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Türkei startet auch Bodenoffensive in Nordsyrien | BR24

© dpa/picture-alliance/Izzet Mazi

Türkische Militärwagen auf dem Weg zur syrischen Grenze.

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    Türkei startet auch Bodenoffensive in Nordsyrien

    Nach Angriffen aus der Luft hat das türkische Militär in Nordsyrien nun auch seine Bodenoffensive gestartet. Aktivisten in der Region berichten bereits von mehreren zivilen Todesopfern.

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    Die Türkei hat ihren angekündigten Angriff auf kurdische Kämpfer in Nordsyrien begonnen. Nach Angriffen mit Kampfflugzeugen und Artilleriegeschützen haben auch türkische Bodentruppen die Grenze nach Nordsyrien überschritten, wie das türkische Verteidigungsministerium mitteilte.

    Aktivisten berichteten von mindestens sieben getöteten Zivilisten. Die türkischen Soldaten seien gemeinsam mit Kämpfern der syrischen Opposition einmarschiert, teilte das Ministerium mit, nannte aber keine weiteren Details. Der Angriff mit Kampfflugzeugen und Artilleriegeschützen hatte Stunden zuvor begonnen. Augenzeugenberichten zufolge flohen tausende Menschen vor den Einschlägen.

    Berichte über mehrere zivile Opfer

    Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien sind bislang acht Zivilisten durch die türkischen Angriffe ums Leben gekommen. In der Stadt Kamischli seien zwei christliche Assyrer getötet worden und in einem Dorf bei dem Ort Tal Abjad ein Ehepaar und deren Kind sowie ein weiterer Mann. In einem Dorf westlich von Kamischli sei ein Kind ums Leben gekommen und in Ras al-Ain ein Mann. Zudem seien sieben Kämpfer der von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte im Kampf gefallen. Das Rojava Information Center, ein Aktivistenkollektiv in Nordostsyrien, berichtete von sieben getöteten Zivilisten und drei getöteten Kämpfern.

    Der Weltsicherheitsrat wollte am heutigen Donnerstag hinter verschlossenen Türen über die türkische Offensive sprechen, wie aus UN-Diplomatenkreisen verlautete. Die fünf europäischen Mitgliedsländer des Rats - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Belgien und Polen - hätten das Treffen beantragt. Es werde im Anschluss an eine für den Morgen (New Yorker Zeit) angesetzte Beratung zu Kolumbien stattfinden, sagten Diplomaten, die nicht namentlich genannt werden wollten. Nach Angaben der Arabischen Liga planen Außenminister aus der Region für Samstag ein Treffen. Sie würden in Kairo über den türkischen Militäreinsatz sprechen, sagte Hossam Saki, der stellvertretende Generalsekretär der panarabischen Organisation. Zuvor hatte Ägypten ein Treffen angeregt, um über die "Aggression" gegen die Souveränität Syriens zu sprechen.

    Erdogan meldet sich per Twitter zu Wort

    SDF-Sprecher Mustafa Bali sprach von einer "großen Panik" in der Region, ausgelöst durch türkische Luftangriffe auf "zivile Gebiete" in Nordsyrien. In Tal Abjad hätte die SDF einen türkischen Bodenangriff abgewehrt. Im Vorfeld des Angriffs hatten die SDF vor einer «humanitären Katastrophe» gewarnt. Laut einer Bewohner aus Tal Abjad, der mit seiner Ehefrau und Mutter vor den Bomben in Richtung Rakka flüchtete, war die Straße dorthin voller Fahrzeuge und Familien, die teils zu Fuß flüchteten.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan teilte auf Twitter mit: "Unsere Mission ist es, die Entstehung von Terrorkorridoren über unsere Südgrenze hinweg zu verhindern, und Frieden in die Region zu bringen". Er sprach von einer Bedrohung durch Terrorismus für die Türkei. Ziel der Türkei ist es, eine "Sicherheitszone" zu schaffen.