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Undichtes Abwasserbecken: Florida droht Umweltkatastrophe | BR24

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Bildrechte: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Douglas R. Clifford

In Florida versuchen Einsatzkäfte eine Umweltkatastrophe zu verhindern. In einem Abwasserbecken eines früheren Phosphat- und Düngemittelwerks gibt es ein Leck. Es droht eine Flutwelle mit verseuchtem Wasser. 300 Häuser mussten evakuiert werden.

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Undichtes Abwasserbecken: Florida droht Umweltkatastrophe

Wegen eines undichten Abwasserbeckens, das zu einer stillgelegten Phosphatmine gehört, droht dem US-Bundesstaat Florida eine Umweltkatastrophe. Durch das Leck könnte über eine Milliarde Liter verseuchten Wassers in die Umwelt gelangen.

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  • BR24 Redaktion

Wegen eines undichten Abwasserbeckens droht dem US-Bundesstaat Florida eine Umweltkatastrophe. Über das Osterwochenende ordneten die Behörden die Evakuierung von mehr als 300 Häusern nahe des Beckens im Verwaltungsbezirk Manatee an. Der Riss in dem etwa 33 Hektar großen und acht Meter tiefen Becken war bereits vergangene Woche festgestellt worden.

Die Nationalgarde und andere Rettungskräfte pumpten in Piney Point täglich 125 Millionen Liter des verseuchten Abwassers aus dem Becken ab, das zu einer stillgelegten Phosphatmine gehört, wie Floridas Gouverneur Ron DeSantis mitteilte.

Gouverneur verhängt Notstand

In der Plastikverkleidung des Abwasserbeckens war ein Leck entstanden, das sich weiter vergrößerte. Versuche, den Bruch abzudichten, waren bislang erfolglos, wie es weiter hieß. Die Einsatzkräfte versuchten, "eine echte katastrophale Hochwasserlage abzuwenden und wenn nötig darauf zu reagieren", sagte DeSantis bei einer Pressekonferenz. Er hatte sich zuvor bei einem Hubschrauberflug ein Bild von der Lage gemacht. Schon vor dem Flug hatte DeSantis den Notstand für das Gebiet verhängt, um Krisenmittel freizugeben.

Gefährliche Algenblüte im Meer befürchtet

Durch das Leck drohen Millionen von Litern verseuchten Wassers in nahe gelegene Häuser und die Tampa Bay am Golf von Mexiko zu gelangen. Das Abwasser ist vor allem mit Phosphor und Stickstoff belastet. Umweltschützer warnten, das Eindringen des nährstoffreichen Wassers ins Meer könnte eine gefährliche Algenblüte zur Folge haben, die Fische und andere Meereslebewesen ersticken lasse. Auch Auswirkungen für den Tourismus werden befürchtet.

Giftige Stoffe wie Arsen, Blei und Quecksilber

Bei einer Überschwemmung könnte das Abwasser zudem in Speicher laufen, in denen Phosphorgips, ein Abfallprodukt der Düngemittelproduktion, gelagert wird. Phosphorgips gilt wegen seines Gehalts an Radon-Isotopen als radioaktiv. Außerdem enthält es giftige Metalle wie Arsen, Blei und Quecksilber.

Bei einem kompletten Bruch des Beckens könnten innerhalb weniger Minuten "mehr als 340 Millionen Gallonen" (rund 1,29 Milliarden Liter) Abwasser in die Umwelt gelangen, warnte der Verwaltungschef von Manatee County, Scott Hopes. In diesem Fall würde nach seinen Angaben eine rollende "Wasserwand" von sechs Metern Höhe entstehen. Laut Hopes wurden als Vorsichtsmaßnahme Insassen und Mitarbeiter einer nahen Haftanstalt ins Obergeschoss verlegt.

"Situation nicht hinnehmbar"

DeSantis erklärte, HRK Holdings, die Betreibergesellschaft der stillgelegte Mine, müsse zur Verantwortung gezogen werden. Die entstandene Situation sei "nicht hinnehmbar, und es ist nichts, dessen Fortdauer wir zulassen", versicherte der Gouverneur. HRK äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu der Angelegenheit.

Floridas Verwaltungschefin für die Landwirtschaft, Nicole Fried, schrieb an DeSantis, die Mine rund 65 Kilometer entfernt von der Großstadt Tampa habe bereits seit mehr als 50 Jahren diverse Umwelt- und Gesundheitsschäden verursacht. Auch habe es wiederholt Probleme mit der Plastikverkleidung des Abwasserbeckens gegeben.

Der örtliche Verwaltungschef Hopes sagte, die Behörden von Manatee County wollten nach Bewältigung der derzeitigen Notsituation eine "dauerhafte Lösung" für die Abwasserbecken der stillgelegten Mine finden. Dazu sollten alle Becken leer gepumpt und anschließend wahrscheinlich versiegelt werden.

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