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Türkei beginnt Militäroffensive in Syrien | BR24

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Die Türkei hat ihre Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen. Am Nachmittag bombardierten türkische Kampflugzeuge Stellungen in Nordsyrien.

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Türkei beginnt Militäroffensive in Syrien

Der Militärschlag der Türkei gegen die Kurden in Nordsyrien wurde seit Tagen erwartet. Nun hat der Einmarsch begonnen, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mitteilte. Am Nachmittag bombardierten Kampfjets Stellungen in Nordsyrien.

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Ziel der ersten Angriffe war die Ortschaft Ras al Ain. Nach türkischen Angaben bombardierten mehrere Kampfjets Waffenlager der YPG. Sie starteten vom nahegelegen türkischen Militärflughafen Diyarbakir.

Präsident Erdogan schrieb auf Twitter, dass die türkischen Streitkräfte die Operation Friedensquelle gemeinsam mit pro-türkischen Rebellen eingeleitet hätten. Sie richte sich sowohl gegen die kurdische YPG als auch gegen die Terrormiliz Islamischer Start.

Türkei will "Terror-Korridor" zerstören

Ziel sei es, den "Terror-Korridor" an der türkischen Grenze zu zerstören und die Region zu befrieden. Als "Terror-Korridor" bezeichnet die Türkei die Zone kurdischer Selbstverwaltung. Sie reicht im Norden Syriens über rund 500 Kilometer Länge vom Euphrat bis zur irakischen Grenze. Die Kurden haben dieses Gebiet zuletzt gemeinsam mit den USA kontrolliert.

Die Türkei plant einen 30 Kilometer breiten Streifen einzunehmen, unter anderem um dort syrische Flüchtlinge aus der Türkei anzusiedeln. Regierungen zahlreicher Länder sowie die Vereinten Nationen hatten die Türkei vor einer Offensive in Syrien gewarnt. Sie befürchten unter anderem, dass dadurch die Zahl der Flüchtlinge weiter steigt.

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Generalmobilmachung der Kurden

Angesichts des erwarteten Einmarsches der Türkei hatte die kurdisch geführte Verwaltung in Nordsyrien zuvor zu einer Generalmobilmachung im Grenzgebiet aufgerufen: Es gehe darum, "Widerstand während dieser sensiblen historischen Zeit zu leisten".

Der Nordosten Syriens wird seit Jahren von der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) und ihrem militärischen Arm, den Volksverteidigungseinheiten (YPG), kontrolliert. Die Türkei betrachtet die Präsenz der Kurdenmiliz an ihrer Grenze als Bedrohung, da sie eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist, die seit 1984 gegen den türkischen Staat kämpft. Seit 2016 ist Ankara bereits zwei Mal gegen sie vorgegangen.

USA zogen Truppen aus der Region ab

Die USA schätzen die YPG dagegen als Verbündeten im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und unterstützen sie seit Jahren mit Waffen und Spezialkräften. Nach einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hatte US-Präsident Donald Trump am Sonntag überraschend verkündet, dass amerikanische Soldaten aus der Grenzregion abgezogen werden sollten. Kritiker und die Kurden selbst werfen Trump vor, Verbündete im Stich zu lassen. Trump drohte der Türkei mit Zerstörung ihrer Wirtschaft, sollte sie in Syrien zu weit gehen.

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Die Türkei hat ihre seit Tagen angekündigte Militäroffensive im Nordosten Syriens gestartet. Das teilte Präsident Erdogan am Nachmittag mit. Kurz darauf meldeten Kurden in der Region Angriffe von Kampfflugzeugen. Sie starteten eine Mobilmachung.