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Trump in Davos: Optimismus statt Klimaschutz | BR24

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US-Präsident Donald Trump forderte in seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos weniger Pessimismus. Ein klarer Seitenhieb gegen die Klimaaktivisten.

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Trump in Davos: Optimismus statt Klimaschutz

Im Mittelpunkt des Weltwirtschaftsforums in Davos stehen der Klimawandel und die Lage im Nahen Osten. US-Präsident Trump lobte in seiner Rede jedoch vor allem seine Politik - und attackierte die Klimaschützer. Im Publikum saß Greta Thunberg.

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Das erinnerte stark an einen Wahlkampfauftritt: In seiner Rede in Davos hat US-Präsident Donald Trump eine Reihe von Erfolgsmeldungen verkündet. Seit seinem Amtsantritt seien sieben Millionen neue Jobs geschaffen worden, sagte Trump bei der 50. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF). Der Mittelstand habe mehr Geld. Es gebe Milliarden an Aktiengewinnen. Die USA erlebten unter seiner Führung einen Boom ohne Vergleich.

"Amerika wächst und gedeiht, und ja: Amerika gewinnt wieder wie niemals zuvor." Donald Trump, US-Präsident

Für die Zukunft prognostizierte Trump "gewaltige" Chancen für die US-Wirtschaft. "Die Zeit der Skepsis ist vorbei", sagte der US-Präsident und rief andere Länder dazu auf, sich ein Beispiel an den USA zu nehmen. Das "amerikanische Modell" könne Vorbild für andere Staaten sein.

Keine Angst vor Handelskonflikten

Im Handelskonflikt mit China sieht Trump kein Risiko für die Entwicklung der US-Wirtschaft mehr. Die Verhandlungen mit Peking über die zweite Phase des Handelsabkommens würden schon sehr bald beginnen, die Beziehungen der USA zu China seien "niemals besser" gewesen.

"Er ist für China, ich bin für die Vereinigten Staaten. Aber ansonsten lieben wir uns." Donald Trump, US-Präsident, über sein Verhältnis zu Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping

Die von ihm geschlossenen Handelsdeals unter anderem mit China seien ein Vorbild für den Handel im 21. Jahrhundert, sagte Trump. Er stellte zudem weitere bilaterale Handelsabkommen in Aussicht, etwa mit Großbritannien nach dem Austritt aus der Europäischen Union.

Klimaschützer als "ewige Propheten des Untergangs"

Das diesjährige Topthema des Spitzentreffens in Davos – Nachhaltigkeit und Klimawandel – streifte Donald Trump nur am Rande. Er verkündete, dass die USA sich an einer Initiative des Weltwirtschaftsforums beteiligen wollen, eine Billion Bäume zu pflanzen. Trump sagte, die Wälder müssten besser gepflegt werden.

Trump ging auf klaren Konfrontationskurs zur schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg: "Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und ihre Vorhersagen der Apokalypse zurückweisen", sagte der US-Präsident bei seiner mit Spannung erwarteten Rede vor Spitzenvertretern aus Politik und Wirtschaft.

Thunberg, die im Publikum saß, hatte erst wenige Stunden zuvor bei ihrem ersten Auftritt beim Weltwirtschaftsforum Politik und Wirtschaft Versagen beim Kampf gegen den Klimawandel vorgeworfen. Bislang sei "nichts getan" worden, sagte sie. Der Klimaschutz sei durch die Proteste junger Menschen zu einem wichtigen Thema geworden, noch gebe es jedoch keinen Fortschritt.

Habeck nennt Trumps Rede ein "Desaster"

Grünen-Chef Robert Habeck hat Trumps Auftritt scharf kritisiert. "Trumps Rede war ein Desaster für die Konferenz", sagte Habeck nach der Eröffnungsrede von Trump. Nun sei "noch klarer" zu sehen, dass die Richtung gewechselt werden müsse: "Wir müssen den Kampf mit Donald Trump aufnehmen, er steht auf der anderen Seite."

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Trotz düsterer Prognosen zu den Folgen des Klimawandels hat US-Präsident Donald Trump zu mehr Optimismus bei den anstehenden globalen Herausforderungen aufgerufen. Auch Greta Thunberg hörte Trumps Rede zu.

Treffen mit Kommissionschefin von der Leyen

Trump will in Davos mit etlichen Staats- und Regierungschefs und Geschäftsleuten zusammenkommen. Dazu gehören Vertreter des Iraks, Pakistans, der Schweiz, der kurdischen Region des Iraks sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Beobachter glauben, dass das Treffen mit von der Leyen das bedeutsamste sein könnte. Grund ist, dass Trump in vielen Punkten wie der Steuer- und Handelspolitik nicht mit der EU übereinstimmt.

Schon am Mittwoch soll sich Trump von Davos wieder zurück nach Washington aufmachen. Dort hat der inhaltliche Teil des Amtsenthebungsverfahrens gegen ihn begonnen. "Die Arbeit des Präsidenten hört nicht einfach auf nur wegen der Impeachment-Farce", teilte Trumps Sprecherin Stephanie Grisham dazu per E-Mail mit.

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