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Trudeau entschuldigt sich für "Brownface"-Foto | BR24

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Ein Partyfoto aus dem Jahr 2001 hat den kanadischen Premierminister Justin Trudeau mitten im Wahlkampf in Bedrängnis gebracht.

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Trudeau entschuldigt sich für "Brownface"-Foto

Ein Partyfoto aus dem Jahr 2001 hat den kanadischen Premier Trudeau mitten im Wahlkampf in Bedrängnis gebracht. Ein Bild zeigt ihn mit dunkel geschminktem Gesicht und Turban. Die Opposition wirft ihm Rassismus vor. Trudeau entschuldigte sich.

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Ein Partyfoto aus dem Jahr 2001 hat den kanadischen Premierminister Justin Trudeau mitten im Wahlkampf in Bedrängnis gebracht. Das vom "Time"-Magazin gepostete Bild zeigt ihn im Alter von 29 Jahren mit dunkel geschminktem Gesicht, Gewand und Turban auf einer Kostümparty. In einer Reaktion übte sich der Regierungschef in Selbstkritik und entschuldigte sich. Bei dem Foto habe es sich um einen rassistischen Akt gehandelt, dessen er sich damals nicht bewusst gewesen sei. "ich hätte das nicht tun sollen, ich hätte es besser wissen sollen, aber das habe ich nicht. Es tut mir wirklich leid." Trudeau: "Es war etwas, von dem ich damals nicht dachte, dass es rassistisch wäre, aber jetzt erkenne ich, dass es etwas Rassistisches war."

Opposition wirft Trudeau Rassismus vor

Seine politischen Gegner warfen ihm Rassismus vor. Der Chef der linken Partei New Democrat, Jagmeet Singh, warf Trudeau anstößiges Verhalten vor. Einige Menschen würden nun wegen des Regierungschefs erneut den Schmerz früherer rassistischer Erfahrungen durchmachen, kritisierte Singh, ein Anhänger der Sikh-Religion und Turbanträger. Er müsse erklären, warum er das gemacht habe. Der Vorsitzende der Konservativen Partei Kanadas, Andrew Scheer, sprach Trudeau die Eignung als Regierungschef ab. "Brownfacing" sei schon 2001 rassistisch gewesen und sei es auch im Jahr 2019, sagte Scheer. Umfragen sehen ihn als aussichtsreichen Herausforderer von Trudeau bei der Wahl am 21. Oktober.

Kostümparty unter dem Motto "Arabische Nächte"

Veröffentlicht wurde das Foto laut "Time"-Magazin ursprünglich im Jahrbuch der West Point Grey Academy, einer Privatschule in der Provinz British Columbia, an der Trudeau vor seinem Einstieg in die Politik als Lehrer tätig war. Neben seinem Gesicht sind darauf auch Hände und Hals dunkel geschminkt. Das Foto sei beim einem jährlichen Dinner entstanden, das in jenem Jahr unter dem Motto "Arabische Nächte" gestanden habe, erklärte Trudeau vor Reportern. Er sei damals als "Aladdin" verkleidet gewesen und habe sich geschminkt.

Trudeau bereits angeschlagen im Wahlkampf

Welche Folgen das Foto für den als Verfechter von Multikulturalismus und Vielfalt bekannten Premier und seine Liberal Party im Wahlkampf haben wird, ist ungewiss. Trudeau geht ohnehin angeschlagen in die Abstimmung: Seine Ex-Justizministerin Jody Wilson-Raybould warf ihm zu Jahresbeginn vor, sie zu einem nachsichtigen Umgang mit einem in Korruptionsvorwürfe verstrickten Baukonzern gedrängt zu haben. Der Skandal erschütterte Trudeaus Regierung und löste etliche Rücktritte aus dessen Kabinett aus. Seine Zustimmungswerte brachen ein.

Die Praxis des so genannten "Brownfacing" oder "Blackfacing", bei der dunkel geschminkte Weiße zum Beispiel auf der Bühne oder der Leinwand die Rollen von Schwarzen übernehmen, ist in Nordamerika hoch umstritten.