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Trauerbekundung für Neonazi: Chemnitzer FC stellt Strafanzeige | BR24

© pa/dpa/Robert Michael

Spieler des Chemnitzer FC

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    Trauerbekundung für Neonazi: Chemnitzer FC stellt Strafanzeige

    Der Chemnitzer FC hat nach der umstrittenen Trauerbekundung für einen toten ehemaligen rechtsextremen Fan Strafanzeige gestellt, so der Fußball-Regionalligist. Die Anzeige richte sich "gegen Unbekannt wegen aller in Betracht kommenden Delikte".

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    Fußball-Regionalligist Chemnitzer FC hat nach den umstrittenen Trauerbekundungen vom Wochenende Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Wie der Klub mitteilte, sei die Anzeige am Montagmorgen bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz eingegangen. Der Verein sicherte den Ermittlungsbehörden vollständige Unterstützung zu.

    Pyro-Show für verstorbenen rechtsextremen Fan

    Der Chemnitzer FC hatte seinen Fans am Samstag vor dem Regionalligaspiel gegen die VSG Altglienicke die Möglichkeit gegeben, im Stadion um einen toten rechtsextremen Fan zu trauern und damit für landesweites Entsetzen gesorgt. Dabei wurde auf Video-Leinwand das Porträt des verstorbenen Thomas Haller eingeblendet, zudem wurde eine Art Schweigeminute abgehalten, ein schwarzes Kreuz und ein Transparent waren ausgerollt worden, wie TV-Bilder zeigen. Zudem hatten schwarz gekleideten Fans in der Südkurve eine Pyro-Show in Rot und Weiß gezündet.

    Straftatbestand schwerwiegende Nötigung?

    "Nach Aussagen der zuständigen Mitarbeiter 'drohten massive Ausschreitungen'", betonte nun Klaus Siemon, der Insolvenzverwalter des Chemnitzer FC. "Dieser Umstand begründet zumindest den Anfangsverdacht für eine schwerwiegende Nötigung, der von den zuständigen Ermittlungsbehörden aufzuklären ist. In der Sache ist damit ein schwerer Landfriedensbruch gemäß Paragraph 125 StGB angedroht worden, was für die Verantwortlichen des CFC nicht hinnehmbar ist", erklärte Simon.

    Nordostdeutscher Fußballverband leitet Maßnahmen ein

    Nach den Vorkommnissen beim Chemnitzer FC leitet der Nordostdeutsche Fußballverband Maßnahmen ein. Das bestätigte der NOFV am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der Verband trete für einen sauberen, fairen und frei von jeglichen Meinungsäußerungen stattfindenden Spielbetrieb ein, betonte Geschäftsführer Holger Fuchs.

    Chemnitzer FC hatte Trauerbekundung anfangs noch gerechtfertigt

    Am Tag nach den Vorkommnissen hatte der Kaufmännische Geschäftsführer Thomas Uhlig mit sofortiger Wirkung alle Ämter niedergelegt. Er habe in seiner Funktion die Verantwortung für die Spieltage des CFC und dessen Begleiterscheinungen, hatte er in einer Mitteilung gesagt.

    Am selben Tag hatte der Verein die Trauerbekundungen in einer offiziellen Pressemitteilung noch gerechtfertigt. "Die Ermöglichung der gemeinsamen Trauer stellt keine Würdigung des Lebensinhalts des Verstorbenen dar", hieß es dort: "Es ist ein Gebot der Mitmenschlichkeit, den Fans des CFC und Hinterbliebenen, die darum baten, die gemeinsame Trauer zu ermöglichen."