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Die englische Stadt Liverpool verliert den Welterbe-Status.

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    UNESCO: Liverpool verliert Welterbe-Titel

    Zum dritten Mal in der Geschichte der Welterbe-Konvention büßt eine Stätte die begehrte Auszeichnung ein: Die englische Hafenstadt Liverpool. Grund sind laut Welterbekomitee mehrere Bauprojekte Einige deutsche Bewerber hoffen auf den Titel.

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    • BR24 Redaktion

    Die englische Stadt Liverpool ist kein Unesco-Weltkulturerbe mehr. Das hat das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) heute auf einer Sitzung in der chinesischen Stadt Fuzhou entschieden. Es ist erst das dritte Mal in der Geschichte der Welterbekonvention von 1972, dass einer Kultur- oder Naturstätte der angesehene Titel entzogen worden ist.

    Das Komitee sieht den universellen Wert der Hafenstadt durch zahlreiche Bauprojekte beschädigt. Sechs Orte im historischen Zentrum und dem Hafengebiet Liverpools waren seit 2004 auf der Welterbeliste eingetragen. Sie zeugen von der Entwicklung der Stadt als eines der bedeutendsten Handelszentren der Welt im 18. und 19. Jahrhundert. Liverpool war wegweisend in der Entwicklung moderner Docktechnik, Transportsysteme und des Hafenmanagements. Die Stadt spielte eine große Rolle bei der Entwicklung des britischen Weltreichs.

    UNESCO: Liverpool hat Charakter verloren

    Doch war der Welterbestatus seit 2012 "wegen substanzieller Eingriffe" im Rahmen des Bauprojekts "Liverpool Waters" gefährdet. Am Ende führte Liverpools Verzicht auf Änderungen an der Planung und neue Infrastrukturprojekte im historischen Hafengebiet sowie der bereits genehmigte Bau eines Fußballstadions am Bramley-Moore-Dock zur Aberkennung des Titels, wie die UN-Organisation mitteilte. In einem Unesco-Dokument hießt es, Liverpool habe längst seinen Charakter verloren, der zur Einstufung als Welterbe geführt habe.

    2009 verlor Dresdner Elbtal den Titel

    Zuletzt hatte 2009 das Dresdner Elbtal wegen der Errichtung der Waldschlösschenbrücke den Titel als Welterbe verloren. Die erste Streichung gab es 2007 für Oman wegen der Verkleinerung des Wildschutzgebiets für die seltenen Arabischen Oryx-Antilopen. Entgegen ersten Erwartungen wurde dem Wildreservat Selous in Tansania, in dem ein Damm gebaut werden soll, nicht der Status als Welterbe entzogen. Allerdings bleibt es auf der Liste bedrohter Stätten

    Australien pokert um Great Barrier Reef

    Australien bemüht sich derweil, eine vom Komitee geplante Aufnahme des vom Klimawandel bedrohten Great Barrier Reefs in die Liste der gefährdeten Naturstätten aufzuschieben, um einen Imageschaden zumindest vorerst abzuwenden. Um die Freitag geplante Entscheidung auf 2023 hinauszuzögern, hat Australien einen Änderungsvorschlag eingebracht, der von 12 der 21 Mitglieder des Komitees unterstützt wird. Die Abstimmung steht noch aus.

    Als Folge des Klimawandels ist das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens durch warmes Wasser und Korallenbleiche bedroht. Das weltgrößte Riff dehnt sich über mehr als 340.000 Quadratkilometer aus und kann mit bloßem Auge vom Weltraum aus gesehen werden. Die Unesco hat das Kohleland Australien eindringlich aufgefordert, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu treffen. Auch geht es um die Qualität des Wassers. Die langfristigen Aussichten für das Naturwunder hätten sich von "schlecht" zu "sehr schlecht" entwickelt.

    Fünf deutsche Bewerber hoffen auf Titel

    Auf der Tagung sind unter den rund 40 Nominierungen für neue Welterbestätten auch fünf Bewerbungen mit deutscher Beteiligung: Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt, das jüdische Kulturerbe in Mainz, Speyer und Worms, die Kurorte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen als Teil bedeutender historischer Bäder in Europa sowie die römischen Grenzwälle Donaulimes und Niedergermanischer Limes. Über diese Anträge soll vom kommenden Wochenende an beraten werden.

    Das Welterbekomitee tagt noch bis zum 31. Juli online und vor Ort. Es setzt sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammen. Es entscheidet in der Regel jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste und befasst sich mit dem Zustand eingeschriebener Stätten. Wegen der Pandemie war die Tagung im vergangenen Jahr verschoben worden. Auf der Welterbeliste stehen aktuell 1.120 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. 51 davon gelten als bedroht. Deutschland verzeichnet 46 Welterbestätten.

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