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UN-Klimagipfel: Ende der Apathie? | BR24

© ARD New York / Peter Mücke

Beim UN-Klimagipfel in New York stellen Regierungsvertreter aus aller Welt ab heute ihre Pläne für den Kampf gegen die Erderwärmung vor. Bisher kam bei den Treffen wenig Konkretes heraus - obwohl die Zeit drängt.

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UN-Klimagipfel: Ende der Apathie?

Auf das Thema Klimawandel habe man bei den Vereinten Nationen bisher mit Apathie reagiert, sagt UN-Generalsekretär Guterres im Vorfeld des Klimagipfels in New York. Die weltweiten Jugendbewegungen brächten aber einen "phantastischen Impuls".

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Millionen Menschen weltweit auf der Straße, große Aufmerksamkeit für Greta Thunberg in New York, und ein Jugendgipfel an den Vereinten Nationen, der dem Thema zusätzlich Schwung verleiht. Viel besser könnte es für UN-Generalsekretär Antonio Guterres vor Beginn der Klimakonferenz heute in New York nicht laufen. Dabei sei er zu Beginn seiner Amtszeit ziemlich skeptisch gewesen:

"Als ich vor gut zwei Jahren angefangen habe, war ich doch ziemlich entmutigt, was den Kampf gegen den Klimawandel angeht." Antonio Guterres, UN-Generalsekretär

Weltweite Bewegung bringt Staatschefs zum Zuhören

Dass das jetzt nicht mehr so ist, liegt vor allem an einer Bewegung, die die damals 15-jährige Greta Thunberg vor gut einem Jahr von Stockholm aus angestoßen hat. Medienwirksam segelte die mittlerweile 16-Jährige im August nach New York und will heute Dutzende Staats- und Regierungschefs zum Zuhören bewegen.

"Ein Hauptproblem der mächtigen Männer und Frauen ist, dass sie zu viel reden und zu wenig zuhören." Antonio Guterres, UN-Generalsekretär

Das soll heute anders sein: Auf die Bühne darf nur, wer einen konkreten Plan im Kampf gegen den Klimawandel vortragen kann, in maximal drei Minuten. Eine Herausforderung, sicher auch für Bundeskanzlerin Merkel, auf die Guterres allerdings große Stücke hält, sagt der deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen: "Weil die Bundeskanzlerin auch mit der Ankündigung, dass Deutschland bis 2050 Haben-neutral sein wird, und bis 2030 55 Prozent Reduktion haben will, und dass sie das auch in die EU eingebracht hat - deshalb wird sie von Guterres als ein Vorreiter in Europa und insgesamt zu diesem Thema gesehen und geschätzt."

Guterres: UN bisher apathisch beim Thema Klimawandel

Doch wirklich Schwung habe die junge Generation gebracht, sagt Guterres, der von einer regelrechten Apathie spricht, die ausbreche, wann immer das Thema Klimawandel auf der Tagesordnung der internationalen Gemeinschaft steht.

"Es war sehr schwierig, das Thema anzusprechen und den Regierenden klarzumachen, dass sie etwas tun müssen. Aber auf einmal habe ich einen Schwung gespürt, der immer größer wurde – und das hat vor allem mit dieser Jugendbewegung zu tun, die weltweit für einen phantastischen Impuls gesorgt hat." Antonio Guterres, UN-Generalsekretär

Klimawandel auch ein Gerechtigkeitsthema

Ein Impuls, der vom Jugendgipfel am Wochenende auch auf die heutige Klimakonferenz, und am besten auch auf die UN-Generalversammlung überspringen soll, die ab Dienstag so viele Staats- und Regierungschefs wie noch nie nach New York führen wird. Denn für Guterres sind der Klimawandel und die Folgen nicht nur ein Umwelt- sondern auch ein Gerechtigkeitsthema:

"Es ist eine Frage der Fairness, wie globale Machtverhältnisse und Wirtschaft organisiert werden. Das hat auch mit dem Klimawandel zu tun. Wir brauchen ein neues Modell von Entwicklungspolitik, in dem auch der Klimawandel eine Rolle spielt. Ein Modell mit mehr Gerechtigkeit und einem faireren Umgang mit dem Planeten." Antonio Guterres, UN-Generalsekretär

Fromme Wünsche von einem UN-Generalsekretär, der zwar Hoffnung hat, aber auch die Realitäten kennt. So schicken die USA als einer der größten Klimasünder lediglich einen Beobachter zur Klimakonferenz. Präsident Trump nimmt lieber an einer Gegenveranstaltung zum Thema Religionsfreiheit teil.