Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

UN-Klimakonferenz: Kattowitz geht in die Verlängerung | BR24

Video nicht mehr verfügbar

Dieses Video konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

© BR

Augenringe und Marathon-Verhandlungen gehören in der Klimadiplomatie dazu. Der UN-Gipfel in Kattowitz ist da keine Ausnahme. Am Stand der Verhandlungen gibt es viel Kritik - auch von Deutschland.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

UN-Klimakonferenz: Kattowitz geht in die Verlängerung

Ursprünglich sollte der UN-Klimagipfel in Polen heute enden. Die Vertreter aus fast 200 Staaten müssen jedoch länger bleiben: Die Staaten feilschen noch um die gemeinsame Abschlusserklärung.

Per Mail sharen

Die UN-Klimagipfel im polnischen Kattowitz wird angesichts des Verhandlungsbedarfs über den Entwurf einer Abschlusserklärung verlängert. Eigentlich sollte die Konferenz heute enden. Laut Diplomaten ist aber der polnische Entwurf für die gemeinsame Erklärung umstritten. Mehrere Fragen seien noch nicht geklärt.

Am Vormittag führe der polnische Gipfelpräsident Michal Kurtyka zunächst bilaterale Gespräche über den 144-seitigen Entwurf für die Abschlusserklärung, am Nachmittag gibt es weitere Gespräche in großer Runde. Diplomaten erklärten, sie würden sich auf eine weitere Nachtsitzung einstellen.

"Es sieht gut aus"

Bundesumweltministerin Svenja Schulze äußerte sich optimistisch, dass der UN-Klimagipfel in Polen erfolgreich beendet werden kann. "Es sieht gut aus", sagte die SPD-Politikerin. Sie glaube, dass man das am Ende hinbekommen könne. "Wir bewegen uns jetzt auf die Zielgerade zu." Allerdings sei noch Unzufriedenheit da, deshalb müsse weiter verhandelt werden. Von Unterhändlern hieß es, ein Scheitern der Konferenz sei nicht zu erwarten.

Zu den Streitpunkten in Kattowitz gehören nach Angaben aus Verhandlungskreisen die Transparenzregeln, die festlegen sollen, wie die nationalen Klimaziele künftig eingereicht und überprüft werden. Auch der Umgang mit den Schäden und Verlusten durch den Klimawandel vor allem in den ärmsten Ländern ist noch umstritten. Es geht auch darum, welche Botschaft über das künftige Engagement im Kampf gegen den Klimawandel gesendet wird.

Verbände lehnen Entwurf ab

Umweltverbände kritisierten den polnischen Entwurf für die Abschlusserklärung. "Der bisherige Text sorgt nicht dafür, dass sofort und verstärkt Kohlekraftwerke abgeschaltet werden oder weniger Verbrennungsmotoren auf die Straße kommen", sagte Martin Kaiser von Greenpeace. Sabine Minninger von "Brot für die Welt" kritisierte den Umgang mit Entwicklungsländern. "Die Anliegen der ärmsten Staaten würden von den Industriestaaten und den ölexportierenden Ländern vollkommen überrollt."

Das Treffen in Kattowitz läuft seit knapp zwei Wochen. Es geht um die praktische Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015 - und um ein Regelwerk, diese Umsetzung transparent und nachvollziehbar zu gestalten. Ziel ist es, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad. Dafür müssten die Staaten deutlich weniger Treibhausgase ausstoßen.

Schulstreik fürs Klima

In Deutschland demonstrierten heute in mehreren Städten Schüler für mehr Klimaschutz. Unter anderem in Berlin, Göttingen, Kiel und Köln riefen Schüler im Netz dazu auf zu protestieren, anstatt zur Schule zu gehen. "Es ergibt für uns keinen Sinn, für die Zukunft zu lernen, wenn wir vielleicht keine haben", sagte einer der Initiatoren, der Kieler Schüler Jakob Blasel, der dpa.