr im Inland wieder aufzunehmen. Wegen der Corona-Pandemie sind internationale Flüge in das südasiatische Land noch bis Ende des Monats ausgesetzt.

Bereits im Jahr 2016 kam es zu einem Absturz einer Maschine der staatlichen Fluggesellschaft PIA mit rund 50 Toten. 2012 starben 127 Menschen beim Absturz einer Maschine einer kleinen privaten Airline auf dem Weg von Karatschi nach Islamabad. Im Jahr 2010 stürzte ein Airbus vor der Landung in der Hauptstadt Islamabad ab, alle 152 Insassen kamen bei dem Unglück ums Leben.

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Ein Passagierflugzeug ist im Süden Pakistans abgestürzt. Alle 107 Insassen kamen dabei ums Leben. Augenzeugen berichten, der Airbus habe vor dem Absturz offenbar zwei oder drei Mal versucht zu landen.