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Überflutungen in Zhengzhou

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    Zahl der Toten nach Überflutungen in China steigt auf 33

    Die Zahl der Todesopfer nach den Überschwemmungen in der chinesischen Provinz Henan ist auf mindestens 33 gestiegen. Seit vergangenem Freitag seien mehr als 376.000 Menschen aus Gefahrengebieten evakuiert worden, berichtet das chinesische Fernsehen.

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    Von
    • BR24 Redaktion

    Nach den schwersten Regenfällen in der Region seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sind allein in der Hauptstadt Zhengzhou der chinesischen Provinz Henan nach offiziellen Angaben mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Auf Videos war zu sehen, wie sich in der Neun-Millionen-Metropole mehrspurige Straßen zum Teil in reißende Flüsse verwandelt hatten. Autos schwammen in den Fluten.

    12 Tote in der U-Bahn

    Die Wassermassen überschwemmten auch die U-Bahn, wo Hunderte Menschen zeitweise in Zügen und in Tunneln eingeschlossen waren. Zwölf Menschen kamen in einer überfluteten U-Bahn ums Leben. Die Passagiere wurden mitten im abendlichen Berufsverkehr von den Wassermassen überrascht. Im Internet wurden Videos von verzweifelten Insassen veröffentlicht, denen das Wasser bis zur Brust stand.

    Millionen Menschen betroffen

    In der umliegenden Provinz Henan, deren Hauptstadt Zhengzhou ist, waren über eine Million Menschen von den Überflutungen betroffen. Die ungewöhnlich heftigen Regenfälle in Henan waren Ausläufer von Taifun "In-Fa". Der Wirbelsturm sorgte auch in den Provinzen Zhejiang und Fujian für Unwetter. Henan wird bereits seit vergangener Woche von schweren Regenfällen heimgesucht. Die Wasserstände von Zuflüssen des Gelben Flusses und des Haihe Flusses überschritten Alarmstufen, berichtete Xinhua. Die Schäden für die Landwirtschaft wurden auf 542 Millionen Yuan beziffert, umgerechnet 71 Millionen Euro.

    Für Dutzende Stauseen und Dämme wurden Warnstufen ausgerufen. Die örtlichen Behörden erklärten, dass die Regenfälle einen 20 Meter hohen Bruch im Yihetan-Damm in der Stadt Luoyang westlich von Zhengzhou verursacht hätten. Dieser könne "jederzeit zusammenbrechen". "Die Bemühungen zum Schutz vor Überschwemmungen sind sehr schwierig geworden", sagte Präsident Xi Jinping im Staatsfernsehen.

    376.000 Menschen evakuiert

    376.000 Bewohner der Region mussten nach Angaben des Fernsehsenders China Central Television (CCTV) vor den Fluten in Sicherheit gebracht werden. Der Sachschaden werde auf rund 160 Millionen Euro geschätzt. Mehr als 200.000 Hektar Land wurden überschwemmt. Die Regierung kündigte Nothilfen in Höhe von 13 Millionen Euro für die Provinz Henan an.

    Extremwetter wird immer häufiger

    In China kommt es alljährlich zu Überschwemmungen. Nach Einschätzung von Experten führt der Klimawandel aber auch in China immer häufiger zu extremen Unwettern. Die Regenfälle in Zhengzhou sind nach Behördenangaben die schwersten seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 60 Jahren. Innerhalb von drei Tagen ging über der Stadt so viel Regen nieder wie normalerweise in einem ganzen Jahr.

    "Solche extremen Wetterereignisse werden in Zukunft wahrscheinlich häufiger auftreten", sagte Johnny Chan, Professor für Atmosphärenwissenschaften an der City University Hongkong. "Die Regierungen müssen Strategien entwickeln, um sich an solche Veränderungen anzupassen."

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