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Umweltschutz im Trend: 25 Jahre Freiwilliges Ökologisches Jahr | BR24

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Die Natur liegt immer mehr jungen Bayern am Herzen. Engagieren kann man sich seit 25 Jahren innerhalb eines FÖJ. Aber die Plätze sind rar und das Geld knapp. Zum runden Geburtstag hat der Freistaat jetzt mehr Fördermittel in Aussicht gestellt.

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Umweltschutz im Trend: 25 Jahre Freiwilliges Ökologisches Jahr

Die Natur liegt vielen jungen Bayern am Herzen. Engagieren kann man sich seit 25 Jahren innerhalb eines Freiwilligen Ökologischen Jahrs. Doch Plätze und Geld sind knapp. Zum runden Geburtstag hat der Freistaat mehr Fördermittel in Aussicht gestellt.

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Ein Jahr draußen in der Natur arbeiten und dabei die Umwelt schützen - seit 25 Jahren gibt es in Bayern das "Freiwillige Ökologische Jahr" für junge Menschen, und die Nachfrage war noch nie so groß wie heute. Trotzdem können nur rund 220 Stellen pro Jahr vergeben werden, für mehr reichen die Fördermittel nicht aus. Zum Jubiläum will das Umweltministerium jetzt, mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Mittelfristig soll so die Zahl der FÖJ-Plätze steigen.

Ziegen füttern, Zucchinis ernten, Regale auffüllen, an der Kasse aushelfen - Charlotta Leiter kommt an diesem Vormittag ganz schön ins Schwitzen. Die 19-Jährige leistet derzeit ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr auf einem Biolandhof in der Nähe von Aichach. Es ist ein Fulltime-Job, für den sie im Monat 180 Euro Taschengeld bekommt, dazu freie Kost und Logis auf dem Hof. Nach einer kurzen Probezeit habe sie sich für den Biolandhof entschieden, sagt Charlotta - auch, weil ganz wenig Büro- und Schreibtischarbeit versprochen wurde.

Leben auf dem Bio-Bauernhof

Das Leben auf dem Bauernhof war für die 19-Jährige eine völlig neue Erfahrung. Durch die praktische Arbeit habe sie sehr viel über sich selbst gelernt: "Mich selbst einschätzen, meine Stärken rausfinden, das gibt mir schon sehr viel. Und ich glaube, das kann mir auf meinem weiteren Weg helfen."

WG im Kloster-Gebäude

Aaron Paule hat sich für sein FÖJ das "Zentrum für Umwelt und Kultur" in Benediktbeuren ausgesucht. Er lebt mit mehreren FÖJ-lern in einer Wohngemeinschaft im Kloster-Gebäude. Gerade sanieren sie draußen im Moor einen Holzsteg, Pfahl für Pfahl wird das morsche Holz ausgetauscht. Schwere körperliche Arbeit bei sommerlichen Temperaturen und überall Mücken und Bremsen. Trotzdem würde Aaron Paule das FÖJ auf jeden Fall weiterempfehlen, vor allem für all jene, die nach der Schule nicht gleich wissen, was sie studieren sollen. Im FÖJ, sagt er, mache man auf jeden Fall was Sinnvolles; man schützte die Umwelt und erlebe jede Menge.

Umweltschutz selbst gestalten

Mitmachen kann beim FÖJ jeder im Alter von 16 bis 26 Jahren. "Handeln statt zusehen, Naturschutz erleben und vorantreiben", so wird das FÖJ beworben. Mit Erfolg, denn noch nie war das Interesse so groß, und zwar von beiden Seiten: von den Jugendlichen und den Einsatzstellen. Derzeit leisten rund 220 junge Menschen in Bayern ein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Die Nachfrage sei aber deutlich größer, sagt Jens Hausdörfer vom Bund der Katholischen Jugend in Bayern, einem von drei Trägern des FÖJ in Bayern. 20 bis 30 Prozent mehr Plätze könnten belegt werden, aber es scheitert am Geld. Denn die Träger, neben der katholischen auch die Evangelische Jugend in Bayern und die Jugendorganisation Bund Naturschutz, müssen einen Teil der Kosten selbst übernehmen.

Umweltministerium stellt mehr Geld in Aussicht

Das bayerische Umweltministerium hat jetzt eine Aufstockung der Fördermittel angekündigt, von 100.000 auf dann etwa 850.000 Euro. Damit soll die Zahl der Plätze auch im kommenden Jahr zumindest konstant bleiben. Langfristig, sagt Umweltminister Thorsten Glauber, sollen noch mehr FÖJ-Plätze angeboten werden. Dafür müsse aber auch der Bund seine Fördermittel anteilig erhöhen.

Die neuen FÖJ-ler beginnen ihren Dienst am 1. September. Für Charlotta Leiter sind die 12 Monate auf dem Biohof in Aichach dann vorbei. Leider, wie sie sagt. Die Erfahrung hat ihre Zukunftspläne geändert. Eigentlich wollte sie Jura studieren. Nach den Erfahrungen im FÖJ sieht sie ihre Zukunft jetzt eher als Entwicklungshelferin im Ausland.

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Innerhalb des Freiwilligen ökologischen Jahrs ist es möglich in der Natur arbeiten und sich aktiv für den Umweltschutz einzusetzen. Und das seit 25 Jahren. Die Nachfrage ist groß, freie FÖJ-Plätze sind hart umkämpft.