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Trump: Weitere Sanktionen gegen Iran - aber kein Militärschlag | BR24

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Donald Trump setzt offenbar auf Deeskalation: Nach dem Vergeltungsschlag des Iran gegen amerikanische Soldaten im Irak hat der US-Präsident zwar weitere Sanktionen gegen Teheran angekündigt. Er verzichtete aber auf militärische Drohungen.

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Trump: Weitere Sanktionen gegen Iran - aber kein Militärschlag

Signal der Entspannung: Nach dem Vergeltungsschlag des Iran gegen amerikanische Soldaten im Irak hat US-Präsident Donald Trump zwar weitere Sanktionen gegen Teheran angekündigt. Er verzichtete aber auf militärische Drohungen.

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US-Präsident Donald Trump hat scharfe Sanktionen gegen den Iran angekündigt, aber keine militärische Vergeltung für den iranischen Angriff auf US-geführte Stützpunkte im Irak. Die USA hätten zwar ein großartiges Militär, das bedeute aber nicht, dass man es auch einsetzen wolle, sagte Trump in Washington. "Wir wollen es nicht einsetzen."

Die weiteren Sanktionen jedoch würden hart ausfallen und solange aufrechterhalten, bis die Regierung in Teheran ihr Verhalten ändere, betonte Trump.

Der US-Präsident bekräftigte, der Iran müsse alle nuklearen Ambitionen aufgeben und seine Unterstützung für Terrorismus einstellen. Trump forderte Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China auf, nicht mehr am Atomabkommen mit dem Iran festzuhalten. Stattdessen müssten diese Staaten gemeinsam mit den USA an einem neuen Abkommen mit dem Iran arbeiten, "das die Welt zu einem sichereren und friedlicheren Ort" machen würde.

Trump ruft Iran zur Zusammenarbeit auf

Trump fügte hinzu, die USA seien bereit zum Frieden, mit jedem, der das wolle. Er rief den Iran zur Zusammenarbeit bei gemeinsamen Interessen auf. Die Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sei auch im Interesse des Irans, sagte er. "Und wir sollten dabei und bei anderen gemeinsamen Prioritäten zusammenarbeiten." Auch der schiitische Iran betrachtet die sunnitische Terrormiliz IS als Feind.

Keine Opfer bei iranischem Raketenangriff

Bei den iranischen Raketenangriffen in der Nacht auf Mittwoch sei kein US-Soldat zu Schaden gekommen, sagte Trump in seiner mit Spannung erwarteten Ansprache an die Nation im Weißen Haus. "Alle unsere Soldaten sind in Sicherheit und es entstand nur minimaler Schaden an unseren Militärstützpunkten". Auch Iraker seien nicht getötet worden, sagte Trump.

Aus Rache für die gezielte Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch US-Kräfte hatte der Iran in der Nacht zum Mittwoch von den USA angeführte internationale Truppen im Irak attackiert.

UN werten Trump-Rede als Deeskalationszeichen

Die Vereinten Nationen werten die Trump-Rede als Deeskalationszeichen im Iran-Konflikt. "Wir begrüßen jeden Hinweis darauf, dass die Führer von einer größeren Konfrontation Abstand nehmen und alles tun, um eine weitere Eskalation zu vermeiden", sagte der Sprecher von Generalsekretär António Guterres.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) äußerte nach Trumps Erklärung die Hoffnung, "dass es dabei bleibt und dass jetzt die Türen für Gespräche wieder geöffnet werden". Es sei ein gutes Zeichen, dass Trump seine Bereitschaft zu neuen Gesprächen mit den Europäern und dem Iran erklärt habe. "Wenn das ein Signal ist, dass jetzt keine Bomben mehr verschickt werden, dann wäre das ein außerordentlich gutes Signal", sagte Maas im ZDF.

Wie reagiert der Iran?

Unklar ist, wie der Iran nun agieren wird. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärte nach den Raketenangriffen, es habe sich um "angemessene Selbstverteidigungsmaßnahmen" gehandelt, die "abgeschlossen" seien. Der Iran strebe keine "Eskalation oder Krieg" an. Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei warnte dagegen, mit den Raketenangriffen sei den USA eine "Ohrfeige" gegeben worden, aber das "Thema Rache" für den Tod Soleimanis sei "eine andere Sache".

Video: Iran-Korrespondentin Natalie Amiri beantwortet User-Fragen

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Im Facebook live beantwortet die BR-Korrespondentin die Fragen von Userinnen und Usern.