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Umfrage: Das halten die Deutschen von der Polizei | BR24

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Bundesinnenminister Seehofer hat eine Studie zum "racial profiling" abgelehnt. Nach Zahlen, die infratest dimap für den BR erhoben hat, meinen 62 Prozent der Deutschen, Rassismus sei bei der Polizei eher ein kleines bis sehr kleines Problem.

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Umfrage: Das halten die Deutschen von der Polizei

Die Rolle der Polizei wird derzeit intensiv diskutiert. Eine Infratest-dimap-Umfrage im Auftrag von report München zeigt nun, dass die Deutschen großes Vertrauen in die Polizei haben, sich allerdings auch mehr Rückhalt für die Beamten wünschen.

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Das Vertrauen der Deutschen in die Polizei ist weiterhin groß. Das zeigt eine exklusive Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-Politmagazins report München. 62 Prozent haben demnach großes Vertrauen, 20 Prozent sogar sehr großes. Nur 15 Prozent haben wenig Vertrauen, zwei Prozent gar kein Vertrauen.

Dabei haben die Anhänger von CDU und CSU das größte Vertrauen mit 94 Prozent, vor den Anhängern der Grünen und der FDP mit 86 Prozent; bei den SPD-Anhängern geben 78 Prozent an, großes Vertrauen zu haben. Auf die geringsten Werte kommen hier Parteianhänger der AfD (73 Prozent) sowie der Linken (71 Prozent).

Mehr Rückhalt gewünscht

In den vergangenen Monaten kam die Polizei immer wieder in die Kritik. In der Umfrage von infratest dimap fordert nun eine Mehrheit der Bundesbürger mehr Rückhalt für die Polizei von Politik und Gesellschaft. So sagen 52 Prozent der Befragten, der Rückhalt der Polizei in Politik und Gesellschaft sei zu klein. 38 Prozent finden ihn angemessen, fünf Prozent zu groß.

Aufgeschlüsselt nach Parteianhängerschaft, sagen 66 Prozent der AfD-Anhänger, 58 Prozent der FDP-Anhänger und 52 Prozent der Unionsanhänger, der Rückhalt sei zu klein. Mehrheitlich angemessen finden die Anhänger der anderen Parteien den Rückhalt (53 Prozent Linke-, 52 Prozent Grüne- und 48 Prozent SPD-Anhänger).

Berechtigte Rassismusvorwürfe?

Mit ihrem Vorwurf, in der deutschen Polizei gebe es einen "latenten Rassismus", hatte die SPD-Vorsitzende Saskia Esken eine heftige Debatte ausgelöst - in Deutschland wird seither über Rassismus und Ausländerfeindlichkeit in den Reihen der Polizei diskutiert.

31 Prozent der Befragten sehen der Umfrage zufolge hier Probleme. Davon konstatieren fünf Prozent ein sehr großes Problem und 26 Prozent ein großes Problem. Die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger (62 Prozent) erkennt aber kaum Probleme mit Rassismus und Ausländerfeindlichkeit; 49 Prozent sehen ein kleines Problem, 13 Prozent kein Problem.

Mögliches Problem der Polizeigewalt

Außerdem wurde in der Umfrage das Thema Polizeigewalt abgefragt. Das Ergebnis: Über drei Viertel sehen hier kaum Probleme (davon 54 Prozent ein kleines Problem und 23 Prozent kein Problem). Dagegen erkennen 17 Prozent ein großes und zwei Prozent ein sehr großes Gewaltproblem.

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Die Erhebung eines "racial profiling" ist auch innerhalb der Polizei umstritten, so der ehem. BR-Polizeireporter Oliver Bendixen. Vor allem die Gewerkschaft verspricht sich von der Studie, dass die Vorwürfe gegenüber Polizeibeamten entkräftet werden.

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