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TV-Debatte der Vize: Harris attackiert Republikaner scharf | BR24

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TV-Duell der US-Vizepräsidentschaftskandidaten: Es ging ruhiger zu als beim Schlagabtausch zwischen Trump und Biden in der vergangenen Woche. Doch die Unterschiede zwischen der Demokratin Kamal Harris und dem republikaner Mike Pence waren deutlich.

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TV-Debatte der Vize: Harris attackiert Republikaner scharf

Der Kandidatin schräg gegenüber saß mit vier Metern Abstand US-Vizepräsident Mike Pence. Doch die Angriffe von Joe Bidens "Running Mate" Harris galten Donald Trump, dem sie "das größte Versagen in der Geschichte des Landes" vorwarf.

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Trotz heftiger gegenseitiger Angriffe: Verglichen mit der Schlammschlacht, in die Präsident Donald Trump seinen Gegner Joe Biden beim TV-Duell vor einer Woche verwickelte, blieb der Ton zwischen den Stellvertreter-Kandidaten Mike Pence (Republikaner) und Kamala Harris (Demokraten) moderat. Was außer am beherrschten Naturell der Kontrahenten wohl auch an Moderatorin Susan Page von USA Today lag, die die 90-minütige Debatte in Salt Lake City konzentriert leitete - vielleicht auch an den beiden Plexiglasscheiben, die die Kandidaten coronabedingt auf Abstand hielten.

In Zehn-Minuten-Blöcke gegliedert kamen zur Sprache: Die Wirtschaftspolitik, Trumps Steuerpolitik und seine Steuervermeidungsstrategien, der Umgang mit China und dem Iran, die Klimapolitik, das Abtreibungsrecht, die Rassismus-Debatte und Polizeigewalt in den USA. Das alles überlagernde Hauptthema aber war wie erwartet: Corona und die "Planlosigkeit" (Harris) der Regierung.

"Versagen" und neue Versprechungen

Das Weiße Haus hätte die Bürger bewusst im Unklaren über die Gefahr gelassen, so Harris, die sich wie zuletzt Biden oft direkt an die Zuschauer wandte.

"Das amerikanische Volk war Zeuge des größten Versagens einer Präsidialverwaltung in der Geschichte unseres Landes." Kamala Harris

Pence, der den Corona-Krisenstab des Weißen Hauses leitet, verwies dagegen auf die Entscheidung Trumps, Reisen aus China "zu unterbinden". Diese Entscheidung habe den USA "unschätzbare Zeit verschafft", um die Reaktion auf die Pandemie zu koordinieren. Allerdings hat Trump Einreisen aus China nicht gestoppt, sondern nur eingeschränkt.

"Ich will, dass das amerikanische Volk weiß, dass Präsident Trump seit dem ersten Tag die Gesundheit von Amerika vorangestellt hat." Mike Pence

Pence versprach erneut, dass vor Ende des Jahres Millionen Dosen eines Impfstoffs zur Verfügung stehen würden.

Thema Supreme Court

Der schärfste Angriff von Pence war wohl sein Insistieren auf die Frage, ob eine Regierung Biden den Obersten Gerichtshof "vollpacken" würde, indem sie zu den bisherigen Richtern zusätzliche liberale Wunschkandidaten hinzufügen würde. Harris blieb eine Antwort schuldig.

Fragen und Antworten - und warum beides oft nicht zusammenpasste

Generell wichen beide den Fragen der Moderatorin oft aus und antworteten lieber auf Dinge, die die Moderatorin nicht angesprochen hatte. Pence "überhörte" die Frage nach der Supreme-Court-Zeremonie im Rosengarten des Weißen Hauses vergangene Woche, die mittlerweile als "Superspreader-Event" angesehen wird, indem er über Eigenverantwotrtung referierte.

Auf die Frage, ob sie mit ihren jeweils deutlich älteren Präsidentschaftskandidaten Nachfolgepläne diskutiert hätten, wichen beide aus. Harris nutzte die Frage, um darauf hinzuweisen, dass sie die erste schwarze Frau sei, die Generalstaatsanwältin von Kalifornien wurde. Und Pence bezog sich auf eine vorher gefallene Aussage von Harris, sie würde einen neuen Impfstoff nur nehmen, wenn er von Experten, nicht aber, wenn er von Trump empfohlen würde, mit dem Konter, sie untergrabe das Vertrauen in einen Impfstoff.

Die "Was wäre, wenn..."-Frage

Das auffälligste Ausweichmanöver von Pence: Der Vizepräsident ging nicht auf die Frage ein, wie er reagieren würde, sollte Trump eine mögliche Wahlniederlage nicht anerkennen. Pences knappe Antwort: "Ich denke, wir werden diese Wahl gewinnen."

Überraschungsgast: eine Fliege

Wichtigster "Nebendarsteller" des Duells war eine schwarze Fliege auf dem silberweißen Haar von Mike Pence, die den Vizekandidaten bei ihrer TV-Debatte kurzzeitig die Show gestohlen hat. "Die Fliege, die ganze zwei Minuten lang auf dem Kopf von Pence saß, ist vielleicht der Teil des Abends, an den man sich am besten erinnern wird", schrieb der Journalist Nate Silver von der Webseite FiveThirtyEight.

© dpa

Mike Pence mit Fliege

Joe Biden instrumentalisierte die Fliege umgehend für seinen und Harris' Wahlkampf, indem er ein Bild von sich mit einer Fliegenklatsche verbreitete, mit dem Unterstützer um eine Spende in Höhe von fünf Dollar gebeten werden.

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