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Corona: Welche Regeln für Urlaub in europäischen Ländern gelten | BR24

© dpa-Bildfunk

Auch beim Strandurlaub sollen Coronaregeln greifen.

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    Corona: Welche Regeln für Urlaub in europäischen Ländern gelten

    Mit der Aufhebung einzelner Reisewarnungen zum 15. Juni scheint der Traum vom Sommerurlaub immer näher zurücken. Trotz der Lockerungen: Welche Regeln beim Reisen genau gelten, liegt aber in der Hand der Länder. Die aktuelle Übersicht.

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    Nachdem Bundesaußenminister Heiko Maas die Reisewarnung für einzelne Länder der EU zum 15. Juni aufgehoben hat, beginnt für einige die Planung für den Sommerurlaub. Die Reisewarnung soll nun durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden. In diesen wird dann über die landesspezifischen Risiken informiert.

    Von der Aufhebung der Reisewarnung sind nur einzelne Länder ausgeschlossen. Wie Maas nach einer Kabinettssitzung sagte, seien beispielsweise Norwegen und Spanien wegen dort bestehender Einreisesperren derzeit noch ausgenommen.

    Trotz der Lockerungen ist klar: Urlaub wird in diesem Sommer nicht so sein wie in der Vergangenheit. Denn in den Urlaubsländern gelten bestimmte Corona-Regelungen. Ein Überblick.

    Bitte beachten Sie: Aufgrund der aktuellen Entwicklungen kann sich die Informationslage immer wieder ändern. Der aktuelle Stand entspricht dem aktuellen Zeitstempel.

    Österreich: Grenzen für Urlauber geöffnet

    Eigentlich hatte Österreich geplant, Urlaubern die Einreise wieder zur Aufhebung der Reisewarnung am 15. Juni zu gestatten. Inzwischen hat das Land die Erlaubnis nach vorne gezogen. Ab 4. Juni werden die Grenzen zu allen Nachbarländern wieder - mit Ausnahme von Italien geöffnet. Damit dürfen auch Urlauber wieder nach Österreich einreisen und müssen mit nur wenigen Einschränkungen rechnen. So werden die bisher geltenden Quarantäneregelungen aufgehoben.

    Trotz des Entschlusses Österreichs: Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt weiterhin bis zum 15. Juni. Diese ist aber als Appell zu verstehen, auf Reisen zu verzichten, entspricht also keinem Reiseverbot.

    Was ist im Urlaub in Österreich möglich?

    Bereits jetzt hat Österreich Restaurants geöffnet, der Besucherandrang hielt sich bisher jedoch in Grenzen. Am 15. Juni dürfen Gastronomen ihre Sperrstunde bis 1.00 Uhr nachts verlängern.

    Seit Pfingsten durften auch Hotels und Beherbergungsbetriebe wieder Gäste empfangen. Auch hier ist derzeit nicht mit großen Einschränkungen zu rechnen. So sind Buffets mit besonderen hygienischen Vorkehrungen erlaubt und auch die hoteleigenen Wellness-Einrichtungen sollen genutzt werden können – allerdings immer unter Einhaltung des Mindestabstands.

    Außerdem haben die Freizeiteinrichtungen sowie Museen und Bibliotheken wieder geöffnet. Laut dem Museumsbund Österreich wird beim Betreten des Museumsgebäudes noch der Mindestabstand und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben. Mit der Aufhebung der Maskenpflicht am 15. Juni gilt diese nur noch, wenn nicht mehr der Mindestabstand von einem Meter zwischen zwei Personen, die nicht im selben Haushalt leben, eingehalten werden kann. Auch Kulturveranstaltungen können in Österreich wieder besucht werden. Für die Veranstalter liegt aber ein Gästelimit vor, das bis August stetig angehoben werden soll.

    Italien: Urlaub ohne Quarantäne-Auflagen möglich

    Als eines der ersten europäischen Länder öffnete Italien bereits ab dem 3. Juni seine Grenzen für Touristen aus der 26 EU-Ländern, unter anderem Deutschland. Mit Einschränkungen bei der Einreise müssen Urlauber derzeit nicht rechnen: Die vorher geltende zweiwöchige Quarantäneregelung gilt inzwischen nicht mehr. Allein bei der Ankunft am Flughafen und am Bahnhof könnten bei Anreisenden stichprobenartig Fiebermessungen vorgenommen werden.

    Was ist im Urlaub in Italien möglich?

    Seit dem 18. Mai hat eine Großzahl der Museen und Bibliotheken in Italien wieder geöffnet, jedoch kann es auch hier zu Fiebermessungen kommen. Flächendeckend greifen zudem an Orten wie Restaurants, Stränden und Hotels strenge Abstandsregeln und Hygienevorschriften. So sollen etwa die Sonnenschirme am Meer mit genügend Distanz zueinander stehen.

