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Türkei: Neue Verhaftungswelle – Haftbefehle gegen 200 Soldaten | BR24

© pa/dpa/epa Tarik Tinazay

In der Türkei sind erneut bei einer Verhaftungswelle 200 Soldaten betroffen. Sie sollen der Gülen-Bewegung nahe stehen.

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    Türkei: Neue Verhaftungswelle – Haftbefehle gegen 200 Soldaten

    In der Türkei sind rund 200 Soldaten zu Fahndung ausgeschrieben worden. Grund ist der Verdacht auf Verbindung zur verbotenen Gülen-Bewegung. Die Festnahmen kommen kurz vor dem dritten Jahrestag des Putschversuches 2016.

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    Kurz vor dem dritten Jahrestag des gescheiterten Militärputschs in der Türkei hat die Justiz die Festnahme von mehr als 200 weiteren Soldaten beantragt. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft teilte am Dienstagmorgen mit, sie habe wegen des Verdachts auf Verbindungen zur verbotenen Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen Haftbefehle gegen 176 aktive Militärangehörige ausgestellt. Ankara macht die Gülen-Bewegung für den Putschversuch verantwortlich.

    Verhaftungswelle richtet sich fast ausschließlich gegen Soldaten

    Die Staatsanwaltschaft in Izmir schrieb ihrerseits 35 Verdächtige zur Fahndung aus, darunter 20 Soldaten im aktiven Dienst, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Demnach wurden auch in der nordwestlichen Provinz Kocaeli 17 Verdächtige gesucht, darunter neun aktive oder frühere Soldaten. In Ankara wurde die Festnahme von 32 Soldaten beantragt, darunter ein Oberst und diverse andere Offiziere, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte.

    Erdogan: Gülen-Bewegung hat Staatsdienst unterwandert

    Seit dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 wurden landesweit zehntausende Soldaten und andere Staatsbedienstete unter dem Verdacht festgenommen, zur verbotenen Gülen-Bewegung zu gehören. Die Regierung von Recep Tayyip Erdogan wirft der religiösen Bruderschaft vor, systematisch den Staatsdienst unterwandert zu haben. Kritiker beklagen aber, dass die Festnahmen oft ohne konkrete Beweise erfolgten und die Verdächtigen keinen fairen Prozess erhielten.