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EU-Flaggen wehen vor dem Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel
© MEV/Waltraud Bäuerle
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EU-Flaggen wehen vor dem Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel

Die Mehrheit der Deutschen sieht den Frieden als wichtigste Errungenschaft der EU an. Bei einer am Montag in Berlin vorgestellten Eurobarometer-Umfrage gaben dies 53 Prozent der Deutschen und 42 Prozent der Europäer. Weitere wichtige Errungenschaften waren aus Sicht der Befragten die Reisefreiheit und der freie Verkehr von Gütern und Dienstleistungen. Gut 100 Tage vor der Europawahl hatten demnach rund 47 Prozent der Deutschen ein positives Bild der EU und 15 Prozent ein negatives - die übrigen ein neutrales. Die Zukunft der EU sahen knapp zwei Drittel der Deutschen und 58 Prozent der Europäer optimistisch.

71 Prozent der Deutschen fühlen sich als Bürger der EU

Für die Umfrage wurden zwischen dem 8. und 22. November in den 28 EU-Mitgliedstaaten 27.424 Bürger befragt, davon in Deutschland über 1.500. Demnach ist die EU für 86 Prozent der Deutschen ein selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltags, und 71 Prozent fühlen sich als Bürger der EU. Allerdings hielten rund die Hälfte aller Befragten die EU für nicht effizient und 48 Prozent der Deutschen sowie 52 Prozent der Europäer die Europäische Union als "fern vom Menschen". Mehr als zwei Drittel der Deutschen und fast ebenso viele andere EU-Bürger wollten mehr über ihre Rechte erfahren.

EU soll mit einer Stimme sprechen

Mehr als drei Viertel der Deutschen waren laut Umfrage der Überzeugung, dass die EU in einer globalisierten Welt mit einer Stimme sprechen müsse. Als wichtigste Projekte der EU unterstützten 92 Prozent der Deutschen die Freizügigkeit, und jeweils über drei Viertel eine gemeinsame Politik in den Bereichen Energie, Handel, Verteidigung und Sicherheit, Wirtschaft und Währung, sowie in der Einwanderungs- und Außenpolitik.

Keine Erweiterung der EU erwünscht

Breite Skepsis herrschte aber gegenüber einer zusätzlichen Erweiterung. Über 60 Prozent sprachen sich laut Umfrage dagegen aus. Als größte Herausforderung nannten 45 Prozent der Deutschen und 40 Prozent der übrigen Europäer die Einwanderung in die EU. An zweiter Stelle rangierte für die Deutschen die Lage der öffentlichen Finanzen der Mitgliedsstaaten. Während mehr als zwei Drittel der Deutschen die Einwanderung aus anderen EU-Staaten positiv sehen, lehnen 53 Prozent der Deutschen und der übrigen Europäer eine Einwanderung aus Nicht-EU-Ländern ab.