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UN warnen vor Temperatur-Anstieg um mehr als drei Grad | BR24

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Der Anstieg der durchschnittlichen weltweiten Temperatur könnte weit schlimmer ausfallen als bisher vermutet. Dieses Szenario werde eintreffen, wenn die Staaten ihre Klimaschutz-Anstrengungen nicht drastisch verstärken, warnen die Vereinten Nationen.

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UN warnen vor Temperatur-Anstieg um mehr als drei Grad

Der Anstieg der durchschnittlichen weltweiten Temperatur könnte weit schlimmer ausfallen als bisher vermutet. Dieses Szenario werde eintreffen, wenn die Staaten ihre Klimaschutz-Anstrengungen nicht drastisch verstärken, warnen die Vereinten Nationen.

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Die Exekutiv-Direktorin des UN-Umweltprogramms UNEP, Inger Andersen, warnt knapp eine Woche vor Beginn der Weltklimakonferenz in Madrid, dass ein Temperaturanstieg um 3,2 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts selbst dann drohe, wenn die Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen eingehalten würden. Ein derartiger hoher Anstieg der Temperaturen werde aber katastrophale Folgen für die menschliche Umwelt haben.

Pariser Klimaschutzziele in weiter Ferne

Die Staaten der Welt müssten ihre Anstrengungen vervielfachen, um den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 1,5 Grad zu begrenzen, so Andersen. Der globale Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase müsse zwischen 2020 und 2030 jedes Jahr um 7,6 Prozent sinken. Nur wenn eine derartige Reduktion erreicht werde, könne die Erwärmung noch auf das in den Pariser Klimazielen vorgesehenen Maß begrenzt werden. Um die Erderwärmung wenigstens auf zwei Grad zu begrenzen, sei in diesem Zeitraum eine Emissionsreduktion von 2,7 Prozent jährlich nötig.

"Je länger wir warten, desto schwieriger wird es"

Dies sei jetzt noch machbar, denn die Technologien zur Reduktion der Treibhausgase seien vorhanden, so die UNEP-Chefin: "Das wird sehr, sehr herausfordernd", erklärte Andersen, "je länger wir warten, desto schwieriger wird es." Der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen sei nämlich trotz aller Warnungen so hoch wie nie zuvor. 2018 sei die entsprechende Messgröße im Vergleich zu 2017 um rund drei Prozent auf 55,3 Gigatonnen gestiegen, so der "Emissions Gap Report" der UN.

Andersen betonte eine besondere Verantwortung der großen Wirtschaftsmächte der G20. Diese seien für 78 Prozent der globalen Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich.

Fast 200 Staaten beraten in Madrid

Bei der Weltklimakonferenz vom 2. bis 13. Dezember wollen Vertreter von mehr als 190 Staaten über weitere Schritte zur Umsetzung des Klimaabkommens von Paris beraten. Der Vertrag von 2015 setzt das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst auf 1,5 Grad, im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Beim letzten Gipfel im polnischen Kattowitz beschlossen die Staaten ein Regelbuch, das die Vorgaben des Pariser Abkommens konkretisiert.

In Deutschland ist es schon 1,5 Grad wärmer

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) teilte in Berlin mit, dass die Lufttemperatur im Flächen- und Jahresmittel in Deutschland seit 1881 bereits um rund 1,5 Grad angestiegen sei, alleine in den vergangenen fünf Jahren um 0,3 Grad.

"Es ist nicht auszudenken, was es bedeuten würde, wenn sich das in dieser Geschwindigkeit wirklich fortsetzen würde", sagte Schulze beider Vorstellung eines Regierungsberichts. Die Antwort müsse heißen: "Viel mehr Klimaschutz, und zwar weltweit." Sie wolle dafür kämpfen, dass die EU vorangehe und ihre Klimaschutz-Ziele verschärfe, sagte Schulze.