    Kroatien: Einreise ohne nachweisbaren Grund erlaubt

    Erlaubte Kroatien bisher die Einreise nur in bestimmten Fällen, können Reisende nun die Grenze ohne nachweisebaren Grund passieren. Dem Land kommt dies zugute, denn Kroatien ist mit seinen langen Küsten und den vielen Inseln nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern wirtschaftlich abhängig von den Einnahmen durch Touristen.

    Damit dennoch Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus greifen können, müssen Einreisende bei der Grenzüberschreiuntg genau erklären, wo sie sich aufhalten und wie sie erreichbar sind. Bei einem möglichen Infektionsgeschehen in der Umgebung können die Urlauber so schnell auffindbar gemacht werden.

    Um große Ansammlungen an Stränden zu verhindern, werden derzeit noch Corona-Regelungen für den Strandbesuch ausgearbeitet.

    Griechenland: Internationale Flüge ab 15. Juli nach Athen möglich

    Ab 15. Juni können Einreisende aus 29 Staaten ohne Quarantänepflicht nach Griechenland einreisen, darunter fällt auch Deutschland. Ab 1. Juli soll die Liste dann erweitert werden.

    Laut dem griechischen Tourismusminister Charis Theocharis sollen Flüge aus dem Ausland ab dem 15. Juni nur nach Athen gehen können. Erst am 1. Juli soll die Öffnung von regionalen Flughäfen folgen. Außerdem werde es stichprobenartig Corona-Kontrollen geben. Derzeit müssen Reisende damit rechnen, dass sie sich bei Einreise einem COVID-19-Test unterziehen müssen und von den zuständigen Behörden bis zum Erhalt des Testergebnisses in einem Hotel untergebracht werden.

    Was ist im Urlaub in Griechenland möglich?

    Ist Urlaubern die Einreise inzwischen gestattet, die Unterkunftsfrage ist noch nicht geklärt. Laut der „Deutschen Vertretung in Griechenland“ (Stand 1. Juni 2020) dürfen seit 01. Juni landesweit Touristenunterkünfte mit Ganzjahresbetrieb (u.a. Hotels, Campingplätze, Jugendherbergen und Ferienwohnungen) wieder öffnen. Hotels mit saisonalem Betrieb bleiben noch bis zum 14. Juni geschlossen. Um sich für die kommende Urlaubssaison vorzubereiten, hat das Land in den vergangenen Wochen schon ein mögliches Touristenszenario mit den Einwohnern Griechenlands durchgespielt. So haben neben der Akropolis auch andere Stätten im Freien geöffnet.

    Für griechische Einwohner wurden bereits die Strände geöffnet. Die Corona-Strandregeln: Insgesamt dürfen nur zwei Personen unter einem Schirm liegen, der mindestens vier Meter Abstand zum nächsten haben muss. Außerdem hat das Land am Montag für Inlandsreisende wieder den regulären Fährverkehr zu den Inseln aufgenommen. Die Zahl der Passagiere ist jedoch begrenzt, damit der vorgeschriebene Sicherheitsabstand eingehalten werden kann.

    Spanien: Regierung plant Einreise von Touristen ab 1. Juli

    Auch wenn die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ab 15. Juni aufgehoben werden soll, Spanien wartet noch ein bisschen, bis es Touristen die Einreise ins Land gestattet. So sollen Urlauber erst ab 1. Juli die Grenzen nach Spanien passieren können. Dann soll auch die bisher geltende 14-tägige Quarantäneregelung für Reisende aus dem Ausland wegfallen. Unter welchen Bedingungen Touristen aber Urlaub in Spanien machen, ist noch unklar.

    Ausnahmefall: Balearen und Kanaren

    Erste Hoffnungen auf eine verfrühte Einreiseerlaubnis für Touristen haben die Urlaubshochburgen Balearen und Kanaren. Derzeit verhandelt man noch mit Madrid sowie mit Ländern wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Portugal über "Pilotprojekte" mit "Sicherheitskorridoren", um den "Ernstfall", den Ansturm von Touristen im Hochsommer, testen zu können.

    Wie Regionalpräsidentin Francina Armengol den Zeitungen der Funke Mediengruppe erklärte, wollen die Balearen dennoch die Wiedereröffnung von Nachtklubs, Diskotheken und Bars so lange wie möglich hinauszögern. Armengol begründete dies damit, dass an solchen Orten das Infektionsrisiko am schwierigsten zu kontrollieren sei.

