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TÜV kritisiert Scheuers Automatik-Fahrprüfungen | BR24

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Die E-Mobilität soll in Deutschland Fahrt aufnehmen. Der Bundesverkehrsminister will Anreize dazu schon in Fahrschulen schaffen. Beschränkungen bei Führerscheinprüfungen sollen wegfallen. Dafür bekommt Scheuer Beifall – aber auch harsche Kritik.

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TÜV kritisiert Scheuers Automatik-Fahrprüfungen

Die E-Mobilität soll in Deutschland Fahrt aufnehmen. Der Bundesverkehrsminister will Anreize dazu schon in Fahrschulen schaffen. Beschränkungen bei Führerscheinprüfungen sollen wegfallen. Dafür bekommt Scheuer Beifall – aber auch harsche Kritik.

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Wer bisher einen Führerschein machen will, der setzt sich in den meisten Fahrschulen in ein Auto mit Schaltgetriebe. Wie diese Berlinerin schon vor vielen Jahren – mit Automatikwagen hat sie so gut wie keine Erfahrung: "Nur mit Schaltwagen. Ich bin ein einziges Mal überhaupt nur mit einem anderen Auto gefahren, mit einem Automatik-Wagen," sagt sie.

Der Bundesverkehrsminister will das ändern – er will mehr E-Mobilität in Deutschland, und das soll nach den Plänen von Andreas Scheuer schon in den Fahrschulen beginnen. Mehr Elektro-Autos für Fahrschüler ist Scheuers Devise, allerdings gibt es bisher einen Haken. Elektro-Autos haben Automatik-Getriebe. Und derzeit gilt: wer auf Automatik-Autos geprüft wird, darf auch danach nur mit Automatik-Autos fahren.

Zusätzliches Fahrtraining statt Extra-Prüfungen

Außer – er (oder sie) legt eine Zusatzprüfung für ein Schalt-Auto ab. Das allerdings ist teuer und nicht attraktiv für viele Fahrschüler, berichtet auch Andreas Grünewald vom Sächsischen Fahrlehrerverband im MDR: "Zurzeit wird das nicht sehr häufig nachgefragt, weil natürlich die Fahrschüler wissen, dass sie bei einer Ausbildung auf einem Automatik-Fahrzeug noch eine erneute Schaltprüfung absolvieren müssten.“

Laut Bundesverkehrsminister könnte es künftig keine Extra-Prüfung mehr geben, sondern nur noch ein zusätzliches Fahrtraining. Das soll reichen, um auch Schalt-Autos fahren zu dürfen. Eine gute Idee, findet Andreas Grünewald vom sächsischen Fahrlehrerverband – sechs bis zehn zusätzliche Fahrstunden müssten reichen, um dann trotz Automatikprüfung die uneingeschränkte Fahrerlaubnis zu bekommen.

Experten: Scheuers Idee schadet der Verkehrssicherheit

Der TÜV-Verband allerdings kritisiert das harsch. Geschäftsführer Joachim Bühler nennt die Scheuer-Idee einen Bärendienst für die Verkehrssicherheit auf deutschen Straßen. Wo der Verkehr immer dichter werde, mit E-Scootern und mehr Technik im Auto, müsse jeder Fahranfänger auch nachweisen, dass er sein Fahrzeug beherrsche, sagt Bühler. Keine gute Idee, finden auch diese Berliner Autofahrer:„Lieber das Anspruchsvollere lernen und dann downgraden. Auf Automatik umsteigen geht ohne größere Einweisung - umgekehrt geht es nicht.“

Im Bundesverkehrsministerium prüft man allerdings weiter, wie sich die Führerscheinprüfung erleichtern lassen könnte. Es braucht dazu Abstimmungen auf EU-Ebene, die laufen, heißt es aus dem Hause Scheuer. Die Bundesregierung will aus Klimaschutzgründen E-Autos massiv fördern. Bisher haben sich diese noch nicht durchgesetzt.