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Absturzstelle nahe Addis Abeba
© REUTERS/Tiksa Negeri
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Absturzstelle nahe Addis Abeba

Eine Maschine der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines ist nahe der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba abgestürzt. An Bord der Boeing 737 MAX waren nach Angaben der Airline 149 Passagiere und acht Crew-Mitglieder. Das staatliche äthiopische Fernsehen meldete knapp fünf Stunden nach dem Unglück, dass es keine Überlebenden gibt. Auch die Fluggesellschaft bestätigte inzwischen via Twitter, dass alle Insassen ums Leben kamen.

Insassen aus 32 Staaten registriert

Unter den Opfern sind neben zahlreichen Staatsbürgern aus Äthiopien und Kenia auch 18 Kanadier, jeweils acht Italiener, Amerikaner und Chinesen, je sieben Franzosen und Briten, sechs Ägypter, fünf Niederländer und vier Slowaken und Inder, wie die Behörden weiter mitteilten. Laut Passagierliste waren Bürger aus 32 verschiedenen Staaten für den Flug registriert. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, man stehe in Kontakt mit den äthiopischen Behörden, um zu klären, ob auch Deutsche an Bord waren.

Sechs Minuten nach dem Start brach der Funkkontakt ab

Die Maschine war auf einem Linienflug zwischen Addis Abeba und Kenias Hauptstadt Nairobi. Sie hatte um 8:38 Uhr (6:38 MEZ) auf dem Flughafen Bole International abgehoben. Sechs Minuten später brach der Funkkontakt ab. Zuvor hatte der Pilot Probleme gemeldet und darum gebeten, umkehren zu dürfen. Dafür habe er grünes Licht bekommen, so die Fluggesellschaft. Die Absturzstelle liegt nur rund 60 Kilometer südöstlich der äthiopischen Hauptstadt.

Der US-Flugzeugbauer Boeing zeigte sich "zutiefst betrübt" und kündigte an, bei den Ermittlungen zur Unglücksursache technische Unterstützung zu leisten.

Schon der zweite Absturz des relativ neuen Flugzeugtyps

Bei der abgestürzten Maschine handelt es sich um eine Boeing 737 MAX, die erst vor vier Monaten an die Fluggesellschaft übergeben worden war. Boeing produziert diesen Flugzeugtyp seit 2014. Das jetzige Unglück ist bereits das zweite des neuen Modells. Im Oktober 2018 waren 189 Menschen an Bord einer Maschine der Lion Air ums Leben gekommen. Auch diese 737 MAX war kurz nach dem Start abgestürzt.

Nach erstem Absturz gab es eine dringliche Anweisung der US-Luftfahrtbehörde

Nach dem Lion Air-Unglück hatte die Luftfahrtbehörde der USA eine Anweisung höchster Dringlichkeit herausgegeben. Sie forderte die Betreiber des Flugzeugtyps auf, die Handbücher der betreffenden Modelle entsprechend einem Sicherheitsbulletin von Boeing zu aktualisieren. In diesem Bulletin macht Boeing auf fehlerhafte Daten eines Sensors aufmerksam und gibt Hinweise an die Piloten, wie in einem solchen Fall zu verfahren ist.