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TÜV rät: E-Scooter-Fahrer sollten unbedingt Üben | BR24

© picture alliance/Andreas Arnold

So sehen die neuen Versicherungskennzeichen für E-Scooter bzw E-Tretroller aus

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    TÜV rät: E-Scooter-Fahrer sollten unbedingt Üben

    Kurvenfahren, Bremsen, Ausweichmanöver und Gas geben sollten in Ruhe ausprobiert werden. Die neuen E-Scooter, auch E-Tretroller genannt, haben sehr kleine Räder und einen ungewöhnlich kurzen Lenker. Daran muss man sich erst gewöhnen.

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    Einfach am Hebel Gas geben und sofort losbrausen - die Benutzung der neuen E-Tretroller sieht ganz einfach aus. Doch der TÜV Rheinland bremst die Euphorie ein wenig und rät: Erst mal üben, ehe man sich ins Getümmel stürzt. "Man sollte sich nicht sofort in den öffentlichen Verkehr begeben, sondern zunächst auf einem geschützten Platz üben", sagte Thomas Rohr, Zweiradexperte des TÜV Rheinland..

    Gewöhnungsbedürftig: E-Scooters haben kleine Räder und kurze Lenker

    "Selbst für geübte Radfahrer ist die Nutzung eines E-Scooters ein ganz neues Gefühl", warnte Rohr. Wegen der kleinen Räder reagierten E-Scooter auf Bordsteinkanten oder Unebenheiten anders als Fahrräder. Auch der schmale Lenker sei gewöhnungsbedürftig.

    Eingewöhnung: Auto- und Lkw-Fahrer rechnen nicht mit E-Tretroller

    Unter technischen Gesichtspunkten seien die in Deutschland bisher zugelassenen Modelle sicher. Unfälle passieren laut TÜV nahezu ausschließlich durch Fehler des E-Roller-Fahrers oder anderer Verkehrsteilnehmer. Die bis zu 20 Stundenkilometer schnellen E-Scooter dürfen nur auf Radwegen fahren - ist keiner vorhanden, muss die Straße benutzt werden. Hier liegt nach Ansicht der Fachleute die größte Gefahr - Auto- und Lastwagenfahrer seien oft noch nicht darauf eingestellt, dass E-Roller auf der Fahrbahn unterwegs sein könnten.

    Keine Helmpflicht für E-Tretroller – der TÜV empfiehlt es trotzdem

    Ein Risiko sehen die TÜV-Experten darin, dass die E-Scooter keine Blinker zum Abbiegen besitzen. "Wir hätten uns bei den Vorgaben Blinker als verbindliches Element gewünscht", sagte Sprecher Ralf Diekmann. TÜV-Experte Rohr empfahl E-Scooter-Nutzern, einen Helm zu tragen. Dazu rät auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Eine Helmpflicht besteht jedoch nicht. Seit der Zulassung von E-Tretrollern Mitte Juni gab es in Deutschland schon einige Unfälle. Die Kommunen stellen sich gegen Forderungen nach einer Helmpflicht für E-Tretroller-Fahrer.

    E-Scooter und E-Bikes sind Straßenverkehr gleichgestellt

    "E-Scooter sind im Straßenverkehr den E-Bikes weitgehend gleichgestellt. Daher sollte auch bei den Scootern auf eine Helmpflicht verzichtet werden", sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er appellierte an die Eigenverantwortung - grundsätzliche Verbote seien nicht zielführend, "zumal die Einhaltung nur mit großem Aufwand zu kontrollieren wäre".

    Automobilclubs und ADFC fordern breitere Radwege

    Die Roller, mit denen man bis zu 20 Kilometer pro Stunde schnell fahren kann, sind seit Mitte Juni in Deutschland zugelassen. Seitdem hat es bereits mehrere Unfälle gegeben. Die Autoclubs ADAC und ACE hatten daraufhin breitere Radwege gefordert, ebenso wie zuvor der Fahrradclub ADFC. Das Mindestalter für E-Scooter-Fahrer liegt bei 14 Jahren.

    Nicht alle sind von der Ökobilanz der E-Scooter überzeugt

    Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zweifelt zudem am Bild der Tretroller als umweltfreundliches Verkehrsmittel. "Die Ökobilanz von den E-Tretrollern ist jetzt auch nicht gerade überragend gut", sagte er. Ein Experte des Karlsruher Instituts für Technologie hatte bereits im Mai erklärt, dass die Gewinnung der Rohstoffe für die Akkus große Umweltbelastungen mit sich bringe, auch die Herstellung der Akkus sei energieintensiv.