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Türkei gegen Griechenland: Worum geht es beim Gasstreit? | BR24

© pa/dpa/AA

Das türkische Forschungsschiff Oruc Reis, eskortiert von Schiffen der Marine im östlichen Mittelmeer.

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    Türkei gegen Griechenland: Worum geht es beim Gasstreit?

    Die Lage im östlichen Mittelmeer spitzt sich zu: Alle Vermittlungsversuche zwischen der Türkei und Griechenland sind gescheitert. Die Nato-Partner streiten sich weiter um Gas - begleitet von Militärmanövern. Was ist das Problem? Wo liegt die Gefahr?

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    Die Oruc Reis zieht weiter ihre Kreise - fast im wahrsten Sinn des Wortes. Das türkische Forschungsschiff grast den Meeresboden in den Gewässern auf halbem Weg zwischen der Türkei und Ägypten und Zypern und Kreta ab und führt seismische Untersuchungen durch. Ende letzter Woche sieht es mal so aus, als würde es Kurs gern Norden Richtung Antalya nehmen. Dort war es vor drei Wochen in See gestochen. Aber Fehlanzeige.

    Einsatz des Forschungsschiff Oruc Reis verlängert

    Die Türkei erklärt: das Forschungsschiff bleibt in den umstrittenen Gewässern bis mindestens nächsten 1. September. Sein Einsatz ist damit ein zweites Mal verlängert. Dabei ist es eine der Athener Bedingungen für Gespräche, dass die Oruc Reis aus den umstrittenen Gewässern abdreht mit samt den Kriegsschiffen, die sie begleiten.

    Der griechische Regierungschef Kiriakos Mitsotakis, erklärt sich offen für einen Dialog mit Ankara, allerdings unter einer Bedingung, dass die Provokationen aufhören. Auch Griechenland zeigt in der Region mit Kriegsschiffen Präsenz, dazu kommen Manöver beider Seiten.

    Nato-Generalsekretär Stoltenberg besorgt

    Zuletzt zeigt sich auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg besorgt, dass in einem begrenzen Bereich so viele Kriegsschiffe und dann noch von Nato-Partnern unterwegs sind. Das müsse sich ändern, um die Lage zu entspannen, sagt er bei einem Berlin-Besuch. Nur danach sieht es ganz und gar nicht aus.

    Die beiden Nachbarländer streiten sich um Seegebiete im Östlichen Mittelmeer, oder besser gesagt, um Bodenschätze, wie Erdgas unter dem Meeresboden. Davon soll es in dem umstrittenen Gebiet reichlich geben.

    Türkei und Griechenland streiten um Bodenschätze

    In einem internationalen Seerechtsabkommen aus den 80ern werden die Gewässer Griechenland als Außerordentliche Wirtschaftszone zugesprochen. Das heißt, es darf die Bodenschätze dort ausbeuten. Nur hat die Türkei das Abkommen nie unterschrieben. Ihre Außerordentliche Wirtschaftszone im Östlichen Mittelmeer ist nur ein Bruchteil der griechischen. Das hat mit den vielen griechischen Inseln direkt davor zu tun, die alle eine solche Zone ausweisen dürfen.

    Es geht aber noch um mehr. Der türkische Verteidigungsminister erklärt: "Jeder sollte wissen, dass die Türkei jetzt eine bedeutende Rolle auf der internationalen Bühne eingenommen hat." Aber auch er bietet den Dialog an. Die Türkei sei im Recht und stark. Darum habe sie keine Angst vor Gesprächen. Sie wolle Frieden, aber auch Gerechtigkeit. Man werde keinen Tropfen Wasser abgeben, so Akar.

    Griechenland verlangt EU-Sanktionen

    Der Streit ist festgefahren, das muss auch Außenminister Heiko Maas bei seinen Besuchen in Athen und Ankara letzte Woche erkennen. Beide Seiten bleiben bei ihren Maximalforderungen. Griechenland verlangt dazu noch einen ganzen Katalog an EU-Sanktionen gegen die Türkei. Über die wollen die Außenminister aber erst beim nächsten Treffen Ende September entscheiden, wenn es bis dahin keine Fortschritte beim Dialog gebe, heißt es.

    Heiko Maas spricht während seiner Vermittler-Reise von einem Spiel mit dem Feuer im Östlichen Mittelmeer. Es sieht nicht danach aus, als würden die beiden Hauptakteure das bald beenden.

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