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Turnschuh-Touristen aus Schneesturm von Berg gerettet | BR24

© Lochaber Moutain Rescue Team/Facebook

Die Bergretter fanden die vier Männer in Eis und Schnee - und retteten sie so vor dem sicheren Tod

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    Turnschuh-Touristen aus Schneesturm von Berg gerettet

    Während Sturm Sabine tobte, wollten vier junge Männer den höchsten schottischen Berg Ben Nevis besteigen - mit Turnschuhen, ohne Eispickel oder Karten. Die Bergrettung musste mitten im Schneesturm ausrücken.

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    "Das war eine Gruppe von Idioten." Der Chef des Lochaber Mountain Rescue Teams, John Stevenson, fand gegenüber der "Daily Mail" deutliche Worte: Vier Touristen hatten am Tag von Sturmtief Sabine entschieden, auf den 1.345 Meter hohen Ben Nevis, dem höchsten Berg Großbritanniens, zu steigen. Dort wurden sie dann vom Schneesturm - der im Rest Europas "Ciara" hieß - getroffen. Es fegten eisige Orkanböen. Die Temperatur lag gefühlt bei minus 20 Grad.

    Dem Tod gerade noch entkommen

    Ihre Ausstattung war dem Wetter bei Weitem nicht angemessen: Drei der Touristen trugen nur Turnschuhe und keiner hatte eine wirklich wintertaugliche Ausrüstung dabei. "Keine Eispickel, keine Steigeisen und soweit wir wissen auch keine Karten", kritisierten die Retter in einem Facebook-Post.

    Nur dank der 22 Retter entgingen die Männer knapp dem Tod.

    Glück hatten die Touristen, dass sie auf dem Berg Handyempfang hatten. So konnten sie die Polizei benachrichtigen und über die App "What3words" ihren Standort an die Retter durchgeben. Die fanden sie dann unweit des Gipfels. Ein Rettungshubschrauber brachte die Männer ins Krankenhaus.

    "What3words" ist ein System zur Georeferenzierung von Standorten. Es teilt die Welt in Quadrate à drei mal drei Meter ein und kodiert die geographischen Koordinaten in drei Wörter.

    Whisky und Schokolade als Entschädigung

    "Wir mussten noch nie Leute in Turnschuhen im Winter vom Berg holen. Die hatten solches Glück, dass sie überlebt haben", sagte Stevenson der "Daily Mail". Er habe ihnen deutlich die Leviten gelesen, sagte Stevenson der "Daily Mail". Und auch im Internet ging ein Shitstorm über die Touristen nieder.

    Die vier Männer haben sich inzwischen bei ihren Lebensrettern entschuldigt mit Wein, Whisky, Schokolade und 200 Pfund (umgerechnet knapp 240 Euro).

    Retter rufen zu Nachsicht auf

    Die freiwilligen Helfer haben die Entschuldigung angenommen und die Gruppe am Ende verteidigt: Die Männer seien nicht aus Großbritannien, hätten nur wenig Englisch gesprochen - und deshalb vermutlich viele Informationen nicht mitbekommen. "Seid nachsichtig mit ihnen."

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