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Fleischwaren

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    Umweltbundesamt dafür – Agrarminister dagegen

    Das Umweltbundesamt prangert umweltschädliche Subventionen an und schlägt vor, künftig den vollen Mehrwertsteuersatz auf Fleisch und Milch zu erheben. Die Reaktion von Agrarminister Christian Schmidt (CSU) ließ nicht lange auf sich warten.

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    Schmidt hält vom Vorschlag des Umweltbundesamtes ähnlich viel wie Angela Merkel von einer Flüchtlings-Obergrenze: nichts. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sprach der Landwirtschaftsminister von einer künstlichen Preissteigerung durch Steuererhöhungen. Das helfe weder dem Tierwohl, noch der Umwelt, noch dem Verbraucher.

    „Ich will den Bürgern nicht durch Strafsteuern vorschreiben, was auf den Tisch kommt.“ Christian Schmidt (CSU), Bundeslandwirtschaftsminister

    Klimaschädliche Begünstigung

    Für Fleisch und Milch gilt derzeit der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Das Umweltbundesamt (UBA) listet diese Begünstigung in ihrem aktuellen Bericht über umwelt- und klimaschädliche Subventionen auf. Dem UBA zufolge belaufen sich die Mindereinnahmen für den Staat durch die Steuervergünstigung für tierische Produkte auf 5,2 Milliarden Euro. Die Behörde hält diese Subventionierung nicht für gerechtfertigt, weil die Herstellung landwirtschaftlicher Produkte bekanntlich das Klima schädigt: Es entstehen Lachgas und Methan, die um ein Vielfaches klimaschädlicher sind als CO2.

    Vegetarisches würde billiger

    UBA-Präsidentin Maria Krautzberger schlägt deshalb vor, tierische Lebensmittel künftig mit dem vollen Mehrwertsteuersatz zu belegen und im Gegenzug den reduzierten Satz zu senken. Obst und Gemüse oder etwa öffentliche Verkehrsmittel würden dann günstiger. Insgesamt geht das UBA in seinem aktuellen Bericht davon aus, dass Deutschland im Jahr 2012 umwelt- und klimaschädliche Subventionen von 57 Milliarden Euro gewährt hat.