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"Unerträgliche Relativierung der NS-Verbrechen" | BR24

© picture alliance / Sven Hoppe/dpa

Charlotte Knobloch

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    "Unerträgliche Relativierung der NS-Verbrechen"

    Die Holocaust-Zeitzeugin Charlotte Knobloch wirft dem türkischen Präsidenten Erdogan wegen der Vergleiche mit dem Nationalsozialismus historische Ahnungslosigkeit vor. Diese zeugten von ungeahnter Ungebildetheit und Primitivität.

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    "Es handelt sich um unerträgliche Relativierung der NS-Verbrechen und der singulären und präzedenzlosen Unmenschlichkeit der Nazis", sagte die Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde München und Oberbayern heute. "Ich habe persönlich erlebt, in welchen Horror und Terror die Nationalsozialisten unser Land gestürzt haben."

    "Absurde Entgleisungen"

    Die 84-Jährige kritisierte auch die Verbalattacken gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Merkel sei eine zutiefst integre freiheitliche Demokratin.

    "Erdogans absurde Entgleisungen sind nicht nur persönlich ehrverletzend. Sie sind eine Beleidigung für unser Land und seine Repräsentanten."

    Zum Glück blieben Deutschland bis auf weiteres "diese bizarren und befremdlichen türkischen Wahlkampfauftritte erspart, auf denen für das endgültige Aus der ohnehin kaum noch real existierenden Demokratie in der Türkei geworben wird."

    Charlotte Knobloch wurde 1932 in München geboren und wurde zum Schutz vor den Nationalsozialisten zu einer Bauernfamilie nach Mittelfranken gebracht, wo sie als deren Kind ausgegeben wurde.