| BR24

 
 

Bild

Proteste in Frankreich
© dpa-Bildfunk/Thibault Camus

Autoren

BR24 Redaktion
© dpa-Bildfunk/Thibault Camus

Proteste in Frankreich

Bei Demonstrationen der "Gelbwesten" ist es in Frankreich erneut zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Mindestens 135 Menschen seien bei den Krawallen in Paris verletzt worden, darunter 17 Polizisten, sagte Innenminister Christophe Castaner am Samstagabend. Die Lage sei mittlerweile aber wieder unter Kontrolle. Landesweit seien rund 125.000 Menschen auf die Straße gegangen. Dabei habe es insgesamt 1385 Festnahmen gegeben, so der französische Innenminister.

In Paris attackierten Demonstranten in gelben Westen Polizisten mit Leuchtraketen und anderen Geschossen. Andere rissen nahe der Einkaufstempel Galeries Lafayette und Printemps Bäume aus und zündeten sie an. Die Polizei reagierte mit Wasserwerfern und Tränengas.

Polizei greift härter durch

Landesweit hätten sich bis zum Samstagmittag rund 31.000 Menschen an den Protesten beteiligt, berichtete der Sender France Info unter Berufung auf das Innenministerium. Davon seien 8.000 in der Hauptstadt Paris gezählt worden.

Dieses Mal griff die Polizei schon vor Beginn der Proteste in Paris durch: Bereits am Morgen wurden mehrere Hundert Menschen festgenommen. Grund sei in den meisten Fällen gewesen, dass die Menschen sich einer Gruppe angeschlossen hätten, die "Gewalt gegen Personen oder die Zerstörung von Gegenständen" vorbereitet habe, hieß es bei der Polizei. Bis zum Nachmittag stieg die Zahl der Festnahmen in Paris demnach auf rund 650 - mehr als am gesamten vergangenen Samstag.

Mehrere Läden geplündert

Dennoch kam es ab dem Mittag in der Hauptstadt vermehrt zu Spannungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Vielerorts lag Rauch und Tränengas-Dunst in den Straßen. Demonstranten rissen auf dem Prachtboulevard der Champs-Élysées Holzbretter herunter, die Schaufenster von Geschäften schützen sollten, wie der Sender BFMTV berichtete. Einzelne Läden wurden demnach geplündert. Im Zentrum der Stadt gingen wieder Autos in Flammen auf. Vereinzelt setzte die Polizei in der Innenstadt Wasserwerfer ein, um Demonstranten zurückzudrängen, die versuchten, Barrikaden zu errichten.

Eiffelturm geschlossen

Im Zentrum der Hauptstadt blieben am Samstag zahlreiche U-Bahnstationen auf Geheiß der Polizei geschlossen - die Bahnen hielten nicht an, sondern fuhren einfach durch. Etliche Geschäfte im Zentrum der Stadt öffneten mitten in der Vorweihnachtszeit nicht für ihre Kunden - darunter auch berühmte Kaufhäuser wie die Galeries Lafayette.

Auch viele Sehenswürdigkeiten in Paris blieben geschlossen, darunter zahlreiche Museen und das Wahrzeichen der Stadt, der Eiffelturm. Am Morgen war es dort menschenleer - Touristen standen dort nicht wie üblich Schlange. Die Stimmung in der Innenstadt war angespannt - Hubschrauber kreisten über dem Zentrum. Teilweise irrten Touristen umher, die nicht mitbekommen hatten, dass die großen Kaufhäuser geschlossen haben.

"Gelbwesten" auch in Brüssel

Im Nachbarland Belgien wurden bei "Gelbwesten"-Protesten nach Angaben der Polizei rund 100 Menschen festgenommen. Vor allem im Europaviertel kam es zu Zusammenstößen von Protestierenden mit der Polizei. Rund 500 Demonstranten seien bis vor die EU-Gebäude in der Innenstadt gezogen, die von der Polizei abgeriegelt worden seien, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Einem kleinen Teil der Gruppe sei es gelungen, die Barrikade zu durchbrechen. Dabei seien Flaschen und ein Wegweiser auf Polizisten geworfen worden. Diese hätten mit Tränengas reagiert.

Autoren

BR24 Redaktion

Sendung

Nachrichten vom 08.12.2018 - 17:00 Uhr