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Über 1.300 Corona-Infizierte bei Tönnies - Vorerst kein Lockdown | BR24

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Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies sieht die Politik keinen Anlass für einen Lockdown im Kreis Gütersloh. Das Infektionsgeschehen sei klar lokalisierbar und es gebe bisher auch keine signifikante Ausbreitung in der Bevölkerung.

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Über 1.300 Corona-Infizierte bei Tönnies - Vorerst kein Lockdown

Der Corona-Hotspot bei der Tönnies-Fleischfabrik bei Gütersloh macht den Behörden weiter Sorgen. Inzwischen wurden mehr als 1.300 Beschäftigte positiv getestet. Nordrhein-Westfalen verzichtet aber auf einen Lockdown für die Region - zunächst.

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  • BR24 Redaktion

Die Zahl der Corona-Infizierten in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück ist auf 1.331 gestiegen. Dies teilte der Kreis Gütersloh nach Ende der Reihentestungen auf dem Firmengelände mit. Insgesamt seien 6.139 Tests gemacht worden, 5.899 Befunde lägen bereits vor.

Bei 4.568 Beschäftigten konnte demnach das Virus nicht nachgewiesen werden. "Bei den Testungen zeigte sich, dass die Zahl der positiven Befunde außerhalb der Zerlegung deutlich niedriger sind als in diesem Betriebsteil", hieß es weiter.

In den vier Krankenhäusern im Landkreis werden derzeit 21 Covid-19-Patienten stationär behandelt. Davon liegen sechs Personen auf der Intensivstation, zwei von ihnen müssen beatmet werden. Fünf dieser sechs Patienten sind nach Angaben des Kreises Tönnies-Beschäftigte.

Lockdown für Region Gütersloh weiterhin nicht ausgeschlossen

Nach dem massiven Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik sehen die Behörden keinen Grund für einen Lockdown im Kreis Gütersloh, also das massive Runterfahren des öffentlichen Lebens. Es gebe zwar "ein enormes Pandemie-Risiko", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Das Infektionsgeschehen sei aber klar bei der Firma Tönnies lokalisierbar, und es gebe keinen "signifikanten Übersprung" hinein in die Bevölkerung.

Deshalb gelte weiterhin der Satz, "dass wir einen flächendeckenden Lockdown im Moment nicht ausschließen können, aber solang' wir alles tun, dass es gelingt, dass es nicht überspringt auf die Bevölkerung, können wir andere bessere zielgerichtetere Maßnahmen ergreifen", sagte Laschet.

Laschet warnt Tönnies-Arbeiter vor Reise in Heimatländer

Laschet warnte Tönnies-Arbeiter aus anderen Ländern vor einer überstürzten Abreise in ihre Heimat. Im Fall einer Infizierung bekämen sie die "bestmögliche medizinische Behandlung" in Deutschland, sagte Laschet. Es würden nun in unbegrenzter Größenordnung so viele Dolmetscher wie möglich in die Unterkünfte der Beschäftigten geschickt.

Das Problem sei, dass diese auf 1.300 Liegenschaften verteilt seien. Drei Hundertschaften der Polizei unterstützten die Ordnungsämter dabei, die Quarantäne durchzusetzen.

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