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Tschechien plant "Mini-Schengen" mit Österreich und Slowakei | BR24

© pa/dpa/Steffi Adam/Geisler-Fotopress

Stau an der tschechischen Grenze aufgrund der Grenzsperrungen im Rahmen der Corona-Maßnahmen in Furth im Wald am 30.04.2020.

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    Tschechien plant "Mini-Schengen" mit Österreich und Slowakei

    Tschechien und Österreich verhandeln über Grenzöffnungen und wollen dabei auch die Slowakei und Ungarn einbeziehen. So könne ab Mitte Juni ein "Mini-Schengen" entstehen, meint der tschechische Außenminister. Auch mit Bayern gibt es Gespräche.

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    Der tschechische Außenminister Tomas Petricek hat mit seinen Kollegen aus Österreich und der Slowakei über eine baldige Grenzöffnung verhandelt. "Wir sind zuversichtlich, dass Mitte Juni ein Mini-Schengen entstehen kann", sagte der Sozialdemokrat heute nach der entsprechenden Videoschalte. Am weitesten seien die Gespräche über eine Öffnung für Touristen mit Österreich. Die Länder wollten zusätzlich aber auch auch Ungarn einbeziehen. Tschechien hatte Mitte März einen weitgehenden Einreisestopp für Ausländer verhängt.

    Geschlossene Grenze zu Deutschland und viele Fragen offen

    In Deutschland würden sich die Coronavirus-Fallzahlen zwar bessern, sagte Petricek, es gebe aber noch "mehrere Fragezeichen". Dies betreffe unter anderem Transitreisende aus "Risikostaaten" wie Frankreich, wie der 38-Jährige sagte. Deshalb sei die Regierung in Prag bisher nicht bereit, ein konkretes Datum zu nennen.

    Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis zeigte sich dennoch zuversichtlich über eine baldige Lösung. "Es wäre prima, wenn sich zum 15. Juni die Grenzen zwischen uns Nachbarn auf einmal öffnen - zu Deutschland, Österreich, Ungarn und, wie ich hoffe, auch der Slowakei", sagte er der Agentur CTK.

    Treffen mit Innenminister Herrmann

    Unterdessen kündigte Innenminister Jan Hamacek an, dass ab dem 26. Mai weitere Grenzübergänge für tschechische Bürger, Berufspendler mit Ausnahmegenehmigung und den Warenverkehr geöffnet werden.

    Hamacek trifft sich am Dienstagnachmittag in Waidhaus mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann. Auch hier geht es darum, Möglichkeiten für weitere Grenzöffnungen auszuloten. Während Tschechien am 15. Juni die Grenze zur Slowakei und Österreich wieder öffnen will, ist dies für die bayerisch-tschechische Grnze derzeit weiterhin noch nicht vorgesehen. Derzeit dürfen nur der Transit-Warenverkehr und Berufspendler die Grenze passieren. Pendler müssen aber regelmäßig auf eigene Kosten einen negativen Corona-Test vorlegen. Wenn sie dem Gesundheitswesen oder der kritischen Infrastruktur angehören, entfällt die Vorlage des Tests.

    17.000 tschechische Pendler im Grenzverkehr nach Bayern

    Rund 17.000 Menschen pendeln täglich aus Tschechien nach Niederbayern und in die Oberpfalz. In Tschechien gab es bis Dienstag 8.594 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. 299 Todesfälle wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums mit der Erkrankung in Verbindung gebracht.

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