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Katar, Doha: Khalifa International Stadion

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    Umfrage: Mehrheit für Boykott der Fußball-WM in Katar

    Die Kritik am WM-Ausrichter Katar wird immer lauter. Fanvereinigungen fordern einen Boykott des Turniers. Eine Umfrage zeigt nun: Auch der Großteil der Menschen aus Deutschland ist gegen eine Austragung in dem arabischen Land.

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    • BR24 Redaktion

    Fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland lehnen eine Teilnahme der deutschen Fußball-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 2022 in Katar wegen der Zustände in dem Land ab. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes infratest dimap im Auftrag des WDR sind 65 Prozent der Befragten der Meinung, dass Deutschland an dem Turnier nicht teilnehmen sollte. Lediglich 26 Prozent sprachen sich gegen einen Boykott aus. Neun Prozent sind unentschieden oder machten keine Angaben.

    Ausbeutung von Gastarbeitenden

    Die WM, die vom 21. November bis 18. Dezember 2022 steigen soll, war 2010 an Katar vergeben worden. Das Emirat steht international immer wieder wegen der Ausbeutung von Gastarbeitenden in der Kritik. Nach Recherchen des "Guardian" sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6.500 Arbeitende aus fünf asiatischen Ländern in Katar gestorben. Die dortige Regierung erklärte, dass sie in den vergangenen Jahren mit Reformen die Lage der Arbeitenden deutlich verbessert habe.

    Infantino verteidigt Katar

    Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino ist weiterhin vom Erfolg der umstrittenen WM 2022 in Katar überzeugt. Die Endrunde werde nicht nur die beste überhaupt, sondern auch dauerhaft für positive Veränderungen in dem Emirat und der gesamten Region sorgen, sagte Infantino gestern während des FIFA-Kongresses, der online abgehalten wurde.

    Protestaktionen mehrerer Nationen für Menschenrechte

    Mehrere Nationen hatten sich im März zum Start der WM-Qualifikation in Europa für Menschenrechte eingesetzt und mit Protestaktionen auf die Lage hingewiesen. Katars Regierungsmitglied Thamer Al Thani hatte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dagegen zuletzt auf "bedeutende Fortschritte" in Katar verwiesen.

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    Bildrechte: dpa-Bildfunk/Tobias Schwarz

    Spieler der deutschen Nationalmannschaft stehen zusammen und bilden den Schriftzug "Human Rights".

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