    Was im Urlaub in Spanien am Strand wohl zu beachten sein wird

    Normal wird der Urlaub am spanischen Strand aber nicht. Die spanische Regierung hat strenge Regeln angekündigt. Das heißt: Abstand halten zwischen den Liegestühlen, Zuteilung des eigenen Platzes am Strand und womöglich auch eine zeitliche Beschränkung für den Aufenthalt am Meer. Am Ende sollen darüber aber die für den jeweiligen Strand zuständigen Gemeinden entscheiden.

    Niederlande: Campingplätze von Juli an vollständig geöffnet

    Ein Einreiseverbot für Deutsche gab es in den Niederlanden auch während der Corona-Krise nicht. Nun steht fest, dass nach der schrittweisen Öffnung von Bungalows und Ferienwohnungen auch Campingplätze und Ferienparks ab dem 1. Juli wieder vollständig geöffnet haben werden. Bisher war dies nur eingeschränkt möglich, da auch auf Campingplätzen Duschen und Toiletten geschlossen bleiben mussten. Damit sich Camper im Sommer abkühlen können, werden sanitären Einrichtungen ab 1. Juli auch an Stränden und in Naturparks wieder in Betrieb sein.

    Was ist im Urlaub in den Niederlanden möglich?

    Auch für die Freizeitgestaltung von Touristen gibt es bereits erste Lockerungsmaßnahmen. So öffnen Museen bereits ab 1. Juni wieder ihre Tore, Besucher müssen sich vorher allerdings zur Besichtigung vorher online anmelden. Gleichzeitig dürfen auch Restaurants, Strandpavillons und Kneipen ab Monatsbeginn wieder bis zu 30 Gäste empfangen. Passend zur vollständigen Öffnung der Ferienanlagen wird die Zahl ab 1. Juli dann auf maximal 100 Gäste erhöht.

    Frankreich: Grenzen offen, Urlaub dennoch unsicher

    Parallel zur Aufhebung der Reisewarnung will auch Frankreich die Einreise für Urlauber ab dem 15. Juni ermöglichen. Reisende aus Deutschland dürfen dementsprechend erst ab diesem Datum in das Land einreisen.

    Was im Urlaub in Frankreich möglich sein dürfte?

    Erste Lockerungen zeigen sich derzeit im Bereich der Freizeitgestaltung und Gastronomie. Im ganzen Land dürfen Restaurants wieder Gäste bewirten. Allein in Paris gelten strengere Regeln, dort darf vorerst nur auf der Terrasse getrunken und gegessen werden.

    Auch einzelne Touristenziele sind wieder zugänglich. So dürfen große Museen und Monumente wieder Besucher empfangen, der Touristenmagneten Louvre bleibt aber noch für einige Wochen geschlossen. Außerdem sind landesweit alle Strände wieder zugänglich.

    Türkei: Urlaubsplanung mit strengen Hygienemaßnahmen und Corona-Tests

    Die Aufhebung der Reisewarnung gilt nicht für alle Länder, so auch nicht für die Türkei. Bundesaußenminister Maas sagte, die Bundesregierung wolle zunächst die bevorstehende Entscheidung der EU-Kommission abwarten, ob Einreisebeschränkungen für Bürger von Drittstaaten verlängert würden.

    Dabei lockerte die Türkei bereits erste Maßnahmen, um Touristen bald wieder im Land begrüßen zu können. So kündigte die Fluggesellschaft Turkish Airlines an, nationale Flüge ab 4. Juni anzubieten, internationale ab 10. Juni. Außerdem sollen bei den Flügen sogenannte Hygiene-Experten eingesetzt werden, die dafür sorgen, dass beispielsweise vor Toiletten keine Schlangen bilden. Bei der Ankunft am Flughafen werden außerdem Wärmebildkameras eingesetzt, um Einreisende mit Fieber erkennen zu können. An allen Terminals gilt Maskenpflicht.

    Was ist im Urlaub in der Türkei möglich?

    Damit Hygienemaßnahmen in Hotels und Restaurants greifen, soll das Personal eine entsprechende Ausbildung erhalten. Die Regierung hat dafür ein „Programm für sicheren Tourismus“ entwickelt, an dem sich Hotels freiwillig beteiligen können und so bei Urlaubern um Vertrauen werben können.

    Auch Besucher müssen sich an strenge Abstands- und Hygieneregeln halten. Diese sollen nach einem Katalog des Kultur - und Tourismusministeriums in Ankara auch für Poolanlagen von Hotels gelten, an denen ein Mindestabstand zwischen den Liegen gilt. Außerdem sollen Handtücher einzeln abgepackt werden.

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