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Trump in Kenosha: Ins Herz der Proteste | BR24

© dpa-Bildfunk

US-Präsident Donald Trump in Kenosha vor einem während der Ausschreitungen bei Anti-Rassismus-Protesten zerstörten Gebäude.

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    Trump in Kenosha: Ins Herz der Proteste

    US-Präsident Trump ist nach Kenosha gereist, ins Herz der Proteste gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt. Mit der Familie des Opfers traf er sich nicht. Stattdessen bezeichnete er die Proteste als "inländischen Terror".

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    Eigentlich ist es in den USA eine große Tradition, dass Präsidenten die Orte besuchen, an denen sich Tragödien abgespielt haben. Um ein Zeichen zu setzen, und die betroffenen Menschen zu unterstützen und zu trösten. In diesem Fall war US-Präsident Trumps Besuch in Kenosha, Wisconsin, eher unwillkommen.

    Nach den Schüssen eines Polizisten auf den Schwarzen Jacob Blake hatte es dort nächtelang gewaltsame Proteste gegen Polizeigewalt gegeben. Lokale Politiker befürchteten, der Besuch könne die ohnehin schon aufgeheizte Stimmung noch weiter anheizen. Aber der Präsident kam trotzdem. Nicht, um die Familie von Jacob Blake zu besuchen, sondern um sich bei der Polizei zu bedanken.

    "Es ist eine Ehre hier zu sein, in Ihrem großartigen Staat Wisconsin. Viele Menschen haben gedacht, es wäre gut, wenn ich käme, einige dachten, es sei schlecht. Ich bin gekommen, um mich bei der Polizei zu bedanken", so Trump bei einer Pressekonferenz in einer High School in Kenosha.

    "Was Sie gemacht haben, ist unglaublich. Es war inspirierend. Weil: Es passiert überall, und es scheint einfach nicht aufzuhören. Fast, als wollten einige Menschen nicht, dass es aufhört." US-Präsident Donald Trump in Kenosha

    Trump bezeichnet Demonstranten als "inländische Terroristen"

    Mit "es" meinte Präsident Trump die andauernden Proteste gegen Polizeigewalt, die - zum Beispiel auch in Portland - umgeschlagen waren in gewaltsame Auseinandersetzungen mit Trump-Anhängern. In Kenosha hatte ein jugendlicher Trump-Unterstützer am Rande der Proteste zwei Menschen erschossen und einen weiteren schwer verletzt.

    Es seien keine friedlichen Proteste, sondern "inländischer Terror". Zuvor hatte er Ladeninhaber besucht, deren Geschäfte während der nächtlichen Unruhen in Flammen aufgegangen waren. Präsident Trump nutzte seinen Besuch in Kenosha, um seine Wahlkampfbotschaft rüberzubringen. Zum wiederholten Male präsentierte er sich als Präsident, der hart durchgreift, und machte die Demokraten für die Krawalle verantwortlich.

    Lage blieb trotz Trump-Besuch ruhig

    "Rücksichtslose linke Politiker verbreiten die destruktive Nachricht, dass unsere Nation und unsere Polizei rassistisch ist", so Trump. Nicht umsonst war der Präsident nach Wisconsin gereist. In dem Swing State gilt es, möglicherweise wahlentscheidende Wählerstimmen zu sammeln.

    Während des Präsidentenbesuchs blieb die Lage in der Stadt friedlich. Am Straßenrand hatten sich sowohl seine Anhänger versammelt als auch Demonstranten, die Schilder hoch hielten, auf denen stand: Justice for Jacob. Gerechtigkeit für Jacob.

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