Soldat in Charkiv, Ende Juli 2022

Rennender Soldat in der Ukraine

Bildrechte: BR Bild/dpa-Bildfunk/Evgeniy Maloletka
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    Russland und Ukraine werfen sich Beschuss von Atomkraftwerk vor

    Russland und Ukraine werfen sich Beschuss von Atomkraftwerk vor

    Die Ukraine hat russischen Truppen Angriffe nahe einem Reaktor am AKW Saporischschja vorgeworfen. Auf dem Gelände im Südosten des Landes seien drei Angriffe erfolgt, ein Reaktor wurde wohl vom Netz genommen. Russland gibt der Ukraine die Schuld.

    Nach der Beschädigung einer Hochspannungsleitung des russisch besetzten Kernkraftwerks Saporischschja durch Artilleriebeschuss hat der ukrainische Betreiber offenbar einen der Reaktoren vom Netz genommen. Während der Energieversorger Energoatom russische Truppen für den Beschuss am Freitag verantwortlich machte, wiesen Russland und die örtliche (von Russland eingesetzte Stadtverwaltung) dem ukrainische Militär die Verantwortung zu.

    Versorger: Keine radioaktive Strahlung ausgetreten

    In Teilen der Stadt Enerhodar, in der das Kraftwerk liege, seien Strom- und Wasserversorgung ausgefallen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Zudem habe ein Block des Akw teilweise abgeschaltet werden müssen. Ein Brand auf dem Werksgelände habe gelöscht werden können. Von ukrainischer Seite hieß es hingegen, die Russen hätten das Gelände selbst beschossen. Das ukrainische Außenministerium sprach von wiederholten Provokationen Russlands an dem Kraftwerk und erklärte, der Beschuss eines aktiven Reaktors könne dem Einsatz einer Atombombe gleichkommen. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

    Es sei keine Radioaktvität ausgetreten, teilte der Versorger Energoatom mit. Damit seien nun nur noch zwei der sechs Reaktoren in Betrieb. Nach Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums wurde der Austritt von Strahlung nur durch glückliche Umstände vermieden.

    Das Atomkraftwerk war im März von der russischen Armee besetzt worden, wird aber weiterhin von dem ukrainischen Staatskonzern Energoatom und dessen Belegschaft betrieben. Energoatom und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hatten bereits wiederholt eine Beeinträchtigung der Betriebssicherheit durch militärische Handlungen beklagt. So war der Zugang der IAEO zu Fernüberwachungssystemen mehrmals unterbrochen worden. Die Ukraine und die USA beschuldigen Russland, das Kernkraftwerk als Schutzschild zu missbrauchen.

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