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Tschechien meldet mehr als 8.500 neue Corona-Fälle | BR24

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Wer aus Tschechien kommt und im Landkreis Cham in der Oberpfalz arbeitet, für den gilt seit heute die Corona-Testpflicht. Grund ist, dass die Infektionszahlen im Nachbarland Tschechien start gestiegen sind.

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Tschechien meldet mehr als 8.500 neue Corona-Fälle

Die zweite Corona-Welle breitet sich rasch auch in Osteuropa aus. Besonders betroffen ist Tschechien. Die Regierung in Prag reagiert mit drastisch verschärften Beschränkungen.

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Von
  • BR24 Redaktion

Im Nachbarland Tschechien steigen die Corona-Infektionszahlen weiter massiv an. Am Freitag wurden 8.618 neue Fälle gemeldet, wie am Samstag bekannt wurde. Das waren knapp 3.300 mehr als am Vortag. Es ist der vierte Tagesrekord in Folge.

Zahlreiche Einrichtungen in Tschechien müssen schließen

In Tschechien wurden bislang 109.374 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet - von insgesamt 10,7 Millionen Einwohnern. Die Regierung in Prag hat im Kampf gegen das Virus die Maßnahmen nun drastisch verschärft. Schwimmbäder und Fitness-Studios müssen von Montag an für zwei Wochen dichtmachen. Restaurants müssen ab 20.00 Uhr schließen, dort dürfen nur vier Personen an einem Tisch sitzen.

Einige Krankenhäuser wurden angewiesen, nicht zwingend notwendige Eingriffe zu verschieben, um Platz für Covid-19-Patienten zu machen. Große Sorge bereitet zudem die wachsende Zahl der infizierten Ärztinnen und Ärzte sowie der Pflegekräfte.

Diskussionen über Lockdown

Ministerpräsident Andrej Babis hatte am Freitag nach den mehrmals gestiegenen Infektionszahlen einen Lockdown, also ein Herunterfahren der wirtschaftlichen Aktivität und des gesellschaftlichen Lebens, nicht mehr ausgeschlossen. Dem widersprach allerdings Staatspräsident Milos Zeman. "Einen zweiten Absturz der Wirtschaft kann sich dieses Land nicht leisten", sagte der 76-Jährige der Zeitung "MF Dnes" Zugleich forderte Zeman "drakonische, geradezu militärische Maßnahmen" im Bereich der Freizeitaktivitäten.

Opposition gewinnt Senatswahl in Tschechien deutlich

Derweil haben die Oppositionsparteien bei den Senatswahlen in Tschechien ihre Mehrheit im Oberhaus des Parlaments ausbauen können. Bei den Stichwahlen am Freitag und Samstag holten sie 25 der 26 freiwerdenden Sitze, wie nach Auszählung aller Stimmen feststand. Die stärksten Zugewinne verzeichnete die konservative Bürgermeisterpartei STAN, die sich in beiden Runden elf Mandate sicherte. Sie stellt künftig die größte Fraktion und erhob nach ihrem Wahlsieg Anspruch auf den Posten des Senatspräsidenten. Die Wahlbeteiligung bei den Stichwahlen war sehr gering - auch Präsident Zeman gab seine Stimme nicht ab.

Zweite Corona-Welle in Osteuropa

Auch Polen, Russland und die Ukraine melden fast täglich Rekordwerte bei Corona-Ansteckungszahlen und Todesfällen. So verzeichnete das polnische Gesundheitsministerium am Samstag 5.300 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der höchste Wert seit Ausbruch des Coronavirus in Deutschlands größten östlichem Nachbarland.

In Russland meldeten die Behörden 12.846 Neuinfektionen binnen 24 Stunden - so viele wie nie zuvor. Erstmals seit Beginn der Corona-Epidemie sind in der Ukraine mehr als hundert Menschen binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

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