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Andrew Craig Brunson, evangelischer US-Pastor, North Carolina
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Andrew Craig Brunson, evangelischer US-Pastor, North Carolina

Der in der Türkei seit zwei Jahren festgesetzte US-Geistliche Andrew Brunson kommt frei. Ein Gericht in Aliaga ordnete die Aufhebung des Hausarrestes des evangelikalen Pastors an.Die Richter verhängten zwar eine Haftstrafe von drei Jahren und einem Monat für die Unterstützung einer Terrororganisation. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Brunson die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und die Gülen-Bewegung unterstützt habe, ohne Mitglied zu sein. Wegen der abgeleisteten Untersuchungshaft und seines guten Verhaltens während des Verfahrens wurde Brunson jedoch freigelassen. Das Gericht erließ keine Ausreisesperre. Er kann damit das Land verlassen.

Unschuld beteuert

Brunson hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und seine Unschuld beteuert. "Ich bin ein unschuldiger Mann. Ich liebe Jesus. Ich liebe die Türkei", sagte der in einen schwarzen Anzug und ein weißes Hemd gekleidete Pastor in seiner abschließenden Verteidigung. Als das Urteil verlesen wurde, umarmte er seine Frau Norine und weinte, wie eine AFP-Korrespondentin aus dem Gerichtssaal berichtete.

US-Präsident Donald Trump erwartet nun die baldige Rückkehr des Pastros in die Heimat. "Pastor Brunson gerade freigelassen. Wird bald zu Hause sein", schrieb Trump auf Twitter. Davor hatte Trump geschrieben: "Meine Gedanken und Gebete sind bei Pastor Brunson, und wir hoffen, dass wir ihn bald wieder wohlbehalten zu Hause haben werden."

Seit zwei Jahrzehnten in der Türkei

Der Fall Brunson hatte zu erheblichen Verstimmungen geführt zwischen den USA und der Türkei. Trump und sein Vize Mike Pence hatten sich wiederholt für den evangelikalen Pastor eingesetzt, der vor seiner Festnahme eine kleine Gemeinde in der westtürkischen Küstenstadt Izmir leitete.

Der Pastor aus North Carolina lebt und arbeitet seit rund zwei Jahrzehnten in der Türkei. Im Oktober 2016 wurde Brunson wegen Verdachts auf Spionage und Unterstützung "terroristischer Verbände" festgenommen.

Einbruch der türkischen Lira

Ende Juli entließ ein Gericht Brunson in den Hausarrest, doch verweigerte es seine Freilassung. Trump verhängte daraufhin Sanktionen gegen zwei türkische Minister und ordnete die Verdopplung der Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der Türkei an.

Der Streit führte zum Einbruch der türkischen Lira, was die Sorge vor einer Wirtschaftskrise heraufbeschwor.

Viele Beobachter hatten erwartet, dass Brunson bei der aktuellen Verhandlung freigelassen wird. Andernfalls wurde ein weiterer Einbruch der türkischen Währung befürchtet.

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B5 aktuell vom 12.10.2018 - 18:15 Uhr