BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Überschattet von Kenosha: Der Parteitag der Republikaner | BR24

© pa/dpa

Überschattet von Kenosha: Der Parteitag der Republikaner

1
Per Mail sharen

    Überschattet von Kenosha: Der Parteitag der Republikaner

    Die US-Republikaner hatten für ihren Parteitag weniger Aufmerksamkeit als kurz zuvor die Demokraten. Das lag auch an der Polizeigewalt und den Protesten im Bundesstaat Wisconsin.

    1
    Per Mail sharen

    Beim Parteitag der US-Republikaner hält Vizepräsident Mike Pence seine Rede in Fort McHenry, in Baltimore. Die Festung hatte 1814 der Bombardierung durch die Briten standgehalten. Die Ereignisse inspirierten Francis Scott Key zum Text der US-Nationalhymne. Für Pence der Ort, um vor dem politischen Gegner zu warnen. Der Kandidat der Demokraten Joe Biden habe beim Parteitag der Demokraten "nicht ein Wort über die Gewalt und das Chaos verloren, das Städte in unserem Land verschlingt". Diese Gewalt müsse ein Ende haben.

    Unruhen in Kenosha ziehen Aufmerksamkeit ab

    Der dritte Tag der virtuellen Versammlung der Republikaner war endgültig überschattet von Schüssen in Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin. In der Nacht zum Montag hatte ein weißer Polizist dem schwarzen Amerikaner Jacob Blake sieben Mal in den Rücken geschossen.

    Aus Protesten gegen Polizeigewalt wurden Krawalle. Selbst ernannte Milizen und Gegendemonstranten kamen in die Stadt, und ein 17-jähriger ist angeklagt, zwei Menschen ermordet und einen weiteren mit Schüssen schwer verletzt zu haben.

    Der Generalstaatsanwalt von Wisconsin, Josh Kaul fürchtet, der Fall Kenosha könnte nun zentral werden für den US-Wahlkampf: Da es so viel Trennendes in jüngster Zeit gegeben habe, sei es leicht für Politiker, Spaltung zu schüren. Er fordert, die Strafverfolgungsbehörden zu verbessern und nach Gerechtigkeit zu suchen.

    Sportler setzen aus Protest ihre Spiele aus

    Das Basketball-Team der Milwaukee Bucks hatte aus Protest gegen die Schüsse auf Jacob Blake und Polizeigewalt das aktuelles Spiel in den NBA-Playoffs abgesagt. Weitere Teams und Mannschaften in Baseball und Fußball folgten.

    Republikaner versuchen, aus Krawallen Profit zu schlagen

    Doch parallel zeichnet der laufende virtuelle Parteitag der Republikaner ein komplett anderes Bild für die Anhänger von Präsident Trump: Die Gouverneurin von South Dakota, Kristi Noem, macht die Demokraten für die Gewalt verantwortlich, denn es seien von Demokraten regierte Städte, die "im ganzen Land von gewalttätigen Banden überrannt" würden.

    Sie sprach von Plünderungen, Chaos, Zerstörung und Mord. Menschen, die es sich leisten könnten zu fliehen, seien gegangen. Aber "anständige, hart arbeitende Amerikaner", die das nicht könnten, seien auf sich selbst gestellt.

    Michael McHale, Präsident der Gesellschaft für alle Polizeieinheiten im Land reduziert, die Realität für Trump-Anhänger auf eine einfache Formel: "Ihr habt die Wahl zwischen dem Präsidenten, der die Strafverfolgungsbehörden wie niemand vor ihm unterstützt oder den größten Polizeigegnern in der Geschichte." McHales Gesellschaft hat ihren Mitgliedern empfohlen für Trump zu stimmen.

    Vorsprung der Demokraten auch schon vor vier Jahren

    In Umfragen liegen die Republikaner gerade hinter den Demokraten. Aber das war auch vor vier Jahren so. Damals, als Kandidat für das Amt des Vize-Präsidenten musste Mike Pence den Wahlkampf von Donald Trump retten: Als ein Video auftauchte, in dem Trump behauptete, er könne sich als Promi gegenüber Frauen alles herausnehmen. Der Segen des Evangelikalen Pence machte die Kampagne wieder flott.

    Pence stärkt Trump den Rücken

    Die Worte des Vizepräsidenten haben deshalb auch dieses Mal Gewicht für Trumps Wahlkampf. Donald Trump gehe die Dinge auf seine eigene Art an. Und wenn er eine Meinung habe, dann teile er sie mit. Es sei "auf jeden Fall interessant mit ihm" geblieben. Trump habe seine Versprechen gegenüber den Amerikanern gehalten, so Pence.

    Das ist die Pence‘ wichtigste Botschaft an konservative Wähler: Trump mag wenig präsidial sein. Aber schaut: Die US-Botschaft in Jerusalem, die Reform der Strafverfolgung, die Besetzung wichtiger Richterposten mit konservativen Kandidaten oder die Unterstützung der Polizei - Trump stehe zu seinem Wort.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!