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Waffenruhe in Nordsyrien - Ein Funken Hoffnung | BR24

© BR/Michael Lehmann

Die Türkei hat laut US-Vizepräsident Mike Pence einer fünftägigen Waffenruhe in Nordsyrien zugestimmt. Bei einer dauerhaften Waffenruhe wollen die USA ihre Sanktionen gegen die Türkei wieder aufheben.

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Waffenruhe in Nordsyrien - Ein Funken Hoffnung

Die Türkei hat laut US-Vizepräsident Mike Pence einer fünftägigen Waffenruhe in Nordsyrien zugestimmt. Bei einer dauerhaften Waffenruhe wollen die USA ihre Sanktionen gegen die Türkei aufheben. Auch die Kurden wollen die Feuerpause akzeptieren.

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Die Türkei und die USA haben eine fünftägige Waffenruhe für Nordsyrien vereinbart. US-Vizepräsident Mike Pence sagte am Abend nach langen Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara, sie hätten sich auf die Aussetzung des Militäreinsatzes für 120 Stunden geeinigt. In dieser Zeit sollten die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus der "Sicherheitszone" an der türkischen Grenze in Nordsyrien abziehen.

Auch die kurdischen Kämpfer im Nordosten Syriens sind bereit, die zwischen den USA und der Türkei ausgehandelte Feuerpause zu akzeptieren. "Wir werden alles tun, damit die Waffenruhe ein Erfolg wird", sagte der Kommandant der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi.

Abzug der kurdischen Milizen

Sobald der Abzug der syrischen Kurdenmiliz abgeschlossen sei, werde die Türkei ihren Einsatz vollständig beenden, sagte Pence bei einer Pressekonferenz am Abend. Ein hoher türkischer Regierungsvertreter bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Türkei mit den USA eine Vereinbarung zum Abzug der YPG-Miliz von der türkischen Grenze getroffen habe, um dort eine "Sicherheitszone" einzurichten.

US-Präsident Donald Trump twitterte: "Tolle Neuigkeiten aus der Türkei. ... Millionen Leben werden gerettet."

USA stellt Aufhebung der Sanktionen in Aussicht

Pence sagte weiter, US-Präsident Donald Trump habe zugesagt, die gegen die Türkei verhängten Sanktionen aufzuheben, sobald es eine permanente Waffenruhe in der Region gebe. Zudem würden keine weiteren Sanktionen verhängt.

Türkischer Militäreinsatz in Syrien seit einer Woche

Die Türkei hatte vor rund einer Woche einen Militäreinsatz gegen die kurdische YPG-Miliz in Nordsyrien begonnen. Die YPG kontrolliert dort ein großes Gebiet. Die Türkei betrachtet sie als Terrororganisation. Für die USA waren die Kurdenkämpfer dagegen lange Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der türkische Einsatz war international auf scharfe Kritik gestoßen, teilweise aber erst durch einen US-Truppenabzug aus dem Grenzgebiet ermöglicht worden.

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Die Türkei will die Vereinbarung mit den USA zur Aussetzung der Kämpfe gegen die Kurdenmiliz YPG nicht als Waffenruhe verstanden wissen. Die Offensive werde nicht gestoppt, sondern "unterbrochen", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu.