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Umstrittene Raketenabwehr: Russland liefert S-400 an Türkei | BR24

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Die erste Lieferung des umstrittenen russischen Raketenabwehrsystems S-400 ist in der Türkei angekommen. Die USA sind strikt gegen den Kauf durch ihren NATO-Partner und drohen mit Sanktionen.

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Umstrittene Raketenabwehr: Russland liefert S-400 an Türkei

Die erste Lieferung des umstrittenen russischen Raketenabwehrsystems S-400 ist in der Türkei angekommen. Die USA sind strikt gegen den Kauf durch ihren NATO-Partner und drohen mit Sanktionen.

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Trotz des Widerstands der USA hat die umstrittene Lieferung russischer S-400-Raketen an die Türkei begonnen. In einer Stellungnahme der Abteilung für Verteidigungsindustrie im Präsidialpalast hieß es, dass das erste Flugzeug in der Hauptstadt Ankara gelandet sei. In den kommenden Tagen werde es weitere Lieferungen geben.

Der Kauf des russischen Luftabwehrsystems durch die Türkei sorgt seit Monaten für Streit mit den USA. Washington hat Ankara wiederholt mit Konsequenzen gedroht - auch die NATO-Partner der Türkei lehnen die Lieferung der russischen Waffen ab.

USA wollen keine F-35-Jets mehr in die Türkei liefern

Die US-Regierung fürchtet, dass durch die Installation des russischen Systems in der Türkei die Sicherheit der eigenen Flugzeuge gefährdet werden könnte. Sie droht daher, der Türkei keine F-35-Kampfflugzeuge zu liefern, seit April sind die Auslieferungen bereits ausgesetzt. Die Türkei ist an der Produktion des neuen Kampfjets beteiligt und hat 116 Stück bestellt.

Das US-Caatsa-Gesetz stellt Geschäfte mit russischen Rüstungsfirmen unter Strafe. Nach Einschätzung von Diplomaten in Ankara beginnen die US-Sanktionen, sobald Teile des Raketensystems die türkische Grenze überqueren.

Wendet sich die Türkei vom Westen ab?

Die türkische Regierung intensiviert seit Tagen ihre Versuche, die Sorgen zu zerstreuen. Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte wiederholt, das System werde nur im Notfall eingesetzt. In der Zeitung "Cumhuriyet" hieß es zuvor, die S-400 werde mit einem unabhängigen Radar arbeiten und nicht mit anderen Systemen vernetzt. Dabei geht es auch um die vernetzte Luftabwehr der NATO.

Ankara sorgt sich, dass eine Verhängung von US-Sanktionen die ohnehin angeschlagene türkische Wirtschaft hart treffen würde. In den USA und Europa wird der Kauf der russischen Raketen als weiterer Schritt hin zur Abwendung der Türkei von ihren westlichen Partnern gesehen.