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"Trumpulente Zeiten" mit neuem US-Präsidenten erwartet | BR24

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Karikatur der dänischen "Politiken" zu Amtsantritt von Donald Trump

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    "Trumpulente Zeiten" mit neuem US-Präsidenten erwartet

    Weltweit haben Medien die Antrittsrede von US-Präsident Donald Trump analysiert. Vor allem in Europa wurden Sorgen vor einer Abschottungspolitik laut. Zudem zweifelten viele Kommentatoren an der charakterlichen Eignung des Milliardärs für das Amt.

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    So schrieb die spanische Tageszeitung "El País": "Wir wussten bereits, dass Trump nicht wie ein Präsident reden kann. Und wir bezweifeln, dass er in der Lage sein wird, wie einer zu handeln. Jetzt gilt es, innerhalb und außerhalb der USA wachsam zu bleiben." Die liberale Konkurrenz von "La Vanguardia" gab sich besorgt, weil die USA nun in der Hand einer Person sei, "die impulsiv ist und überhaupt keine politische Erfahrung hat".

    "Wer Trump schwadronieren hörte, bekam den Eindruck, dass die Welt aus Amerika besteht sowie aus Ländern, die Amerika ausnehmen und kaputtmachen wollen. Ein überschaubares Weltbild, das Trump nun eigenhändig korrigieren wird." Die niederländische Tageszeitung "de Volkskrant"

    Laut dem "Guardian" in London machte Trump der Welt klar, dass sie sehr besorgt sein sollte. Trumps Rede sei abwechselnd bitter, angeberisch und banal gewesen. Zudem kochte sie über "vor Groll und Verachtung für die Politik". Die "Times" gab sich optimistischer. Sie prognostizierte: "Diese Präsidentschaft kann Erfolg haben, aber nur, wenn Trump seine öffentliche Rhetorik mit Flexibilität und einem gewissen Maß an Bescheidenheit verbindet."

    Verzweifelte Freiheitsstatue

    Der Zürcher "Tages-Anzeiger" sagte Europa in Politikfeldern wie Freihandel und Klimawandel sowie in der Politik gegenüber Russland oder dem "trumpulente Zeiten" vorher. Die belgische Zeitung "Le Soir" schrieb: "Der rachsüchtige Trump des Wahlkampfs wird auch der Trump des Weißen Hauses sein. Action!"

    Ähnlich äußerte sich auch die griechische "Kathimerini": "Bislang haben die amerikanischen Präsidenten bei ihrer ersten Rede die Einigkeit beschworen. Trump setzte dagegen seinen spaltenden und Rache suchenden Stil fort." Die liberale dänische Tageszeitung "Politiken" betonte, Donald Trump sei das Symbol eines neuen Anfangs, dessen Ende viele fürchteten. An die Seite des Kommentars stellte sie eine Karikatur mit einer verzweifelten Freiheitsstatue, deren Fackel bereits ausgegangen ist.

    Die russische Zeitung "Moskowski Komsomolez" gab die Stimmung so wieder: "Es hat in Washington niemand versucht, den Kongress oder das Weiße Haus zu stürmen und jemanden vom 'alten Regime' an Laternenmasten zu hängen, wie es in Russland vor einem Jahrhundert der Fall war. Aber die Selbstwahrnehmung der amerikanischen Elite - oder zumindest des liberalen Teils - ist nicht viel anders. So hat sich vor 100 Jahren auch die russische Bourgeoisie gefühlt."